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Filmkritik: Die Schöne und das Biest

 

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Wer kennt sie nicht, die Geschichte der schönen Außenseiterin Belle, die sich für ihren Vater einem schrecklichen Biest opfert, dass sich mehr und mehr in ihren Traumprinzen verwandelt. Eine Geschichte über die Schönheit, die von innen kommt, und die Kraft wahrer Liebe, untermalt von einem romantischen Soundtrack.

Disneys Zeichentrickmeisterwerk existiert schon lange, und nun kam eine Live-Action-Verfilmung heraus die uns alle den Kopf verdrehen will. Alleine, weil Emma Watson die Rolle der Belle übernimmt, wollte ich den Film unglaublich gerne sehen. Die neue Verfilmung von "Die Schöne und das Biest" hält sich extrem nah an seinem Zeichentrick-Vorgänger, was mich positiv überraschte. Erzähltext, Szenenbilder, Kostüme, Charaktere, ja einzelne Schrittfolgen wirken wie perfekt nachgeahmt und verwandeln Zeichentrick in eine reale Welt. Gleichzeitig scheint der Film selbstironisch, ein paar unlogische Tatsachen aufzugreifen, die einen im Zeichentrick verwundert haben. So sind die Charaktere über den plötzlichen Jahreszeitenwechsel, welcher immer eintritt, wenn man sich dem verzauberten Schloss nähert, genauso verwirrt wie der Zuschauer, aber es fällt hier leichter, sich dies damit zu erklären, dass das Schloss des Biest-Prinzen verwunschen ist und er sich bereits am Ende seiner Reise befindet, was den Winter als Ende eines Jahres am besten darstellt. Da gibt es auch mal Schnee im Juni.

Oder die Frage, ob alle Gegenstände im Schloss leben und einst Diener des Prinzen waren, was unlogisch wäre, da das Schloss dann, sobald der Zauber aufgelöst ist, aus nichts mehr außer kargen Wänden bestehen würde. Für alle, die nicht so vertraut mit der Geschichte sind, das Biest war einst ein eitler Prinz, der nicht lieben konnte und nur äußere Schönheit sah, woraufhin ihn eine Zauberin in ein hässliches Biest und seine Gefolgschaft in lebendige Gegenstände verwandelte. Sie gab ihm eine magische Rose, die wie eine Sanduhr ihre Blütenblätter verliert, und wenn das letzte Blatt gefallen ist, würde der Prinz für immer ein Biest bleiben und seine Angestellten für immer Kerzenhalter, Uhren und Kleiderständer. Der Verwunschene muss also Liebe gewinnen und sein Herz lieben lassen.

Das Schloss des Prinzen ist wundervoll animiert und gestaltet. König Ludwig II. wäre vor Neid geplatzt, wenn er die goldverzierten Hallen, umrankten Säulen und hohen Türme gesehen hätte. Auch die lebenden Gegenstände des Schlosses sind liebevoll und schön animiert. Störfaktor war tatsächlich der Gesang. Dieser Film war nicht für das Musical bestimmt! 

Im Zeichentrick passte das sehr gut, und die Lieder sind auch wirklich schön, aber in Live-Action wirkte das Singen eher steif, als hätte man zwanghaft versucht, den Disney-Musical-Charakter aufrecht zu erhalten. Leider spürt man diesen Zwang als Zuschauer. Noch dazu wurden einige zusätzliche Singszenen eingebaut, die es für mich nicht gebraucht hätte. Was dagegen schön war, waren zusätzliche Szenen, die das Geschehen und Geschehene näher erklärten.

Im Großen und Ganzen bleibt die Geschichte ein wunderschön romantisches Märchen, das als Realverfilmung recht kitschig, aber gelungen wirkt. Der Film erntete einige Kritik, weil man ein homosexuelles Pärchen eingebracht hatte. Dazu will ich nur sagen, diese Kritik ist Schwachsinn. Es ist gut, dass Disney sich auch mal aus den eingefahrenen Schienen traut und ganz egal welches Geschlecht - Romantik ist für jeden da, egal von welcher Art der Beziehung man auch reden mag, solange zwei Leute ihre Liebe genießen, ist das wunderschön. Zudem sind die Szenen, in denen der Film die Homosexualität andeutet, knapp gehalten und überhaupt nicht anstößig. (CD)

• Kinostart: 16. März 2017
• Genre: Fantasy, Romanze, Musik
• FSK: 6
• Laufzeit: 158 Min.
• Regie: Bill Condon
• Darsteller: Emma Watson, Dan Stevens, Luke Evans
• Musik: Alan Menken

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