Unser Interview mit: Poppy J. Anderson

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Autorenfoto Poppy J. Anderson
Autorenfoto Poppy J. Anderson

Wer ist Poppy J. Anderson, und wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Wer ist Poppy? Eine gute Frage! Poppy ist ziemlich nah am Wasser gebaut, völlig verrückt nach ihren Hunden, liebt das Außergewöhnliche, will alles am liebsten sofort und ist ganz sicher völlig durchgeknallt. Ich hoffe, dass konnte die Frage ganz gut beantworten. Zum Schreiben bin ich bereits sehr früh gekommen, da ich eine wahnsinnige Leseratte war und schon als Kind meine eigenen Geschichten aufschreiben wollte. Eigentlich hatte ich immer ein Buch dabei und habe auch während des Gottesdienstes gelesen, obwohl ich das nicht zu laut sagen sollte 😉

Du schreibst zeitgenössische und historische Liebesromane. Was fasziniert Dich so an den Genres?
Erst einmal liebe ich Liebesromane! Es gibt doch nichts Schöneres, als zwei Menschen dabei beobachten zu können, wie sie diverse Irrungen und Wirrungen überstehen, bis sie zusammen kommen. Natürlich weiß man, dass es zum Schluss ein Happy End gibt, aber das ist auch das Tröstliche an diesem Genre. Wer will nicht für ein paar Stunden dem Alltag entfliehen und dabei gemütlich auf der Couch liegen? Ich genieße es sehr, die Welt durch andere Augen anschauen zu können – und das geht am besten mit einem Buch. Da ich schon immer von Geschichte fasziniert war und sehr viel dafür geben würde, für einen Tag in der Zeit zurückzureisen und beispielsweise das 19. Jahrhundert zu besuchen, lese und schreibe ich auch gerne historische Liebesromane. Andere Zeiten und andere Länder sind absolut faszinierend und machen mich neugierig.

Inzwischen hast Du Dich als Self-Publisherin im Bereich Romance profiliert. Wie schwierig oder einfach war das?
Wenn ich jetzt sage, dass es einfach war, würde ich sicherlich Prügel von vielen Kollegen bekommen, deshalb sage ich doch einfach, dass ich extrem viel Glück hatte und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war. Tatsächlich steckt immens viel Arbeit in den letzten drei Jahren, doch komischerweise empfinde ich meine Arbeit nicht als Arbeit, weil sie mir unendlich viel Spaß macht. Es gab noch keine Minute, in der ich gefrustet oder genervt gewesen wäre. Stattdessen bin ich sehr dankbar für alles, was ich erleben und tun darf.

Wir haben munkeln gehört, dass Du dieses Jahr auch über einen Verlag veröffentlichen wirst. Ist das richtig und spruchreif? Dürfen wir darüber etwas mehr erfahren und mit unseren Lesern teilen?
Ja, es ist richtig und auch spruchreif. Ich liebe das Selfpublishing und werde auch weiterhin meine „eigenen“ Bücher veröffentlichen, gleichzeitig bin ich ein neugieriger und extrem experimentierfreudiger Mensch. Als Lübbe auf mich zukam und mir von einer grandiosen Idee berichtete, war ich sofort Feuer und Flamme und fand die Vorstellung wahnsinnig spannend, mit diesem Verlag eine neue Buchreihe zu kreieren. Da ich Buchreihen liebe, wie man angesichts meiner bisherigen Veröffentlichungen vermutlich sehen kann, passte das Projekt perfekt. Die Zusammenarbeit mit Lübbe ist unglaublich schöpferisch und tatkräftig. Und das Thema passt wie die Faust aufs Auge, da ich das Kochen liebe. Apropos … es wird eine Reihe, die nicht nur mit der Liebe, sondern auch mit dem Kochen zu tun hat 😉

Wie würdest Du Deine Bücher beschreiben: Liebesroman, Abenteuer-Liebesroman etc.? Was zeichnet sie aus? Worauf legst Du besonderen Wert?
Vermutlich würde ich meine Bücher als humorvolle Liebesromane beschreiben. Meiner Meinung nach muss es nicht nur im Bauch kribbeln, sondern man sollte auch einen Muskelkater vom Lachen bekommen. Das Drama darf natürlich nicht fehlen, aber sehr wichtig ist für mich tatsächlich der Humor. Das passt einfach zu mir.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher, die ja in den USA spielen?
Am liebsten recherchiere ich natürlich vor Ort, aber das geht nicht immer. Von meinen Reisen nehme ich immer wahnsinnig viel Inspiration mit nach Hause, aber ich recherchiere auch ganz klassisch in Büchern, rede mit Fachmännern (z.B. Automechanikern, Ärzten und Reitlehrern) und greife auch auf das Internet zurück. Außerdem sollte man kreativ sein 😉 Als ich beispielsweise über eine Notärztin schrieb, schaute ich mir dutzende Staffeln von Emergency Room an, um im Detail zu wissen, wie die Schichten geregelt sind, wer für was verantwortlich ist und wie diverse Fachausdrücke lauten. Dies ist vermutlich um einiges einfacher, als ein Praktikum in einer Notaufnahme zu machen, dort nur im Weg zu stehen und beim Anblick von Blut in Ohnmacht zu fallen.

