Unser Interview mit: Anja Saskia Beyer zu „Liebe Dich- Ewig“

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Portrait Anja Saskia Beyer
Portrait Anja Saskia Beyer, Foto: Beyer

Wer ist Anja Saskia Beyer, und wie bist du zum Schreiben gekommen?
Studiert habe ich Theaterwissenschaften in München. Auch Kommunikationswissenschaften und Werbung sind dazu gekommen. Erst wollte ich Journalistin werden, habe dann aber gemerkt, dass es mir noch mehr Spaß macht, Geschichten zu erfinden. Nachdem ich aus privaten Gründen nach Köln gezogen bin, wurde ich Storylinerin bei „Unter Uns“ und dann Dramaturgin – der „Lindenstraße“. Es ging weiter nach Berlin und dort war ich Dramaturgin und Drehbuchautorin bei „Für alle Fälle Stefanie“ und schließlich Drehbuchautorin für viele bekannte Fernsehserien, z.B. „Verliebt in Berlin“ und etliche andere (auf meiner Homepage sind sie alle aufgelistet: www.Anja-Saskia-Beyer.com).

Was muss man sich unter dem Begriff Dramaturgin vorstellen?
Tja, einfach ausgedrückt war ich eine Art Lektorin, Editorin für die Drehbücher, Anlaufstelle für die Regie, die Darsteller, das ganze Team. Also ich habe die Bücher auch etwas umgeschrieben, falls nötig.  Nach vielen Jahren als Drehbuchautorin war es dann der nächste logische Schritt auch Schriftstellerin zu werden.

Beyer, Anja Saskia: Liebe dich - ewigIn welchem Genre schreibst du? Und woher nimmst du deine Inspirationen?
Mein erster Roman „Himbeersommer“ ist ein humorvoller Frauenroman, dessen Protagonisten so um die 30 – 40 Jahre alt sind, ebenso wie in „Liebes Herz“ (bei Knaur erschienen). „Liebes Herz“ würde ich als gefühlvollen Frauenroman bezeichnen, In meinem Buch „Liebe dich – immer“, dem Beginn einer Reihe, sind die Protagonisten Anfang/Mitte 20, studieren noch. Es hat mich einfach fasziniert, aus der Perspektive einer jüngeren Frau zu schreiben. Mein nächstes Projekt ist ein teils historischer Roman. Was alle meine Romane vereinen ist, dass es Frauenromane sind und auch die Liebe eine wichtige Rolle spielt.

Und zu „Liebe dich – immer“ gibt es jetzt eine Fortsetzung?
Genau. Gerade habe ich „Liebe dich – ewig“ veröffentlicht. Das Buch spielt am Berliner Müggelsee, an einer Surfschule.


Wie kamst du gerade auf dieses Setting?

Da waren mein Mann und meine Kinder eigentlich ausschlaggebend. Wir wohnen in Berlin und die Familie hat mit dem Surfen angefangen. Da ich den Surfschein schon habe seit ich 18 bin (auch wenn ich seitdem selten surfen war J), habe ich von einem bequemen Liegestuhl aus zugeschaut – und die Idee zum Buch war geboren.


Nimmst du deine Ideen immer aus dem Alltag? Sind deine Protagonisten angelehnt an wahre Personen?

Auf jeden Fall. Manchmal schnappe ich Gesprächsfetzen oder einzelne Sätze von zwei Menschen, z.B. im Supermarkt, auf und verarbeite sie zu einer Buch- oder Szenenidee. Da ist meine Vorgeschichte als Drehbuchautorin natürlich von Vorteil. Auch die meisten Protagonisten sind mehr oder weniger an wirklichen Personen angelehnt. Mein Buch „Liebes Herz“ zum Beispiel basiert auf persönlichen Erfahrungen, wobei die wahre Geschichte natürlich nur ein Grundgerüst darstellt und so wie in dem Roman niemals passiert ist.

„Liebes Herz“ ist ja beim Knaur-Verlag erschienen. „Himbeersommer“ und deine „Liebe dich-Reihe“ veröffentlichst Du als Self-Publisherin. Woran liegt das?
Beides hat seine Vor- und Nachteile und ich finde die Mischung von beidem sehr gut. Am Self-Publishing reizen mich die Aufgabenvielfalt und der größere Gestaltungsspielraum. Mein nächster Roman wird aber wieder in einem Verlag publiziert. Amazon Publishing wird am 13. September „Mandelblütenliebe“ veröffentlichen.

Mallorca Gasse, Foto: Anja Saskia BeyerDer Titel klingt ja schon vielversprechend. Worum geht es in dem neuen Buch?
Das wird mein erster Roman sein, der in der Jetztzeit und in den 50er Jahren spielt. Er handelt von einer Mutter-Tochter-Beziehung, einem geheimnisvollen Vermächtnis der Großmutter, einer Liebe auf Mallorca. Und von der jüdischen Geschichte der Insel, die kaum ein Tourist kennt.

Wow- das klingt spannend. Wie kam es zu dieser Idee? Hast du selber Wurzeln dort?
Nein, leider nicht. Ich spreche leider noch nicht einmal Spanisch. Durch Zufall bin ich über einen Artikel gestolpert, in dem es über das Judentum auf Mallorca ging. Das hat mich so fasziniert, dass ich da mehr wissen wollte und viel recherchiert habe. Schließlich ist es mir gelungen, einen tollen Kontakt zu einem deutschen Fachberater zu dem Thema  herzustellen, der auch noch auf Mallorca lebt. Er hat mir sehr viel Wissen vermittelt und so ist dann schließlich das Buch entstanden. Das fertige Manuskript ist dann auch als erstes von ihm gelesen worden, um die historischen Gegebenheiten auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.

Deine Bücher sind vom Inhalt ja sehr international – bisher Ialien, Deutschland, Spanien… Werden sie eigentlich auch schon ins Englische übersetzt?
Ja, tatsächlich. „Himbeersommer“ ist unter dem Titel „ Loving Nora“ für die englischsprachigen Leser zu bekommen. Bisher ausschließlich als E-Book, aber das muss ja nicht zwingend so bleiben.

Garten Beyer, Foto: Anja Saskia BeyerWo schreibst du deine Bücher? Hast du spezielle Lieblingsorte?
Definitiv mein Garten, vorausgesetzt das Berliner Wetter spielt mit. Wenn Mann und Kinder aus dem Haus sind, genieße ich die Ruhe und kann mich voll auf das Schreiben konzentrieren. Manchmal fällt mir aber auch die Decke auf den Kopf und ich muss dringend unter Leute. Deshalb findet man mich auch ab und an schreibend in einem Kaffee. Hier im „KuchenRausch“ z.B. sitze ich sehr gerne.

Welche weiteren Projekte hast du schon geplant? Gibt es noch mehr tolle Geschichten von dir, auf die wir uns freuen können?
Ja, die gibt es, aber die sind noch nicht ganz spruchreif. Nur soviel möchte ich schon verraten – der nächste Roman spielt in Süditalien und dreht sich um drei starke Frauen, die dringend eine Auszeit brauchen …

 

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