„I said yes!“ – Der Heiratsantrag und was er mit Euch anstellt

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(c) CC0 pixabay.com

Ihr habt Schmetterlinge im Bauch, mindestens genau so viele, wie am Anfang Eurer Beziehung, als Ihr Euch entschlossen habt, zusammen zu sein? Ihr fühlt Euch gerädert, weil Ihr in der Nacht vor lauter Schmetterlingen kaum die Augen schließen geschweige denn entspannt schlafen konntet und stattdessen die halbe Nacht damit verbracht habt, Eure Hochzeit zu planen? Ihr habt eure rosarote Brille aufgesetzt, ohne dass Ihr es merkt – und wenn Euch tags darauf oder auch noch Wochen danach jemand darauf anspricht, dann merkt Ihr es zwar – doch ändern könnt Ihr daran nichts, im Gegenteil: Ihr steigert Euch nur noch mehr hinein in das, was passiert ist, und freut Euch einfach unglaublich, ja könnt Euer Glück kaum fassen; in Euren Augen ist alles so schön, dass Ihr glatt die Welt umarmen und dreifach küssen könntet, wenn Ihr wolltet?!

Dann ist an der Diagnose jetzt kein Zweifel mehr: Ihr habt einen Heiratsantrag bekommen! 😊

So oder so ähnlich kann es aussehen, wenn Euer Liebster oder Eure Liebste Euch um Eure Hand gebeten hat – und Ihr JA gesagt habt!

Plötzlich scheint die Welt von einem Moment auf den anderen auf den Kopf gestellt – und Ihr, über beide Ohren verliebt – und jetzt auch noch verlobt!!! – steckt mittendrin! Ja, was so ein Heiratsantrag so alles mit einem anstellen kann …

Heiraten ist ja immer so eine Sache – und keine mindere, sich dazu zu entschließen. Da habt Ihr seit ein paar Jahren einen Partner an Eurer Seite, der Euch liebt, festhält, Euch auffängt, wenn Ihr fallt, dir Gutes tut, mit Euch lacht, feiert, Euch tröstet, wenn Ihr weint, Euer Leid teilt und eine einfach so unfassbar schöne Zeit mit Euch verbringt, da liegt es schonmal auf der Hand, dass Ihr Euch ab einem bestimmten Zeitpunkt – und nein, der lässt sich nicht kalendarisch ausrechnen – von ganz alleine fragt, ob Ihr für immer füreinander bestimmt seid und ob Ihr Euer Leben miteinander teilen wollt. Und das feiern wollt. Mit einem Hochzeitsfest. Und klar, ab und an redet Ihr drüber, kommt in Gedankenaustausch, sagt, was Ihr selbst für Euch davon haltet, wünscht, erwartet oder eben auch nicht. Und Ihr hört Eurem Partner zu, was seine Vorstellungen davon sind. Und so entwickelt Ihr einen Dialogprozess, der immer wieder, scheinbar unverblümt (denn Ihr sagt ja nicht: „So Schatz, komm‘ mal her, lass‘ uns über das Thema Hochzeit sprechen!“), aufkommt, der sich einschleicht in Euren Alltag, der sich aber so, wie er da ist, gut anfühlt. Und leise macht sich ein Gedanke in Euch breit, der Euch beide sagen lässt: „Ja, irgendwann wollen wir beide gerne heiraten!“

Doch auch dieser Entschluss – meist nicht derart plakativ gesagt wie gerade formuliert – braucht Zeit. Sowohl ihn zu fassen, als auch mit dem Entschluss zu leben. Denn vielleicht – und ja, das ist oft so – legt sich schon dadurch ein Flügel über Eure Partnerschaft, der Euch eine gewisse Prise Schutz spüren lässt, der Euch beide irgendwie sicherer verbindet als noch bisher. Und oft findet das ganz allmählich und alles ganz leise statt. Ohne viel Gerede drum. Denn schließlich geht es um das Gefühl, um Eure Gefühle füreinander.

Dann – irgendwann, wenn Ihr Euch beide Zeit gelassen habt, über diese Frage der ewigen Bindung nachzudenken und Euch allgemein dafür auszusprechen – irgendwann, da verschwindet das Thema fast schon wieder aus Euren bewussten Gedanken, aus den Gesprächen zu Hause, aus der Kommunikation mit dem Partner. Und Ihr lebt Euren Alltag in Eurer Beziehung und eigentlich seid Ihr auch ganz glücklich, so wie es gerade ist. Und Euer Partner auch. Denkt Ihr. Ist auch so. Aber eben bedingt, denn:

Euer Partner durchlebt gerade die intensivste, je erlebte Ich-zeig-jetzt-mal-Initiative-in-der-Beziehungs-Phase.

Denn er macht sich Gedanken … still und heimlich. Und zwar über den Heiratsantrag. Er malt sich aus, wie er das anstellen könnte, er schaut sich im Internet Möglichkeiten an, wie man das Ganze aufziehen kann, um die Frau an einen romantischen Ort zu entführen, der dem Gesagten würdig ist. Er spricht mit seinen Freunden an Männerabenden in der Clique über nichts anderes mehr, ja wirkt schon etwas angespannt und fixiert darauf, in den Augen seiner Kameraden. Er fragt mehrfach, ob das, was er sich ausgedacht und geplant hat, gut ankommen wird, ob das Format, das er sich ausgesucht hat, passt. Er fragt nach Details hier und da, ob man nicht noch dieses oder jenes dem Geplanten hinzufügen sollte, kurzum: Er will sich einfach seiner Sache vergewissern. Und das nicht nur einmal. Denn schließlich geht es da ja ums Ganze. Und da leiden sogar Männer – man glaube es kaum – am sonst so für Frauen bekannten Ich-frag-euch-besser-öfter-dann-nerve-ich-euch-zwar-irgendwann-vielleicht-aber-dann-kann-auf-keinen-Fall-was-schiefgeh’n-Syndrom. Und die letzten Tage vor dem Tag seiner großen Frage wirkt er auf sein Umfeld, insbesondere die Freunde, doch unruhiger als sonst, angespannter als man ihn vielleicht kennt.

