Die Amish in Pennsylvania – Eine Reise in die Vergangenheit

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Kirche
(c) justus, pixelio.de

Die Amish People leben im Bundesstaat Pennsylvania. Sie leben so wie die Menschen vor 300 Jahren. Reißverschlüsse, Gürtel oder gar Jeans – Fehlanzeige! Sie benutzen natürlich auch keine Computer oder Handys, denn sie lehnen technische Neuerungen zumeist ab. Auch Autos fahren sie nicht, sondern sind mit Kutschen, auch „Buggies“ genannt, auf den Straßen unterwegs.

Fährt man an den Äckern der Amish vorbei, so sieht man natürlich keine Traktoren auf den Feldern. Die ganze Arbeit erledigen sie mühsam mit Pferden. Die christliche Gemeinschaft hat Jakob Ammann gegründet, seinen Namen trägt sie noch heute im Titel. Entstanden ist sie um 1630 in der Schweiz, indem sich einstige Mennoniten zusammengefunden hatten. Diese wiederum gingen aus der radikalen reformatorischen Täuferbewegung hervor. Sie waren vielen Verfolgungen ausgesetzt und sahen daher nur den Weg der Auswanderung in die USA – das Land, das Religionsfreiheit und unbegrenzte Möglichkeiten versprach. Da sie aus der Region Emmental kommen, sprechen sie noch heute Berner Deutsch. Auch Volkslieder singen sie sehr gerne, so beginnt jeder Gottesdienst erst einmal mit einer Stunde Singen.

Die Amish sind recht gastfreundlich, man kann sogar bei ihnen übernachten. Die Zimmer sind gemütlich gestaltet und haben ein besonderes Flair. Man fühlt sich wirklich in eine andere Zeit zurückversetzt. Eine Zeit, die ruhiger ist im Gegensatz zu unserer teils so hektischen und sich schnell verändernden Welt.

(c) nimkenja, pixelio.de

Das heimische Essen dort ist mit viel Liebe gekocht und natürlich alles aus eigens angebauten Nahrungsmitteln zubereitet. Das schmeckt man dann auch. Daneben bieten die Amish selbst hergestellte Möbel und Kinderspielzeug zum Verkauf an. Doch Vorsicht: Fotografieren sollte man die „stillen Rebellen Gottes“ besser nicht, denn das wäre Eitelkeit schlechthin. Zudem verbietet das zweite Gebot, sich ein „Bildnis noch irgendein Gleichnis zu machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf der Erde ist“ (2. Mose 20,4). Möchte man also unbedingt ein Bild machen, so tut man das besser versteckt oder lässt es sein und respektiert somit den Willen der Amish. Es gibt ja auch einige Bilder dazu im Internet.

Mit 16 Jahren haben die Jugendlichen die Wahl, ein „weltliches“ Leben zu führen oder, nach einer Zeit in der Welt da draußen, in die Gemeinschaft zurückzukehren. „Rumspringa“ nennen sie diese Zeit des Austobens, in der die Jugendlichen alles in eigener Freiheit ausprobieren dürfen, sei es Alkohol, wilde Partys, Sex oder Autofahren. Die Amish versprechen sich dadurch, dass ihre Kinder von der Dekadenz der Außenwelt bald genug haben und freiwillig in den Schoß der Gemeinschaft zurückkehren, um sich schließlich taufen zu lassen. Das tun sie mit Erfolg, denn 90 % kehren schließlich nach der (mehr oder weniger) wilden Selbsterfahrung zur Glaubensgemeinschaft wieder gerne und aus freien Stücken zurück. Eine der wenigen, die einen anderen Weg ging, ist Kate Stoltz. Die junge hübsche Frau verließ ihre Familie und wurde ein gefragtes Unterwäschemodel. Abgesehen von der attraktiven Mrs. Stoltz ist das Leben der Amish geprägt von Schlichtheit, Naturverbundenheit, Familiensinn, Kirche und Glauben. Es ist eine andere Welt, eine andere Zeit inmitten der „Coca-Cola-Gesellschaft“ der übrigen USA. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, die auf uns doch etwas befremdlich wirkt aber zugleich eine gewisse Faszination und Anziehungskraft ausübt. (MW)

(c) W. Broemme , pixelio.de