Aphrodisierende Lebensmittel

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Foto: CC0 Public Domain/Pixabay.com
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Wer wünscht sich dies nicht, ein vollends erfülltes Liebesleben?
Die Pharmaindustrie macht mit Potenzmitteln enorme Umsätze, und auch Erotikshops bieten eine immer größere Vielfalt an sogenannten Aphrodisiaka. Sie sollen zur Belebung oder Steigerung der Libido verhelfen.

Doch mal ehrlich: Wer möchte sich denn schon überteuerte Tabletten und Tropfen einwerfen, um dadurch eventuell die Chancen auf eine heiße Liebesnacht zu verbessern?
Nicht zuletzt auch auf Grund der vielen umstrittenen Inhaltsstoffe, die meist chemischen oder gar tierischen Ursprungs sind.
Hört sich jedenfalls nicht sehr prickelnd an …

Wir haben da eine bessere Methode für euch, die keinem Schaden bereitet und eine weitaus bessere Investition darstellt.  Heutzutage wissen leider nur noch wenige Leute um die luststeigernden Eigenschaften vieler Nahrungsmittel. Diese kann man(n) preisgünstig und ganz unauffällig im heimischen Supermarkt erwerben.

Hochzeitstag, Silvester, Valentinstag, Jahrestage und andere kulinarische wie Ereignise im Leben Verliebter sollten mit aphrodisierenden Gaumenfreuden gespickt sein. Denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen – und durch die Nase!
Und mal ganz nebenbei gesagt: Was ist denn ein schönerer Auftakt zu einem erotischen Abenteuer als das gemeinsame Zubereiten und mit allen Sinnen eine leckeren Mahlzeit genießen?
Bestimmt nicht Pillenschlucken!
Wenn sich das für euch immer noch sehr hahnebüchen anhört, hier eine kurze, aber fundierte Erklärung zur Verantwortlichkeit der vesprochenen Lustwellen in Bezug auf bestimmte Lebensmittel:
Das Geheimnis liegt in stoffwechselanregenden Mineralstoffen und die Neurotransmitter verstärkenden Inhaltsstoffe. Neurotransmitter sind biochemische Stoffe, welche Reize von einer Nervenzelle zur anderen weitergeben, verstärken oder modulieren.
Somit werden nicht nur die Sinne angeregt, sondern auch der Blutfluss, die Testosteron- und Spermienbildung.
Ebenso wirken viele Stoffe leicht euphorisierend und stresshemmend.

Bei Schokolade und Erdbeeren kommt es auf die Menge an.
So muss zum Beispiel mehr als eine Hand voll Erdbeeren gegessen werden, um einen Vitamin-C-Pegel zu erhalten, der auch nachweislich stimulierend wirkt.
Dies kommt aber auch auf die Essenskombination und die Zubereitung an.
Menschen mit Nährstoffmangel erhalten zudem einen schnelleren und stärkeren Effekt, sobald sich der Nährstoffpegel im Blut erhöht.

Nachfolgend verraten wir ein paar Nahrungsmittel, Kräuter und Gewürze, welchen man schon seit Urzeiten eine betörende und luststeigernde Wirkung nachsagt.

A:
Die Artischocke ist eine bekannte, viel verwendete Arzneipflanze. Ihr wird eine verdauungsfördernde und appetitanregende Wirkung nachgesagt. Das distelartige Gewächs enthält Substanzen, welche die Ausschüttung von Östrogen anregen und somit besonders die weiblichen Sexualhormone stimulieren. Ihre essbaren Teile befinden sich in den Blättern und im Boden. Die aphrodisierende Wirkung könnt ihr euch von Nutzen machen, indem ihr die Artischocken beispielsweise gedünstet mit einem leckeren Senf-Dip servieren.

Austern haben schon lange den Ruf als Aphrodisiakum weg. Sie haben viel Eiweiß und wenig Fett.  Doch viel wichtiger: Sie enthalten viel Zink, ein relevanter Nährstoff für die Testosteronbildung. Und ganz nebenbei kann man sie auf eine aufreizende Art ausschlüfen … dem Gegenüber dabei ganz tief in die Augen schauen nicht vergessen!

Avocados liefern viel Energie durch das in ihnen enthaltene Vitamin D und E. Dies erhöht auch das sexuelle Durchhaltevermögen. Dies wussten auch schon die alten Maya und Azteken.