Deine ersten großen Erfolge hattest Du mit der Titans-Serie. Wie recherchiert man als Deutsche American Football? Warum hast Du diese Sportart gewählt?
Leider ist American Football in Deutschland noch lange nicht so verbreitet wie andere Sportarten. Ich fand es schon immer faszinierend, weil das Spiel so strategisch ist, auch wenn das auf den ersten Blick nicht der Fall ist. Mein erstes Buch sollte anfangs ein Stand-alone werden. Ich hatte vom Selfpublishing gehört und wollte eines meiner Bücher veröffentlichen – nur so. Dann packte mich jedoch der Ehrgeiz und ich schrieb ein neues Buch, weil ich plötzlich die Geschichte eines Ehepaares vor Augen hatte, das sich nach Jahren der Trennung wieder sah. Ich wollte eine Liebesgeschichte anders aufrollen und nicht beim Kennenlernen anfangen. Mein Protagonist brauchte einen Beruf, der es nötig machte, oft zu verreisen und umzuziehen. Zu dieser Zeit lief Werbung für einen Footballfilm im Fernsehen und aus meinem Protagonisten wurde ein Footballspieler. Da ich diese Sportart schon sehr lange verfolgt hatte, musste ich nicht sehr viel recherchieren, weil ich schon mitten im Thema war.

Anderson, Poppy J.: Nur ein AugenblickAnfang des Jahres ist mit „Nur ein Augenblick“ der zweite Teil deiner Ashcroft-Saga erschienen. Dort geht es ja nicht um American Football und Cheerleader, sondern um teils tragische Entscheidungen und Schicksale. Die Protagonisten sind erwachsen geworden, haben Kinder. Was hat dich dazu bewegt, diese Geschichten zu erzählen?  – Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?
Man wird mich für einen Freak halten, aber diese Reihe liegt seit sieben oder acht Jahren auf meinem Rechner. „Nur ein Kuss“ und „Nur ein Augenblick“ sind lediglich 2 Bücher einer Reihe mit sehr viel mehr Geschichten. Zwar hatte ich unglaublich viel Spaß mit den Titans, der Kleinstadt Hailsboro und der Familie Fitzpatrick, aber ich wollte im letzten Jahr etwas dramatischere Wege beschreiten. In meinem Hinterkopf tauchte immer wieder diese Reihe auf, die ich längst aufs Abstellgleis geschoben hatte. Als ich sie wieder hervorkramte, verliebte ich mich augenblicklich aufs Neue, schrieb die Bücher jedoch komplett neu, weil sich mein Anspruch verändert hatte. Der Plot und die Charaktere blieben größtenteils, alles andere wurde eingestampft und neu geschrieben. Reale Vorbilder gab es nicht wirklich, dennoch habe ich einige eigene Erfahrungen mit einfließen lassen.

Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? Historische Vorbilder? Persönliche Vorlieben?
Mit der Namensgebung habe ich nie Probleme. Anfangs habe ich immer eine Ahnung, wie meine Protagonisten sein sollen, doch ich sehe sie immer als gesichtslose und konturlose Gestalten, bis ihre Namen einem Geistesblitz gleich in meinen Kopf schießen.

Auf welche exotischen Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?
Exotisch wird es auf jeden Fall, da ich im Frühjahr 2016 auch mit einem deutschen Pseudonym an den Start gehe und eine romantische Liebeskomödie veröffentliche, die im Ruhrpott spielt. Der Titel wird „Mischpoke zu verschenken“ heißen, der unter dem Pseudonym Toni Schmitz herauskommt. Ansonsten geht es wieder nach New York und Boston, doch auch die Westküste der USA steht an, da es eine weitere neue Reihe geben wird, die in Kalifornien spielen wird.

Wirst Du weiterhin im Bereich Romance schreiben oder darf man sich auch auf anderes aus Deiner Feder freuen?
Ich schätze, dass mich dieses Genre nicht so schnell los wird, denn ich bin süchtig nach Happy ends. Dennoch möchte ich mich in den nächsten Jahren ausprobieren und werde ein richtige Drama schreiben und meine historischen Wurzeln aufsuchen, doch dafür werde ich starke Nerven brauchen, weil mich dieses Projekt ganz sicher emotional sehr fordern wird.

Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?
Mh, mein Kopf und ich führen eine sehr offene und ehrliche Beziehung – ich fürchte, es gibt keine unausgesprochenen Dinge zwischen uns.

Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?
Was gefällt euch mehr? Bad-Boy oder Romantiker?

 

 

 

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