Buenos Aires

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Argentinien

Buenos Aires ist die Hauptstadt von Argentinien. In ihr vereinen sich verschiedenste Baustile, angefangen von der Moderne über Jugendstil zu Kolonialbauten mit südamerikanischem Flair einer Kleinstadt.

TangoBuenos Aires ist eine Stadt, die gern zum Tanz bittet. Wer sich das Geschehen einmal ansehen möchte, der kann zu einem der vielen Tanzabende, den „Milongas“, gehen. Wer es schließlich wagt und sich auf einen Tanz einlässt, der erfährt vom argentinischen Mann, dass im Tango die Frau eine Göttin sei, eine Prinzessin, eine Königin.
Der Tango drückt Leidenschaft aus, aber auch Schmerz und Melancholie. Er ist in den Armenvierteln entstanden und wurde dort auch von Einwanderern mitgeprägt. Jährlich feiert die Stadt am 11. Dezember ihren Tag des Tangos, besonders im alten Hafenviertel „La Boca“, wo die Wiege des Tangos liegt.

FriedhofDie bekannteste Argentinierin ist wohl Eva Perón, die unsterbliche Ikone. Die Oberschicht verachtete die Präsidentengattin, doch wegen ihres unermüdlichen Einsatzes für Arbeiter, Besitzlose und Frauen wurde sie von den Armen wie eine Heilige verehrt. Ihr Grab befindet sich im Friedhof „La Recoleta“, der ein beliebtes Besucherziel und absolut sehenswert ist. Zahllose Mausoleen und Gräber in prunkvollen Steinhäusern lassen ihn wie eine kleine Stadt erscheinen.

Grab Eva PeronWer sich eher ins pralle Leben stürzen möchte, der ist auf dem Gaucho-Markt, der „Feria de Mataderos“ genau richtig. Es ist ein Spektakel, um die Tradition zu erhalten und neu bekannt zu machen. Jeden Sonntag bieten Landwirte ihre Waren an, seien es Käse, Öl, selbst gemachtes Brot oder auch Kleidung, Schmuck- und Lederwaren. Für jeden ist etwas dabei. Zudem kann man dort viele frische südamerikanische Speisen, wie „Burritos“ oder „Empanadas“ probieren. Zur Unterhaltung gibt es Tanzvorführungen und einen Reitwettbewerb.

Caminito Buenos AiresEiner der schönsten Stadtteile ist „Palermo“. Selbst die „New York Times“ bezeichnete ihn als hip und angesagt. Man kann zahlreiche Bars und Kneipen besuchen oder in alternativen Läden neueste Moden sehen. Auch viele Künstler zeigen ihr Talent in den Straßen.

Hafen Buenos AiresEs gäbe noch tausend andere Dinge über diese impulsive, lebendige und faszinierende Stadt der Gegensätze zu sagen. Am besten schaust du mit deinem Liebsten oder deiner Liebsten selbst vorbei. Lass dich gemeinsam in ihren Bann ziehen und erlebe die Emotionalität der Bewohner und die Faszination der unterschiedlichen Stadtteile. Jeder Bezirk hat seinen eigenen Reiz und eigene Individualität.

Trotz all dieser schönen Dinge, die man in Buenos Aires sehen und selbst erleben kann, bleibt ein trauriger Moment, der einen zutiefst berührt. Es sind die Großmütter und Mütter, deren Kinder während der Militärdiktatur (1976-1983) verschwunden  sind. Sie wurden ihren Familien geraubt, getötet oder zur Adoption freigegeben. Jeden Donnerstag demonstrieren die Mütter seit 40 Jahren auf dem „Plaza de Mayo“ vor dem Regierungssitz. Ihr Erkennungssymbol sind die weißen Kopftücher. Sieht man diese friedlichen Demonstrationen, so ist man berührt und ergriffen von den vielen einzelnen Schicksalen, Geschichten und Bildern. Die Ausdauer und Stärke für die Aufarbeitung der Vergangenheit zeigt sich bemerkenswert in diesen Großmüttern, die unermüdlich für Gerechtigkeit kämpfen.

Buenos Aires ist eine Stadt der Gegensätze, die  Einwohner voller Emotion für den Fußball und Leidenschaft für den Tango. Wer einmal dort war, im „Paris Südamerikas“, der wird diese Stadt nie wieder vergessen und ein Stück davon für immer in seinem Herzen tragen. (MW)

emotional Tango