Iguazú – Die tosenden Wasser Südamerikas

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Iguazu Wasserfälle Manfred Jansen pixelio.de
(c) Manfred Jansen, pixelio.de

Wer die Niagarafälle gesehen hat, wird erst über die Wasser des Iguazús so richtig staunen. Denn diese sind fast dreimal so groß und an der höchsten Stelle 82 m hoch. Sie bilden eine U-Form und sind 150 m breit und 700 m lang. Von zwei Ländern, Argentinien und Brasilien, zeigen sie ihren Charme und ihre bezaubernde Schönheit. Die hiesigen Einwohner nennen sie schlicht „Cataratas“. Sie entspringen im Ort „Curitiba“, der am Dreiländereck mit Paraguay tosend in die Tiefe stürzt.

Die Guarani-Indianer erzählen sich einen erstaunlichen Schöpfungsmythos über die Entstehung des „großen Wassers“. So seien sie ein Werk des eifersüchtigen Gottes Mboi. Jedes Jahr forderte er eine Jungfrau als Opfergabe, um besänftigt zu werden. Eine Jungfrau dachte allerdings nicht im Traum daran, sich opfern zu lassen. Sie floh mit ihrem Geliebten auf einem Kanu den Iguazú flussabwärts. Geblendet von seinem Zorn schlug Mboi auf das Flussbett und erschuf dadurch eine riesige Schlucht., die man heute „Garganta del Diablo“ („Teufelsschlund“) nennt. Die Seele des Mädchens blieb dort in einem Felsen gefangen. Ihr Freund verwandelte sich in einen Baum am Ufer der Schlucht und ließ seine Geliebte nicht allein.

Eine Wanderung über diese Schlucht belohnt mit einem gigantischen Ausblick über die tosenden Wasser. Möchte man den „Teufelsrachen“ abends erleben, so kann man an einer Führung teilnehmen. Berauschend schön sind die Wasserfälle, aber auch die faszinierende Natur mit ihren 800 Schmetterlingsarten bietet ein fesselndes Schauspiel. Zuhauf sieht man tropische Vögel, Affen, Wasch- und Nasenbären. Der Dschungel beherbergt außerdem 2000 verschiedene Pflanzenarten. Genug Platz also, sich im Nationalpark einen verträumten Ort zu suchen. Doch pass gut auf Deine Tasche und Dein Essen auf. Es kann nämlich schnell passieren, dass Ihnen ein Nasenbär etwas von Deinem Proviant stibitzt …

Schau Dir dieses Naturwunder am besten von der argentinischen und brasilianischen Seite aus an. Es lohnt sich definitiv. Wer das Wasser im wahrsten Sinne des Wortes hautnah erleben möchte, besichtigt die Wasserfälle von der argentinischen Seite aus. Auf der brasilianischen startest Du am besten in „Foz do Iguacu“. Dort zeigt sich ebenfalls ein atemberaubendes Panorama der Wasserfälle.

Lass Dich für einige Stunden oder auch Tage gefangen nehmen von der magischen Atmosphäre dieses Naturwunders. Am besten bereist Du dieses schöne Fleckchen Erde zwischen März und September. Denn im Dezember und Januar ist die Hauptreisezeit der Südamerikaner und damit sind alle Stege brechend voll. Wenn Du müde wirst, kannst Du auch ein Stück mit der Bahn fahren und die Landschaft von dort aus genießen. Wer den vollen Überblick behalten möchte, kann auch den Flug mit einem Hubschrauber wagen. Wenn Du also einmal in die Region kommst, besuche unbedingt dieses beeindruckende Naturschauspiel! Man muss es einfach gesehen haben. (MW)

(c) Michael Weidemann, pixelio.de