B:
Basilikum war schon in der Antike vor allem bei den Frauen als Liebeskraut zum Verführen der Männer bekannt. Noch heute ist es in einigen Parfüms als Aphrodisiakum enthalten. Die in Basilikum enthaltenen ätherischen Öle, Gärbstoffe und nicht zuletzt die Vitamine sind für die anregende Wirkung verantwortlich. Würzt damit Salate, Pasta und Pizzen oder dekoriert damit Tisch und Teller.

Bärlauch hat dieselbe Wirkungsweise wie Basilikum, nur hier Vorsicht bei empfindlichen Näschen: Der Geruch erinnert an den weniger beliebten Knoblauch!

Bananen stehen nicht nur auf Grund ihrer Ähnlichkeit mit dem männlichen Geschlechtsteil auf unserer Liste, sondern vor allem, weil sie reich sind an Nährstoffen, welche die Bildung von Geschlechtshormonen fördern.

Die Tonkabohne mt ihrem betörend sinnlichen Duft nach Vanille und Bittermandel macht nicht nur Lust im Magen …Vor allem in Süßspeisen ist sie in kleinen Mengen in vielen Desserts eine schmackhafte Beigabe.
Rote Bohnen und Bohnenkraut sollen die Libido anregen.

C:
Champagner, die wohl glamouröseste Art, um auf Touren zu kommen. In Maßen genossen entfaltet der Alkohol seine auflockernde, stimmungserhellende Wirkung als Aphrodisiakum.

Chili und auch Cayennepfeffer machen nicht nur das Essen scharf, sondern heizt auch dem Genießer dieser feurigen Früchte ordentlich ein. Die kleinen Paprikaschoten werden wegen des in ihnen enthaltenen Capsaicins auch in der Medizin verwendet. Zum Beispiel in Wärmepflastern. Die aphrodisierende Wirkung besteht somit im wahrsten Sinne des Wortes: Sie machen nämlich heiß! Und Hitze kann bei einem romantischen Dinner ja sicherlich nicht verkehrt sein.

E:
Die Erdbeere ist DIE stimulierende Frucht überhaupt. Sie ist reich an Zink, welches der Körper zur Bildung des Lusthormons Testosteron verwendet.
Besonders lecker und doppelt anregend sind die roten Früchte eingetaucht in Schokolade. Diese dann liebevoll zwischen die geöffneten Lippen des Partners oder der Partnerin zu schieben … köstlich!

Espresso mit seinem angenehm bitteren Aroma und dem markanten Duft pumpt durch seine anregende Wirkung das Blut voran. Martha Hopkins empfiehlt in ihrem Kochbuch „The New Intercourses“ mit aphrodisierenden Rezepten den Espresso, weil er die sexuelle Aktivität verlängern und die Libido erhalten kann, was kurzfristig zur Steigerung der Lust führt. Weil jede Sekunde zählt 😉 Und wenn es letztendlich nur darum geht, müde Männer (und Frauen) wieder munter zu machen …

F:
Aus dem Mittelmeer stammend ist die süße Feige vor allem bei den Südländern als Aphrodisiakum bekannt. Im italienischen vielsagend „fica“ genannt erregen sie ihrer vulva- und hodenähnlichen Form wegen die Fantasien der Männer und Frauen – ob pur oder doppelt verführerisch mit etwas Honig beträufelt, der ebenfalls eine aphrodisierende Wirkung hat.

G:
Garnelen und andere Meeresfrüchte enthalten viel Vitamin B und Phosphor, welche den Pegel männicher Sexualhormone steigern können. Sie machen sich besonders lecker z.B. in Spaghetti mit Meeresfrüchten oder als Speise mit etwas Kräuterbutter verfeinert.

Ginseng wirkt auf die Ausschüttung von Hormonen und erweckt somit die Libido.

Der Granatapfel, welcher gerade jetzt von Herbst bis Weihnachten Saison hat, war im antiken Griechenland das Symbol von Aphrodite. Der Göttin der Liebe, Schönheit und sinnlichen Begierde. Heute ist der Granatapfel als vitaminreiche Powerfrucht bekannt und gehört zum sogenannten „Superfood“. Dem Granatapfel wird eine hilfreiche Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Entzündungsprozessen oder Prostatakrebs nachgesagt und soll auch bei Errektionsstörungen unterstützend wirken. Eindeutige wissenschaftliche Beweise gibt es hierfür allerdings bislang nicht. Dafür jedoch für seinen süß-säuerlichen Geschmack, welcher eine vielfache Verwendung z.B. bei Wildgerichten, aber auch als Sirup (Grenadine) zu fruchtrigen Cocktails hat.

