Gibt es ihn, den perfekten Zeitpunkt für die Hochzeit?

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(c) CC0 pixabay.com

Ob Single und von einer Beziehung träumend, frisch verliebt oder seit mehreren Jahren in einer glücklichen Partnerschaft lebend – es ist eine Frage, die sich viele stellen: Wann ist der ideale Zeitpunkt, um zu heiraten?

Bei dieser Frage, wann für zwei Menschen der perfekte Zeitpunkt gekommen ist, um sich das Ja-Wort zu geben, können ganz unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen: Beispielsweise können Aspekte wie Kinderwunsch, Finanzplanung und eben die allgemeine Vorstellung des zukünftigen Zusammenseins und -lebens Einfluss darauf nehmen.

Doch was ist letztlich ausschlaggebend, was zeigt uns, dass es jetzt so weit ist, dass wir uns offiziell und für immer füreinander entscheiden können?

Sicher ist, dass diese Einflussfaktoren heute mittlerweile viel komplexer geworden sind, als sie noch vor etwa fünfzig Jahren waren. Denn damals stand allen voran die finanzielle Absicherung der zu erwartenden Kinder im Mittelpunkt des Betrachters, wenn es um den Zeitpunkt des Eheentscheids ging. Heute schwingen da noch um einiges vielfältigere Aspekte mit. Denn – so romantisch dieser Weg der Entscheidung auch erscheinen und sein mag – es gibt trotzdem einige rationale Komponenten, die da vor der Hochzeit berücksichtigt werden sollten (– naja, sagen wir mal so: es schadet nicht, muss aber nicht zwangsläufig der Fall sein, daher am ehesten: berücksichtigt werden können).

Schließlich ist es – basierend auf Erfahrungswerten, die man von Eltern, aus der Familie, von Freunden und gerade auch älteren Ehepaaren mit auf den Weg bekommt – nicht alleine der Ich-liebe-dich-so-sehr-also-lass-uns-am-besten-sofort-und-auf-der-Stelle-heiraten-romantic-pure-Faktor, der sich als einziges Kriterium für die Festlegung eines Hochzeitszeitpunkts festmachen lässt. Was lernen wir daraus?

Auch in Sachen Liebe und den richtig wunderschön träumerisch-romantischen Momenten des Lebens lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen, also beispielsweise auf die Frage, wie es bei den zwei Menschen, die sich sicher sind, dass sie einander das Ja-Wort geben wollen, mit der Kinderplanung so aussieht.

Da kann man schonmal so viel festhalten, als dass es – anders als früher, wo uneheliche Kinder ein vollkommenes No-Go waren, gerade im religiösen oder sozialgesellschaftlichen Kontext – heute durchaus oft dem Wunsch von Paaren entspricht, etwa zu heiraten, wenn die Kinder dieses Liebesfest auch bewusst miterleben und -feiern können, dass also die Hochzeit erstmal hinten angestellt wird, verglichen mit der Kinderplanung. Andererseits gibt es aber auch immer öfter den Fall, dass Nachwuchs gezeugt und noch in der hohen Schwangerschaftsphase geheiratet wird. Why not? Jedenfalls ist das allen Grund wert, sich darüber mit dem Partner in Ruhe Gedanken zu machen.

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Dann gibt es da noch Überlegungen, die etwaige Umstufungen in Steuerklassen betreffen, je nach „Abpassung“ von Geburtszeitpunkten im Vergleich zum Hochzeitsdatum. Hierdurch besteht also indirekt die Möglichkeit, die Höhe des Elterngelds für etwaige Kinder durch den Hochzeitszeitpunkt zu beeinflussen. Auch hier lohnt sich also ein Blick weiter … diesmal in die Steuerrechtsangelegenheit.

Dann steht natürlich – ganz groß und daher auch bei vielen Paaren hoch im Kurs – die Frage im Raum, ob man als Lebensgemeinschaft oder Ehepaar zusammenziehen und -leben möchte. Das gemeinsame Wohnen wird heute oft – übrigens wiederum eine Sache, die früher null denkbar war – schonmal im Voraus „ausprobiert“, wenn man mit dem Partner/der Partnerin zusammen ist, jedoch bevor man heiratet. So kann man sich schonmal an die kleinen Macken des anderen (und andersrum!) gewöhnen und sich sicher sein, worauf man sich später, wenn man verheiratet ist und zusammen ein Haus oder eine Wohnung kauft, mietet oder gar baut, so einlässt.

