Filmkritik: La La Land

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la la land festival

Dieser Film sorgte schon, bevor er in die Kinos kam, für viel Gerede, und noch mehr Kommentare gab es, seit er ausgestrahlt wurde. Viel wurde bereits gesagt und doch wusste ich nicht genau, was mich erwartet, als ich das Kino betrat: Sebastian, ein erfolgloser Jazz-Pianist und die versuchte Schauspielerin Mia lernen sich in Los Angeles – La La Land – kennen. Zuerst ein bisschen holprig, doch die wahre Liebe lässt nicht lange auf sich warten und mit dieser und dem Ansporn des jeweils anderen kommt dann auch der lang ersehnte Erfolg – und das alles in Musical-Form gepackt.

Meine einzige Hoffnung war, dass der Film nicht kitschig würde, und ich wurde nicht enttäuscht.

La La Land ist ein wunderschöner Film, eine Scheibe herausgeschnitten aus zwei auf ihre eigenen Weisen dramatischen Leben und einer Liebe, mit Höhen, Tiefen, Entscheidungen und Enden.

Der Film ist nicht spannend oder drastisch; er bleibt auf dem Boden, bis ganz zum Ende hin, dass in mir dann plötzlich ein Gefühl von Zerrissenheit auslöste. Ein Ende, das jeder für sich als gut oder traurig interpretieren kann und das vielleicht nicht nur mich den Tränen nahe gebracht hat. Muss man sich wirklich für Erfolg und gegen Liebe entscheiden? Ich denke, der Film will sagen, dass wir beides haben können, wenn wir es wagen, unsere Träume mit jemandem zu teilen und uns in die Träume eines anderen fallen lassen können und sie so zu gemeinsamen zu machen, als wolle er uns durch das Beispiel von Mia und Sebastian an unsere Möglichkeiten erinnern.

Die Musik ist bunt, verträumt, beruhigend und sehr romantisch und unterstreicht den Streifen perfekt. Sie erinnert neben den Tanzszenen stark an das klassische Hollywood. Die wirken beim ersten Erblicken etwas lächerlich. Warum würde auch jemand im Gehen plötzlich an einem Laternenmast schwingen und beginnen alles, was er zu sagen hat, in melodischer Form zu tun? Woher sollte diese Freiheit heute kommen, in dieser beherrschten Welt? Warum sollten zwei verliebte Menschen in einen Sternenhimmel tanzen können? Dieser Film nutzt jedoch genau diese Symbolik, er stellt die Gefühle der Träumer und Narren dar, die lange nicht erwachsen werden können, und plötzlich wirkt es nicht mehr lächerlich, sondern wie fantastische Romantik.

Man sollte den Film aufmerksam verfolgen, denn er erklärt sich nicht in Worten, sondern in den Folgen des Gesehenen und in seinen Farben und Symbolen. Neben seiner sanften Wirkung stehen die bunten, übersättigten Farben als guter Kontrast, und ich persönlich fand auch die Pointen sehr gelungen.

Letzen Endes kann ich den Film nur empfehlen, denn er zeigt das Leben in purer Form. (CD)

  • Kinostart: Januar 2017 (Deutschland)
  • Genre: Musical, Romantik
  • FSK: 0
  • Laufzeit: 128 Min.
  • Regie: Damien Chazelle
  • Darsteller: Ryan Gosling, Emma Stone, John Legend, Rosemarie DeWitt, J. K. Simmons u.a.
  • Musik: Justin Hurwitz