H:
Honig wirkt besonders bei Männern stimulierend und aphrodisierend. Er ist reich an Vitamin B und erhöht die Testosteron-Produktion.

I:
Ingwer ist einer der Spitzenreiter unter den Heilpflanzen. Er regt die Durchblutung an und damit auch das Durchhaltevermögen der Männer. Wie Basilikum und Bärlauch wirkt sich dies auch auf die Empfindsamkeit unserer sensibelsten Stellen aus. Ebenso erwähendswert ist seine entzündungshemmende Wirkung.

K:
Kakao und somit auch Schokolade enthält viele wertvolle Substanzen, welche ein gutes Aphrodisiakum ausmachen. Kakao enthält die Aminosäure Tryptophan, die zur Potenzsteigerung beitragen soll und dadurch auch die Ausdauer beim Liebesakt steigern kann. Ein weiterer, sehr angenehmer Effekt ist die stimmungsaufhellende Wirkung, die dem Kakao nachsagt wird. Glücklich und zufrieden liebt man sich gleich viel besser – und öfter!

Kardamom in Tee, Kaffee oder heißer Milch erwärmt die Gemüter.

Kaviar, vom Wort „Cahv-Jar“ – zu Deutsch „Kuchen der Freude“ stammend, macht angeblich kommunikationsfreudig und steigert die Lust auf Zärtlichkeit.
Nach den Legenden der Hochzeitsrituale der Völker von Fernost heißt es, dass die Brautpaare vor der Hochzeitsnacht unbedingt Lachskaviar essen mussten.
Um die Eigenschaften des Kaviars wusste auch Casanova, der vor jedem romantischen Rendezvous Kaviar speiste.
Die Elemente, die im Lachskaviar enthalten sind, tragen zur erhöhten Produktion des männlichen Sexualhormons Testosterons bei, welcher für einen erhöhten Serotoninspiegel im Körper verantwortlich ist.

Lebkuchen, früher Liebeskuchen genannt, enthält viele Gewürze, welche vor allem in der nahenden Weihnachtszeit in vielen Leckereien ihre Verwendung finden und denen allesamt eine aphrodisierende, luststeigernde Wirkung nachgesagt wird.

Liebstöckel ist in der Küche als Maggikraut bekannt und wird verräterisch auch Lustock oder Luststöckl genannt. Wenn das „Liebesstöckel“ des Mannes nicht mehr steht, setzen Erfahrungsheilkundige auf dieses Viagra unter den Heilpflanzen. Fest steht jedenfalls: Der Liebstöckel ist ein Kraut mit starker Würzkraft und medizinaler Wirkung. In der Küche reichen euch zwei Blätter, um eure Suppe schmackhaft zu würzen.

M:
Muskat findet häufig in der „Liebes-Küche“ Verwendung, da auch diesem Gewürz eine anregende Wirkung nachgesagt wird. In den achtziger Jahren wurde in einer Studie festgestellt, dass das Muskat-Aroma allgemein mit Macht verbunden wird. Und Macht macht ja bekanntlich sexy. Durch seinen verführerischen maskulinen Duft findet es in vielen Eau de Toilettes Verwendung. Der Duft von Muskat erhellt die Stummung und somit auch jeden dunklen und rauen Herbst- und Winterabend. Genau die richtige Zeit für feine Muskat-Rezepte wie Lebkuchen, Stollen oder eine heiße Tasse Gewürzkakao. Überdosiert oder in Verbindung mit großen Mengen Alkohol verstärkt Muskat seine Wirkung und kann jedoch schnell auch einschläfernd wirken und zu Kopfschmerzen führen. Also lieber nicht zu viel Eierpunsch naschen, wenn ihr am Abend noch etwas vorhabt.

R:
Rosmarin ist nicht nur ein köstliches Kraut, vor allem bei Kartoffelgerichten, sondern wird auch mit der Liebesgöttin Aphrodite in Verbindung gebracht. Es steigert die Durchblutung und erhöht die Hautempfindsamkeit. Auch als Badezusatz in Form von Öl entfaltet es seine auf das Liebesleben sehr vorteilhaft wirkenden Eigenschaften.