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Und Ihr selbst?

Ihr merkt in Eurer Kommunikation, wenn dr Partner abends von der Arbeit nach Hause kommt, durchaus, dass irgendetwas anders ist bei ihm als normalerweise – doch wann bitteschön rechnet eine Frau gleich mit dem Größten? Ich kann’s Euch sagen: Genau nie! Denn wir träumen zwar sehr oft davon, doch sich in der Realität darauf gefasst zu machen, ist nochmal eine ganz andere Nummer. Und man will ja schließlich auch keine überzogene Erwartungshaltung entwickeln … kommt in Beziehungen auch nicht so besonders gut.

Na, jedenfalls fällt Euch auf, dass Euer Partner seit einigen Tagen irgendwie anders wirkt – auf eine Weise verändert, als ob irgendwas nicht stimmt. Und Ihr fragt ihn, weil Euch das auffällt und bekommt Antworten wie: „Ach, ich bin einfach gerade noch nicht wieder auf der Höhe, noch erkältet und dadurch nicht ganz fit und etwas verwirrt.“ Solche und andere ähnliche Antworten lassen Euch– und das ist im normalen Leben auch gut so! – ja nicht einfach so stutzig werden. Ihr nehmt es hin, denkt Euch nichts weiter dabei. DENN WELCHE FRAU DER WELT RECHNET SCHON DAMIT, DASS DER PARTNER GERADE IHREN HEIRATSANTRAG PLANT, NUR WEIL ER NICHT GANZ AUF DER HÖHE ZU SEIN SCHEINT?! – eben: KEINE! Ist doch klar, denn Ihr denkt ja nicht sofort ans große Ganze, wenn Euch nur minimale Kleinigkeiten auffallen … und vor allem: Ihr denkt nicht gleich 1000 Schritte weiter.

Es ist verrückt – denn irgendwann, etwas im Nachhinein des Antrags, da lässt Euch das ganze Irrtümliche, was Euch auffiel und dazu veranlasst hat, den Partner zu fragen, ob denn alles in Ordnung sei, schmunzeln … und Ihr entdeckt erst, wie sehr das Ganze sich doch angebahnt hat. Doch: Mit wissenden Augen versteht sich schnell, so viel ist längst bekannt. Für eine nichtsahnende baldige Verlobte ist das keineswegs so. Und so müsst Ihr irgendwann nach dem dagewesenen Antrag – und nein, ich möchte jetzt gar nicht eintauchen in all‘ die denkbaren Umsetzungen des Heiratsantrages; sagen wir einfach: er war umwerfend, ihr habt nicht damit gerechnet an dem Tag und ihr habt freudestrahlend und völlig überglücklich JA gesagt – herzhaft lachen, wenn Euer Verlobter – ja, so heißt der Partner jetzt 😊 – erzählt, wie er versucht hat, im Vorhinein alles zu verheimlichen und nicht vorschnell ans Licht kommen lassen, wie er sich durchweg angestrengt hat, so zu tun, als sei nichts dabei, auch wenn er sich gerade seine Heiratsantragsrede durch den Kopf gehen lässt oder gerade vom Ring-Kauf nach Hause kommt.

Und plötzlich ist alles wie ein großes Puzzle, das Ihr vor den Augen habt und das sich nach und nach – mit allem, was Ihr austauscht über den Ablauf des großen Tages der Frage aller Fragen, Puzzleteil für Puzzleteil – zusammensetzt zu einem großen Ganzen.
Und das große Ganze seid IHR, die Ihr nun Verlobte seid. Und Ihr musst einfach nur lächeln.

Seid überglücklich.
Total euphorisiert.
Völlig von den Socken.
Schon wieder auf Wolke sieben?! Kaum zu fassen!!

Das sind Gefühle, die dann hochkommen – und ihr habt plötzlich das Gefühl, hormongesteuert zu sein, seid hypereuphorisch, ständig gut drauf (ach was: gut ist gar keine Ausdrucksweise: sensationell gut!) und lauftt die ganzen nächsten Wochen mit einem breiten Grinsen über das ganze Gesicht durch die Welt. Denn Ihr, Ihr wurdet gefragt, ob Ihr Euer Leben mit Eurem Traumpartner teilen wollt, mit ihm eine Ehe eingehen möchtet, ob auch Ihr seine Ehefrau werden wollt – und Ihr habt einfach mal so JA gesagt. Das alles wirklich zu fassen, was es heißt, als Frau um die Hand angehalten zu werden, das braucht Zeit – und genau deshalb seid Ihr so supergut drauf: Die Post-Verlobungsphase ist meiner Meinung nach die tollste Zeit eines Paares, denn sie ist natürlich gleichzeitig auch die Prä-Hochzeitsphase, und die ist bekanntlich – trotz der vielen Planungen – superschön!

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Vor allem aber werdet Ihr Euch dessen bewusst, was es wirklich heißt, verlobt zu sein. Ihr realisiert, dass Ihr beide immer stärker zusammenwachst, eins werdet – und auf dem Weg dahin ist die Verlobung schonmal der allergrößte Schritt – bravo! Also: Ihr habt es Euch verdient, mit einem Lächeln durch die Welt zu gehen, was genau das ausstrahlt, was Ihr nun Seid: Verliebt und nun auch noch verlobt! 😉 Genießt es – herzlichen Glückwunsch!!! (LG)