Geschenktipp: Die Kuh, die weinte

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Brahm, Ajahn: Die Kuh, die weinte

Der buddhistische Mönch Ajahn Brahm veröffentlicht in seinem Buch Die Kuh, die weinte 108 tiefsinnige und gleichzeitig witzige, liebevolle Kurzgeschichten über den Weg zum Glück. Die herzerwärmenden Anekdoten handeln von Perfektion und Schuldgefühlen, Liebe und Verbindlichkeit, Angst und Schmerz, Wut und Vergebung, Glück, Mitgefühl, Weisheit, Wirklichkeit, Werte, Freiheit und Demut bis über Leiden und Loslassen. Zusammengefasst geht es um alles, was uns irgendwann im Leben begegnen wird. Das macht „Die Kuh, die weinte“ zu einem wunderbaren Geschenk, egal ob für die beste Freundin, für den Lebensgefährten oder doch einfach für einen selbst.

Ajahn Brahm wurde 1951 in London geboren und studierte in Cambridge theoretische Physik. Seit mehr als 30 Jahren lebt er nun schon als Mönch und schafft es durch seine langjährige Erfahrung die Lehren des Buddhismus verständlich darzustellen. Brahm ist der Auffassung, dass Menschen leichteren Zugang zu Geschichten fänden, als zu abstrakten Theorien. Eine Ansicht, der ich mich nach dem Lesen von „Die Kuh, die weinte“ und der Fortsetzung „Der Elefant, der das Glück vergaß“ nur anschließen kann.

Normalerweise lese ich keine spirituell angehauchten Bücher, doch ich muss zugeben, dass mich selten etwas so sehr inspiriert hat, wie diese zauberhafte Sammlung von Kurzgeschichten. Brahms Schreibstil ist ungeheuer charmant, die Geschichten weise und liebevoll. Jede vermittelt, teils unterschwellig, teils offensichtlich, einprägsame Botschaften, die einen sowohl neue Sichtweisen, als auch Tipps für ein besseres und leichteres Leben schenken werden. Dabei darf man keine Lehrsätze erwarten, sondern vielmehr eine metaphorische Betrachtung unserer Selbst, bei der man, sobald man eine Geschichte nochmal liest, immer wieder eine neue Einsicht entdecken kann. Meistens standen mir beim Lesen entweder Tränen der Rührung oder Tränen der Freude in den Augen. Vor allem die humorvolle Schreibweise erinnert einen immer wieder daran, das Leben nicht allzu ernst zu nehmen.

Da ich mich in nahezu jede Geschichte hinein versetzen konnte, wurde mir auch vor Augen führt, dass wir alle unter denselben Ängsten und Problemen leiden. Wir sind alle auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Selbsterkenntnis und der Wahrheit, das verbindet uns und macht uns menschlich. „Die Kuh, die weinte“ ermöglicht ein Stück weit Erkenntnis und lehrt einen im Jetzt zu leben, dankbar für jeden Moment zu sein und achtsam mit seinen Mitmenschen und der Welt umzugehen. Man wird wohl selbst entscheiden können, wie viel und was man aus den 108 kleinen Anekdoten mitnimmt, doch mir haben sie viele neue Blickwinkel geschenkt. Ich kann kaum deutlicher eine klarere Kauf- und Geschenkempfehlung aussprechen, als für Die Kuh, die weinte! (LM)

  • Ajahn Brahm
  • Die Kuh, die weinte
  • Übersetzt von Martina Kempff
  • Originaltitel: Opening the Door of Your Heart. And Other Buddhist Tales of Happiness
  • Verlag: Lotos; Auflage: 23 (April 2006)
  • 239 Seiten, gebundene Ausgabe, auch als E-Book und Hörbuch erhältlich