Natürlich schwingen auch hier nicht nur indirekt, sondern ganz unmittelbar finanzielle Aspekte mit, die ebenfalls berücksichtigt werden wollen, wie etwa das finanzielle Stemmen eines Immobilienkaufs oder Ähnliches vor der Hochzeit – was wirklich gut überlegt und dessen Zeitpunkt gründlich mit dem anderen abgewogen werden sollte.

Und dann wäre da noch die grundsätzliche Frage, die wahrscheinlich mit als erste aufkommt: „Wollen wir während unseres Studiums bzw. unserer Ausbildung heiraten oder erst, wenn wir voll im Beruf stehen?“ Eine Grundsatzfrage, die viel gemeinsamen Gedankenaustausch erfordert.

Neben diesen potenziell wichtigen Fragen steht aber – und das ist wohl ganz normal – auch die Abwägung des Alters beider Menschen im Raum. Spielt das für die Liebe eine große Rolle – oder besteht ein (deutlicher) Altersunterschied zwischen beiden? Alles Fragen, die man sich zumindest mal stellen kann … und zusammen drüber nachdenken. Erstaunlich, was manchmal dabei herauskommt. 😊 Oft schließt man sich mit dem Partner/der Partnerin hier insofern kurz, als dass gesagt und zu zweit festgehalten wird, dass man auf das tatsächliche Alter/den Altersunterschied nicht derart viel gibt – und auch statistisch gibt es immer mehr Ehen, die entweder mit beträchtlichem Alterstunterschied der beiden Menschen oder aber beispielsweise in einem eher fortgeschrittenen Alter beider geschlossen werden … Ohne hier irgendwie wertend eingreifen zu wollen, soll das an dieser Stelle einfach festgestellt werden.

Ist ja irgendwie auch schön, dass sich das mit der Zeit dahingehend entwickeln konnte, dass man nicht aus altüberlieferten Konventionen heraus mit einem Giftpfeil von allen Seiten, sozialer Ächtung oder sonst etwas konfrontiert wird, wenn man einen deutlich jüngeren oder älteren Menschen heiratet. An sich gar nicht so unfortschrittlich, oder? Und schließlich ist es nun mal so, dass der Altersunterschied zweier Menschen in den Kinder- und Jugendjahren aufgrund der unterschiedlichen Reife und Entwicklungsstufen viel mehr ausmacht als es später auch nur irgendwie der Fall sein kann.

Wir kennen es bestimmt alle: Als Kind oder in der Schule schreibt man seine Zukunftsvorstellungen auf, oder noch besser, man malt sie. Und da sieht man sich im Traumkleid als Braut vor dem Altar stehen, mit dem Märchenprinzen und da steht dann in einer Sprechblase: Mit 25 ist es soweit – ich werde heiraten! Und irgendwann, da zieht man dieses Konstrukt aus seiner Schublade, weil man es beim Ausmisten findet und denkt sich: „Hä, was hab‘ ich mir denn da mal gedacht? Mittlerweile bin ich 28, und ans Heiraten hab‘ ich wirklich (realistisch gesehen) noch nicht gedacht …“

Festzuhalten ist hier jedenfalls, dass es nicht DAS RICHTIGE ALTER zum Heiraten gibt, sondern dass auch dieser Zeitpunkt ganz individuell bestimmt werden muss und kann. Das als Potenzial und Freiheit zu sehen, ist doch eigentlich ganz bestärkend und erbauend, oder nicht?

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Und auch das ist normal: Jede Beziehung hat ihr eigenes Tempo – heißt: es gibt sie einfach, die Paare, die nach wenigen Monaten heiraten, während andere gefühlt ihr halbes Leben miteinander verbracht haben, bevor sie sich „trauen“… alles ganz normal. Weil individuell! Und das ist auch gut so!!!

Letztlich ist es doch eher ein Gefühl, das uns zum Bund der Ehe veranlasst als all‘ diese Überlegungen, die nun erwähnt wurden. Und doch – es lohnt sich, verschiedene Dinge zu betrachten, die eben mit ein Entscheidungskriterium darstellen können, wenn es um die Wahl des Zeitpunkts für eine Hochzeit geht.

Doch: DEN PERFEKTEN Zeitpunkt für eine Hochzeit gibt es ganz pauschal nicht. Dafür bietet unser Leben zu viele verschiedene Möglichkeiten, zu viele Türen, die man sich offenhalten kann, zu viele Faktoren, die einen beeinflussen können, von innen oder außen nund zu viele ganz unterschiedliche und auf ihre Weise wiederum völlig einzigartige Möglichkeiten, das Leben zu zweit zu gestalten. Auch irgendwie supergut, oder? 😉 (LG)