Ein Herz und eine Krone – Oder wie Audrey Hepburn zum Star wurde

0
201
Ein Herz und eine Krone
Quelle: Amazon.de

Andy Warhol sagte, dass in der Zukunft jeder Mensch seine 15 Minuten Ruhm haben wird. Mit Youtube, Talkshows und Co. scheint diese Aussage sich mehr als bewahrheitet zu haben. Prominenz als Produkt ist wahrlich keine Mangelware, unsere Überproduktion ist fast schon unökonomisch. In stätigem Flux, wandert mediale Aufmerksamkeit von Person zu Person. Nur ein paar wenige Ikonen stechen raus aus diesem medialem Gedränge. Menschen wie Johnny Cash, James Dean, Madonna und aber auch, Audrey Hepburn.  Ein Herz und eine Krone ist ein perfektes Beispiel von der Zeitlosigkeit des klassischem Hollywood.

Ihr Bild, im schwarzen Kleid mit Perlenkette und Zigarette, aus Frühstück bei Tiffanys (1958) schmückt die Wände vieler Mädchen und  Frauen. Doch wo fing die Ikonisierung Hepburns an? Das Jahr ist 1953, der Film Ein Herz und eine Krone, die Darbietung entwaffnend charmant. Der Film erzählt eine umgekehrte Aschenputtel Geschichte. Anstatt eines armen Mädchens, welches von einem besseren Leben träumt, ist Prinzessin Ann (Audrey Hepburn) gefangen im Goldenen Käfig. Sie träumt von einem Leben als normaler Mensch. Ein Leben selbst bestimmt und authentisch. Bei einer Staatsreise nach Rom schlüpft sie ihren Aufpassern davon, und gibt sich fortan als einfaches Mädchen aus. Auf ihrer Exkursion trifft sie den Journalisten Joe Bradley (Gregory Peck). Dieser wittert die Story seines Lebens, in der naiven Ann, und tut so als würde er sie nicht erkennen. Doch während die beiden mehr und mehr Zeit miteinander verbringen, bekommt der sonst so coole Bradley Gewissensbisse. Vor der Kulisse Roms verlieben sich die beiden, wissend das ihre gemeinsame Zeit nicht von Dauer sein kann. Und so genießen Joe und Ann die Stadt und ihren Charme in vollen Zügen, so lange sie noch können.
Über 60 Jahre später hat der Film seine Anziehungskraft nicht verloren, ganz im Gegenteil. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen Roms in den 50ern, sind wie eine nostalgische Zeitkapsel, und die Sahne auf einem ohnehin schon unwiderstehlichem Stück Filmgeschichte. Das konstant unterhaltsame, und perfekt geschriebene Drehbuch von Dalton Trumbo, lässt den Film so angenehm wie eine warme Sommerbrise wehen, ohne sich in Floskeln zu verlieren. Romantisch ohne Kitsch, unterhaltsam ohne Plattheit und Langeweile.
Fast schon schockierend für aktuelle Maßstäbe, wurde „Ein Herz und eine Krone“ für zehn Oscars nominiert. Heutzutage bekommen nur Filme, mit seltenen Ausnahmen, mit gewissen Themen eine Nominierung. Als leichte Komödie, wenn auch herausragend in seinem brillanten Ende, würde der Film in der Gegenwart weniger Anerkennung bekommen. Von den zehn Nominierungen gewann der Film drei, darunter auch für die „Beste Schauspielerin“ für die zuvor unbekannte Audrey Hepburn. Eine verdiente Leistung wenn man bedenkt das Gregory Peck damals schon ein Star war, Hepburn dennoch ihm die Show stielt als naive, aber starke Ann. Der Rest ist Geschichte, denn ihre Karriere stieg auf wie ein Komet in den Sternenhimmel von Hollywood. Eine echte Aschenputtel Geschichte.(LH)