Halloween, Samhain, Allerheiligen … Zeit der Erneuerung

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Foto: Gabriele Richter
Foto: Gabriele Richter

In alten Traditionen verschiedener Ursprünge wird der 1. November als Tag des Neubeginns gefeiert. Wir ehren die uns Vorausgegangenen, Ahnen, helfenden Geister, Wesen aus der Anderwelt. Viele Mythen und Bräuche sind mit diesem Tag verbunden. Laternen, Masken, Kürbisse … Alles sind Symbole des Lichts, der Veränderung und des Wachstums.

Auch für Liebende und Suchende hat dieses Fest eine besondere Bedeutung, die uns im Alltag nicht immer bewusst ist. Eine Zeit des Innehaltens, der Ruhe und Stille … eine Oase im hektischen Alltag. Spüren wir tief in uns hinein, ob wir das letzte Jahr über liebevoll gelebt haben … Vielleicht waren es nur schöne Erfahrungen, die wir teilen durften. Dann ist jetzt die Zeit der Dankbarkeit gekommen.
Andere Erfahrungen, die wir gemacht haben, Enttäuschungen, Leid & Schmerz, Krankheit oder Verlust wollen ebenso gesehen und erlöst werden. Genau JETZT – in dieser Zeit, die dazu da ist, alles Dunkle zu erleuchten, ans Licht zu holen, unsere inneren Dämonen zu vertreiben. Wenn wir wie Kinder spielerisch unseren Schatten ins Gesicht sehen, wissend, dass wir auch Unangenehmes wieder bereinigen können, dann hat dieses Fest eine wunderbare Leichtigkeit, Humor und Lebensfreude.

Eine Zeit also des Loslassen, Erlösens, Gehen lassen … Aufräumen im Inneren und auch in der realen Welt. Trennen wir uns von altem Gerümpel, das auf unseren Seelen lastet oder in unseren Kellern verstaubt. Dinge, aber vor allem Haltungen, die uns nicht mehr gut tun, können jetzt erneuert werden. Räuchern wir das Haus oder die Wohnung aus, reinigen unser Umfeld und uns selbst und schaffen Platz für Neues. Liebevoll herbstlich geschmückt lädt unser Zuhause die Liebe und Romantik wieder ein. Die Lebensfreude kehrt zurück mit jedem Licht, das wir entzünden. Selbst gruselige Kürbismasken zeigen uns ihr mysteriöses Lächeln mit Humor.

Und auch den Ahnen gehört unser Respekt und unsere Dankbarkeit. Wir wären nicht hier ohne sie. Familienbande können wehtun, diese Erfahrung hat wohl jeder schon gemacht.
Dennoch braucht Liebe starke Wurzeln, wenn sie haltbar und verlässlich sein soll. Das gilt nicht nur für Kinder, sondern auch für jede romantische Beziehung. Die Familie, die Ahnen unseres Partners zu würdigen, egal wie oder was sie waren, wirkt sehr heilsam und pflegend auf unsere Liebesbeziehungen. Mancher Streit wird so wohltuend bereinigt.

Ein gemeinsamer Herbstspaziergang über einen geschmückten Friedhof zu Allerheiligen hat durchaus auch seine romantischen Seiten. Verbinden wir in dieser Zeit das Heilsame mit dem Wohltuenden. So wird es trotz der grauen, kühlen Tage ein liebevoller, kuscheliger November. Eine Erneuerung der Liebe, die uns im nächsten Jahreszyklus mit ihren Blüten und Früchten erfreut … (GR)