Die weißen Nächte von St. Petersburg

0
281
(c) CC0 Public Domain, Pixabay.com

Wenn die Sonne 24 Stunden lang nicht ganz untergeht, dann ist es Sommer in St. Petersburg. Eigentlich stellt man sich eine verschneite Metropole, wenn man an die russische Großstadt denkt, doch im Sommer wird es hier so schön, dass der Schnee schnell in den Gedanken verblasst.

Im Juni ist es Zeit für die weißen Nächte von St. Petersburg und sie heißen eben nicht weiß, weil Schnee liegt, wie man annehmen könnte, sondern weil um die Zeit der Sonnenwende die Dämmerung das Dunkelste ist, das einen in den Nächten heimsuchen könnte. Damit wird diese sowieso romantische Stadt zu einem Märchen aus Licht, Liebe und viel Feuerwerk, mit Happy End und vielen Partymöglichkeiten.

Es lohnt sich in jeder Hinsicht um den 21. Juni herum einen Urlaub in St. Petersburg zu machen. Von konventionellem Entspannen ist hier nicht die Rede. Denn wenn die Nächte zu aufregend und schön sind, um zu schlafen und die prachtvollen Gebäude und Schlösser, deren Kuppeln im Sonnenlicht schimmern einen Tagsüber in ihren Bann ziehen, steht Ausruhen selten auf dem Plan. Dafür bieten sich dann die Gondeln an, die unter den vielen Brücken auf der Newa, dem Fluss der Zarenstadt, vor eindrucksvoller Kulisse entlangpendeln. Gerade zur Zeit der weißen Nächte ist dieses Erlebnis nachts wunderschön. Zu zweit können du und dein Partner im seichten Wellengang schaukeln und kann etwas essen, während die Lichter der Großstadt gemächlich vorbeiziehen.
Eine Fahrt entlang des Gribojedow Kanals führt dich zudem direkt an einem der schönsten Wahrzeichen der Stadt vorbei, der Auferstehungskirche. Ihre blau-gelben, grünen und goldenen Turmkuppeln inspirieren und regen die schönsten Fantasien an. Vor allem im Abendrot, oder unter strahlender Sonne wirkt die Kirche, wie aus einem Bilderbuch.

(c) CC0 Public Domain, Pixabay.com

In der Stadt

Die Liste der sehenswerten Gebäude ist lang. Das von außen und innen beeindruckende Kunstmuseum Eremitage, die Smolny Kathedrale, die Peter und Paul Kathedrale (vor allem vom innen wunderschön durch die vielen Goldornamente), sie alle warten darauf entdeckt zu werden.

Auch der größte Buchladen der Stadt, das Singerhaus, lockt durch grandiose Jugendstil-Architektur und wenn du nicht wegen der Bücher hingehst, so kann man doch in prunkvoller Atmosphäre einen Kaffee im Erdgeschoss des Hauses genießen. Am besten ist jedoch beides, mit einem guten Buch in der Hand die ganz besondere Stimmung auskosten.
Um ein traditionelles Essen zu essen, kommst du eigentlich, um das Bœuf Stroganoff nicht herum und ehrlich gesagt kann man da auch nichts falsch machen, solange man kein Vegetarier ist. Rind, Dill, saure Sahne, Gurken und Gemüse gehören zum Gericht und jedes Lokal in St. Petersburg hat sein eigenes Familienrezept.

Die weißen Nächte

Aber zurück zu den weißen Nächten. Ein Traum wird wahr, wenn in einer der Nächte das Feuerwerk gen Himmel steigt, über dem Fluss vor der Peter-Paul Festung. Nachts fährt ein Segelschiff entlang der Newa, dessen Segel roter Leuchten als die Abendsonne. Das aufwendig inszenierte Schauspiel findet gegen Ende Juni statt, meistens am Samstag, der der kürzesten Nacht, also dem 21. am nächsten ist und bietet jedem Romantiker einen Augenschmaus. Eingeläutet durch ein offenes Konzert auf der Strelka der Wassiljewski-Insel fährt das Schiff unter Musik, Feuerwerk und malerischem Himmel auf der Newa entlang. Das Zentrum von St. Petersburg wird dafür weiträumig für den Straßenverkehr abgesperrt. Die Metro bleibt aber in Betrieb. Such dir und deinem Partner einen Platz, von dem ihr beide die Flusspassage zwischen Eremitage und Wassiljewski-Insel gut im Blick habt und kuschelt euch aneinander. Alles andere geschieht ganz von allein vor euren Augen und ihr werdet meinen in einem Traum zu sein. (CD)

(c) CC0 Public Domain, Pixabay.com