Filmkritik: Legend of Tarzan

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DVD: Legend of Tarzan
DVD: Legend of Tarzan

Tarzan (Alexander Skarsgård), nun „Lord Greystoke“, ist mit seiner Jane (Margot Robbie) längst aus dem Dschungel in die zivilisierte Welt zurückgekehrt. Dort führen die beiden seit acht Jahren ein zwar luxuriöses, doch auch recht langweiliges Leben im Adel. Eines Tages erhält der ehemalige Herr des Dschungels eine Einladung des belgischen Königs Leopold als Sonderbotschafter des britischen Parlaments in die alte Heimat zu reisen. Erst der US-amerikanische Anti-Sklaverei-Aktivist (Samuel L. Jackson) kann ihn von dieser Idee überzeugen: Bösewicht Leon Rom (Christoph Waltz) betreibe im Kongo im Auftrag des Königs Sklavenhandel. Eine Herzensangelegenheit für Tarzan dieser Sache selbst auf den Grund zu gehen.

Jane ist mehr als angetan, als sie von der Rückreise in den Kongo erfährt und überredet Tarzan mitkommen zu dürfen. Keine gute Idee, da die Geliebte schnell in die Hände Leon Roms gelangt und von diesem als Geisel festgehalten wird. Es ist anscheinend nicht nur Sklavenhandel im Spiel, sondern auch illegale Geschäfte mit Häuptling Mbonga, der sich, als Pfand für den Mord an seinem Sohn, an Tarzan rächen will.

„Ich Tarzan, du Jane.“ So haben wir den Klassiker in Erinnerung, doch die modernisierte Form mit Schauspielern wie Alexander Skarsgård, Margot Robbie und Christoph Waltz, hat mit den bisherigen Tarzan-Filmen nicht mehr viel am Hut. Es handelt sich auch um kein Remake der Geschichte von Edgar Rice Bourrough, sondern um eine Fortsetzung des Affenmannes: Tarzans Vorgeschichte, seine Herkunft und das Leben im Dschungel, bekommt der Zuschauer nur in kurzen Rückblenden zur Gesicht. Nun spielen Sklavenhandel und Kolonialisierung eine Rolle. Eigentlich eine schöne Idee, die Story mal aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Für mich wirkt die zu vermittelnde Botschaft bezüglich politischer Korrektheit in einem Unterhaltungsfilm jedoch eher aufgezwungen. Trotzdem gelingt es dem Film, dass man um den Kampf nach Freiheit, Gerechtigkeit und der großen Liebe mitfiebert. Drehbuchautor David Yates (Harry Potter 5-8) schafft nämlich mit „Legend of Tarzan“ eine sehr düstere und Action-geladene Version rund um Tarzans Jagd nach seiner geliebten Jane. Leider konnte der Film dem viel versprechenden Cast nicht ganz gerecht werden. Für mich waren die Story und die Charaktere zu oberflächlich und zu voraussehbar. Dabei steckt sowohl in der Geschichte, als auch in den herausragenden Schauspielern ein unheimliches Potenzial, das nur hätte ausgeschöpft werden müssen. Ein unterschwelliger, aber gleichzeitig poesievoller Tiefgang, wie er zum Beispiel in „The Jungle Book“ zu finden ist, hätte aus der neuen Tarzanverfilmung ein unvergessliches Kinoabenteuer machen können. Dadurch beeindrucken nun primär die imposanten Landschaftsaufnahmen, sowie die realistischen Tieranimationen (und vielleicht noch der durchtrainierte Körper Skarsgårds). Mein Fazit: Ein solider Blockbuster mit einer tollen Besetzung, der jedoch kaum in die Filmgeschichte eingehen wird. (LM)

  • Regie: David Yates
  • Genre: Abenteuer , Action
  • Mit: Margot Robbie, Alexander Skarsgård, Christoph Waltz
  • Nationalität: USA 2016
  • Erscheinungsdatum: 28. Juli 2016
  • FSK: 12 Jahre
  • Originaltitel: The Legend of Tarzan