Eva Croissant: Singer-Songwriterin mit Herz in jedem ihrer Töne

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Eva Croissant
Foto: Amazon.de

Mutig, natürlich, ehrlich und daher bezaubernd schön – so oder so ähnlich lässt sich Eva Croissants menschliche Seite beschreiben, die in all ihren Liedern so schön hervortritt. Und genau deshalb lieben sie die Leute. Und auch genau deshalb wird sie ernst genommen. Weil sie es ehrlich meint mit dem, was sie schreibt und aussagt in ihren Songs. Und das merkt man! Denn nur dann nimmt man einem die eigene Musik auch ab – was bei Eva kein auch nur anzudenkendes Problem ist; man frisst ihr quasi aus der Hand, wenn sie singt. Man kann nicht anders, als das glauben, wovon sie singt! Und das ist schön und selten zugleich. Und daher wirklich wertvoll!

Genau das mag auch ich an ihrer Art und Weise des Umgangs mit der Welt und mit der Musik im Speziellen so sehr. Sie scheint immer ganz sich selbst zu sein; man hat nie den Eindruck, sie würde sich verstellen. Nein, das tut sie nicht. Sie ist, wer sie ist. Und das ist gut so. Denn etwas anderes hat sie auch nicht nötig. Weil sie genau weiß, dass es nicht funktioniert, wenn man jemand sein will, der man eben nicht ist. Solche und viele andere Lebensweisheiten beschreibt sie in den Versen ihrer Lieder, die wie herausgeschnitten scheinen aus ihrem Leben. Die sehr genau zugeschneidert sind auf bestimmte Situationen im Leben. Sehr oft emotionaler Art

Und in genau diesen Dingen ist Eva Croissant Meisterin. Zunächst einmal im Schreiben der Songtexte – die richtigen Worte zu treffen, nicht zu viel sagen zu wollen, und aber doch mit den nötigen Worten genau das treffen zu können, worauf man abzielt mit dem Lied. Da ist bei ihr, so muss ich gestehen, nur noch ganz wenig Luft nach oben – denn das hat sie so sehr drauf! Sie hat es heraus, mit all ihren Mitteln und Fähigkeiten genau auf die Art ihre Lieder zu texten, dass jeder Mensch damit was anfangen kann. Und dass ganz klar ist, wovon sie spricht. Sodass es jedem möglich ist, all die Gedanken, all die Gefühle, all das an Herzschmerz, was Eva in so gut wie jedes ihrer Lieder gelegt hat, übertragen zu können – übertragen auf das eigene Leben, auf die eigene Situation, in der man steckt! Und das ist nun einmal sehr wichtig und im Grunde genommen bereits die halbe Miete. Denn mit schlechten Texte ohne Tiefgang als Mädel mit Gitarre, vielleicht mal noch ein, zwei Begleitinstrumentalisten, zu performen, wäre es ohnehin schwierig, ins Innere der Herzen der Zuhörer zu gelangen.

Doch die andere „halbe Miete“ – die ist sozusagen die Paradediszipilin von Eva Croissant: nämlich das Singen und Darbieten selbst! Darin ist sie einfach Spitzenklasse. Sie versteht es scheinbar mühelos, Gänsehautmomente herzuzaubern. Ob es nun um das Ersehnen eines geliebten Menschen, um die Trauer nach einem Verlust, um die momentane unbändige Lebensfreude, um Angst vor der Ungewissheit der Zukunft mit bzw. ohne jemanden, oder aber um bestimmte Entwicklungen im Miteinander der Weltengemeinschaft geht – es gelingt der Musikerin jedes Mal aufs Neue, dass man sich als Zuhörer angesprochen fühlt. Dass etwas an Emotionen, meist sogar eine ganze Menge davon, übertragen wird auf die Hörer. Dass Funken von Emotionalität entstehen, die eben gerade nicht im Text stehen, sondern zwischen den Zeilen zu lesen sind. Doch auch dafür ist eben die Sängerin mit ihrer Darbietung zuständig: dafür zu sorgen, dass die Leute mitgerissen werden von dem, was man da erzählt. Dass sie Geschichten hören, die sie berühren, die sie eventuell bei sich im Leben wiederfinden und zu denen sie ganz klare eigene Geschichten kennen, dass die Leute getragen werden von der Musik und dem, was sie auslöst.

