Die sechs Phasen der Partnerschaft

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Verliebt by Oliver Thaler pixelio.de
(c) Oliver Thaler, pixelio.de

Im Verlauf einer festen und länger andauernden Partnerschaft durchläuft ein Paar mehrere Beziehungsphasen. Liberty Kovacs ist eine bekannte amerikanische Ehetherapeutin und hat die Beziehung in sechs unterschiedliche Phasen unterteilt, welche natürlich in zeitlich nicht festgelegter Länge auftreten.

Allen Anfang macht die Zeit des ersten Kennenlernens und gegenseitigen Umschwärmens. Daran denkt bestimmt jeder gerne zurück, denn diese erste Zeit des Verliebtseins hat immer etwas Magisches und den meisten wird es bestimmt ein Lächeln entlocken, wenn sie daran zurückdenken. In dieser Phase kommt einem der Partner nahezu perfekt vor und man möchte jede freie Minute miteinander verbringen. Viele haben hier die berühmte „rosarote Brille“ auf. Mit der Zeit schwindet natürlich diese Anfangseuphorie, die Schmetterlinge im Bauch beruhigen sich – manchmal komplett, manchmal nur ein wenig. Wenn ihr euch einen Hauch dieser Gefühle bewahren konntet, dann ist das wunderschön. Aber es ist kein Muss. Solltet ihr in einer gut funktionierenden Beziehung sein und feststellen, dass eigentlich so gar keine Flamme der prickelnden Anfangszeit mehr über ist, so ist dies vielleicht ein Ansporn, sich dieses Gefühl zurück zu erobern!

Mit der Länge der Beziehung kommt es meist bald auch zu vermehrten Streitereien, Langeweile oder Eintönigkeit. Es kristallisieren sich die einzelnen Fehler und Macken des Anderen heraus. Das wirkt oft ein wenig ernüchternd und man kümmert sich wieder vermehrt um die Alltagsdinge. Diese zweite Phase ist normal und auch gar nicht schlimm, sollte aber kein Dauerfaktor sein. Auch kann dieser Zeitabschnitt in unregelmäßigen Intervallen wiederkehren, was aber auch kein Grund zur Sorge sein sollte. Solange ihr euch immer wieder aufrappelt. Zu einem Dauerzustand sollte es jedoch nicht ausarten. Oft liegt das Problem auch darin, dass wir falsche oder irrationale Vorstellungen von Liebe und Beziehung haben. Dass es den Märchenprinzen oder die Prinzessin aus dem Garten Eden, der oder die uns jeden Wunsch von den Augen abliest, nicht gibt, sollte uns allen bewusst sein.

(c) F. Kolja Lenz, pixelio.de

Nachdem wir dies festgestellt haben, folgt oft ein sehr aufreibender Prozess, die dritte Phase, an dem viele Paare scheitern, aber genauso viele auch daran wachsen. Man weiß um die Schwächen des Anderen und regt sich bei jeder Gelegenheit tierisch darüber auf. Weil man möchte, dass sich das ändert, denn man liebt sich ja schließlich! Man möchte – manchmal bewusst aber meistens jedoch unbewusst – den Anderen nach seinen eigenen Vorstellungen umformen.

Die vierte Phase: Der Konflikt. Umgangssprachlich auch als das „verflixte siebte Jahr“ bezeichnet, was aber natürlich gar nicht unbedingt das siebte Jahr sein muss. Individuell wie wir alle und unsere Beziehungen sind, kann dies auch früher oder später stattfinden. Kann man die Konflikte gemeinsam lösen? Will man an der Beziehung arbeiten? Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Geht man gemeinsam weiter, steht man dies durch, oder trennen sich von nun an die Wege?

Erkenntnis und Versöhnung bilden die fünfte Phase. Seid ihr hier angelangt, habt ihr entschieden, auch weiterhin gemeinsam durch das Leben zu gehen. Ihr nähert euch wieder an und die Beziehung entspannt sich. Man akzeptiert den Anderen, so wie er ist, arrangiert sich, geht Kompromisse ein und fühlt sich auch selbst vom Partner so akzeptiert, wie man ist. Mit allen Ecken und Kanten. Eine Beziehung ist nicht nur ein sich gegenseitiges Anschauen, sondern auch, gemeinsam in die gleiche Richtung blicken. Man erkennt, wie sehr man doch gegenseitig voneinander profitiert und miteinander wächst. Auch wenn man nie allen Erwartungen gerecht werden kann, so stärkt man sich doch gegenseitig und bereichert einander. Eine gute Beziehung ist nicht nur geben oder nur nehmen, sondern immer ein Miteinander, ein gegenseitiges Heranwachsen. Seid ihr zu dieser Erkenntnis gekommen, fühlt ihr diese gegenseitige Einigkeit und Zustimmung – egal ob bewusst oder unbewusst. Dann seid ihr beieinander angekommen. Akzeptiert einander und Phase Sechs beginnt.

Phase Sechs: Die Endstation jeder glücklichen (Langzeit-) Beziehung. Hier habt ihr alles an Höhen und Tiefen durchlebt und seid euch dessen auch bewusst. Es kann nicht nur gute Zeiten geben. Das weiß man und daran scheitert man nicht, sondern daran wächst man. Ihr habt nun in der Regel euer gemeinsames Gleichgewicht zwischen Nähe und Selbständigkeit gefunden. Durch äußere Lebensumstände, wie die Geburt oder später der Auszug des Kindes, Jobwechsel oder Krankheit werdet ihr womöglich wieder zurückgeworfen und müsst euch von Neuem durch diverse Phasen der Beziehung zu euch und dem Partner durcharbeiten. Aber einmal am Endpunkt angelangt wisst ihr, dass Beziehungskrisen und gelegentliche Unzufriedenheit normale Vorkommnisse in einer jeden Partnerschaft sind.

Jeder einzelne von euch entwickelt sich weiter und ist die Liebe stark, das Band der Verbundenheit fest, so wird euer gemeinsamer Weg noch ewig weitergehen! (SB)

(c) Petra Hegewald, pixelio.de