S:
Sellerie enthält Androstenol, ein Stoff, der auch im Männerschweiß vorkommt. Das natürliche Steroid ist ein Pheromon, das mit jugendlicher Frische und Fruchtbarkeit verbunden ist.

Spargel ist schon wegen seiner phallischen Form ein äußerst erotisches Gemüse. Doch auch im Spargel steckt einiges an luststeigernden Mineralstoffen wie Zink und Folsäure, die die Durchblutung der (Geschlechts-)Organe anregen.

T:
Thymian ist nicht nur ein schmackhaftes Gewürz und wirkungsvolles Heilmittel bei Erkältungskrankheiten, sondern es wird ihm auch eine Libido anregende Wirkung nachgesagt.

Trauben können fantastisch ins Liebesspiel mit eingebaut werden … Ebenso wie Erdbeeren lassen sie sich lecker vernaschen, was uns auch aus Antike durch bildliche Überlieferungen bekannt ist, und aus Bauchnabeln vernaschen … Doch besonders verarbeitet in Wein und Champagner entfalten sie ihre anregende Wirkung und veredeln so manches Essen. Vom täglichen Abendessen bis zum stilvollen Candle-light-Dinner. Zudem enthält Wein Polyphenole, welche wie ein natürliches Antioxidans auf die Zellen wirkt.

V:
Vanille – die Königin der Gewürze – duftet einfach himmlisch und ist nicht nur gut für das Denkvermögen, sondern wirkt auch euphorisierend. Das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Letztere schätzen vor allem die appetithemmende Wirkung des lieblich-süßen Vanilleduftes. Vielleicht kommt dieser vor allem deshalb zustande, weil der Appetit auf etwas anderes geweckt wird … Beim Mann soll sie durch ihren Aromastoff Vanillin zu mehr Aktivität verhelfen, dieser ist dem menschlichen Pheromon, den sogenannten Sexuallockstoffen, sehr ähnlich.

Z:
Zimt verleiht durch sein unverwechselbares Aroma eine gemütliche, wohlige Stimmung. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Zimtduft aphrodisierend auf Emotionen und Sinne wirkt. Auch der Kreislauf wird durch sein einmaliges Aroma stimuliert und weckt so die Lust auf mehr …

Habt ihr nun auch Lust bekommen auf ein aphrodisierendes Liebes-Menü?
Dann fangen wir doch mal mit einer lecker herbstlichen Vorspeise an, welche euch an kühlen Herbstabenden tüchtig einheizen und für gemütliche Stimmung mit möglicherweise erotischen Ausschweifungen führen wird.

Karotten-Ingwer-Süppchen
Zutaten:
250 g Möhren
20 g Ingwer
eine kleine Zwiebel Foto: CC0 Public Domain/Pixabay.com
Öl oder Butter
400 ml Gemüsebrühe
100 ml Schlagsahne oder Kokosmilch
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
1. Den Ingwer schälen und sehr fein würfeln, damit später, nach dem Pürieren, keine Fasern zu spüren sind. Die Karotten und die Zwiebel ebenfalls schälen und in dünne Stücke oder Scheibchen schneiden.
2. Karotten. Zwiebel und Ingwer in Butter oder Öl anschwitzen, bis die Zwiebeln glasig sind. Wer es süß mag, kann etwas Zucker darüber streuen und leicht karamellisieren lassen. Mit Brühe ablöschen und aufkochen. Wer Kokosmilch statt Sahne verwendet, kann diese ebenfalls hinzufügen. Die Suppe bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen. Suppe vom Herd nehmen und mit dem Stabmixer fein pürieren.
3. Die Sahne flüssig einrühren, oder wer es schaumig mag, schlägt die Sahne vor dem Hinzugeben steif. Anschließend nach Belieben mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wir wünschen guten Appetit und einen romantisch verliebten Abend!

Habt ihr Lust auf weitere anregende Menüvorschläge, so schaut bald wieder rein. Demnächst erscheint auch der passende Hauptgang, gefolgt von sinnlich-süßen Dessertrezepten.
Wenn die Wärme wetterbedingt nicht mehr von Außen kommt, so heizen wir euch von innen ein! (SB)