Und genau diese Kunst scheint Eva Croissant im Schlaf zu beherrschen! Mit ihrer so natürlichen, ganz unkomplizierten und direkten Art wirkt das Ganze spielerisch einfach und sehr transparent – was es gewiss nicht immer ist. Doch auch ihre bescheidene Selbstdarstellung, so behaupte ich, spielt da, zumindest im Hintergrund, auch mit. Sie prahlt nicht, ist stolz, wenn sie etwas erreicht hat, aber wirkt keinesfalls arrogant. Nie. Und genau das macht sie auch so sympathisch. Die etwas zurückhaltende Art, die aber auch aus sich herauskommen kann!

Eva Croissant ist 25 Jahre alt; innerhalb Deutschlands wurde sie in erster Linie durch die Gesangs-Castingshow „The Voice of Germany“ bekannt, und zwar in der zweiten Staffel im Herbst 2012. Und schon dort merkte die Welt, was hier an Potential steckt in einem solchen einfachen Köpfchen mit ganz viel Herz. Sie überraschte und verzauberte die Menschen sowie die Juroren immer wieder neu – was ja im Grunde genommen das höchste Ziel eines jeden Musikers ist. Also Hut ab, Eva! Und weiter so!

Ihr Debütalbum kam bereits vor der Casting-Show, im Februar desselben Jahres, heraus – betitelt mit „Du bist nicht irgendwer“. Eine schöne Reihe von anmutigen, warmen, emotional angehauchten Liedern, vorgetragen und gesungen auf so wundervolle Weise, dass eigentlich jeder, der es hört, auf seine Art davon berührt wird. Und das ist doch mal ein echt hohes Kompliment.

Mein ganz persönliches bisheriges Lieblingslied von ihr ist „Im Minutentakt“ – ein Lied voller ehrlicher Bezugnahme auf sich selbst, in dem sich aber fast jeder irgendwie wiederfinden kann, wie in einem Spiegelbild seiner selbst betrachten kann. Es erzählt von einem Ich in einer schnelllebigen Welt, vollgestopft und vollbepackt mit so vielen Wünschen und Plänen, die es zu verwirklichen gilt. Es erzählt von all den großen Lebensträumen, denen das Ich hinterherrennt. Und an denen es auf eine Weise zu verbrechen scheint. Den Kontakt zu sich selbst, zum eigenen Ich, zu verlieren droht. Der derart gehetzt voranschreitet in all seinem Tun, von einem ins Nächste hineinrennt, ohne zu wissen, wo man selbst steht. Eine Situation, die nicht die schönste ist, die man sich vorstellen kann. Und doch – Eva Croissant schafft es auch hier, den roten Faden zu ziehen, hin zu einem nicht allzu melancholisch anmutenden Song; es gelingt ihr, nicht ins Pessimistische zu rutschen, sondern alles mit einem gesunden, positiven Welten-Unterbau zu sagen und auszudrücken … und alles in einem gewissermaßen milden Ton zu sagen. Das Lied macht Mut! Obwohl es eine eher traurige, nachdenklich machende Thematik schildert. Und genau diese Fähigkeit, innerhalb derer sie ganz klar die Oberhand hat, die sie so gut beherrscht, verhilft ihr zu all ihren Followern, Hörern und Liebhabern. Und das nicht zu Unrecht.

In diesem Sinne: Lasst euch verzaubern von der sowohl namentlich als auch in ihrer Musik elegant (französisch) klingenden Singer-Songwriterin!
Und: Wir werden sicher noch einiges von ihr zu hören bekommen, davon bin ich felsenfest von überzeugt.

Also: Unbedingt reinhören und eintauchen in diese wundervolle Klangwelt. Viel Spaß euch allen!  (LG)