Interview mit Isadorra Ewans

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Wer ist Isadorra Ewans, und wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Isadorra Ewans ist mein Pseudonym für die romantischen Liebesromane mit dem gewissen Etwas. Ich hatte dafür einen Namen gesucht, der sehr britisch klingt, weil die meisten Geschichten in Großbritannien spielen.
Ich hatte immer mit Worten und den daraus entstehenden Geschichten zu tun. Über mein Lektorat bin ich zum Selbstschreiben gekommen.

Du hast gerade Dein Debüt bei feelings mit einem Liebesroman, der in den schottischen Highlands spielt, gegeben. Was fasziniert Dich so an dem Genre und der Gegend? Woher kommt die Idee, genau dort die Geschichte spielen zu lassen?
Es ist die Kombination aus Landschaft und Emotionen. Jede Region bringt bestimmte Charakterzüge zum Ausdruck, die dann die Entwicklung der Figuren beeinflussen. Gerade Schottland steht im Allgemeinen für Aufrichtigkeit. Dass die Landschaft dort besonders wild und unberührt scheint, war für mich ebenfalls ein Aspekt, mich dieses Mal dorthin zu begeben. Aber auch um ein paar Erinnerungen aufzufrischen. In meiner Jugend war ich häufiger in dieser Gegend. Das hat mich wohl auch stark in meinen Erzählungen geprägt.

Wie würdest Du Deine Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus? Worauf legst Du besonderen Wert?
Ich will Emotionen erzeugen. Möchte, dass die Leser die Menschen, die ich beschreibe, vor ihrem inneren Auge sehen und dass sie, wenn sie das Buch weglegen, sagen können, „ja, das kann ich mir genauso vorstellen“. Meine Geschichten sollen Sehnsüchte wecken, die nicht mit dem Ende der Story enden.

War es schwer, einen Verlag für Deine Bücher zu begeistern?
Mit feelings arbeite ich seit geraumer Zeit bereits unter einem anderem Pseudonym zusammen. Die Idee, einen romantischen Liebesroman mit dem Hauch von Erotik zu schreiben, wuchs während dieser Zusammenarbeit. Ich konnte die Idee präsentieren und der Verlag war begeistert. Das ist nicht selbstverständlich und ich kenne auch die andere Seite. Die, in der ich als Autorin von einer Sache überzeugt bin, sich aber kein Verlag daran traut.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher?
Zum einen ist da meine eigene Erfahrung oder Erinnerungen, die ich mit mir trage. Orte, die mir besonders gut gefallen haben, verwende ich natürlich liebend gern in meinen Geschichten. In diesen Fällen beschränkt sich die Recherche auf das Nachsehen, auf Kleinigkeiten. In meinem neuen Roman, einem Krimi, sieht das schon anders aus. Da greife ich auf meine Bibliothek zurück, Lexika und das medizinische Fachwissen meines Mannes. Weil es die Thematik mit sich bringt, habe ich dieses Mal sogar meinen Sohn mit ins Boot geholt, denn der ist in unserer Familie derjenige, der sich mit dem Internet am besten auskennt. Und dabei geht es nicht nur um die Frage, wie man die Suchmaschinen am Besten nutzt.

Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?
Jein. In einigen meiner Romane waren reale Personen schon Vorbilder. Aber die Figuren in meinen Geschichten sind keine 1:1-Kopie. Normalerweise greife ich eine Besonderheit dieser realen Personen auf, die ich dann verarbeite. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie äußerst sympathische Charakterzüge in sich tragen, die mich dazu animieren, sie auf fiktionale Personen zu übertragen.

Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? Historische Vorbilder? Persönliche Vorlieben?
Zum einen sollen die Namen in die Region passen, in welcher der Roman spielt. Ich brauche das, um einen Bezug herstellen zu können. Dann sollen die Namen die Persönlichkeit dieser Figuren darstellen. Viele Namen haben eine Bedeutung und meine Helden sollen dieser Bedeutung gerecht werden. Dieses Widerspiegeln von Fähigkeiten, die man bestimmten Namen zuspricht, ist mir wichtig. Dass sich dabei persönliche Vorlieben entwickeln, ist fast schon selbstverständlich. Die Namen, die ich verwende, sind meist weit ab von dem, was man „gut aussprechen“ kann. Mainstream liegt mir nicht.

Auf welche exotischen Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?
Ich bin sehr bodenständig. Warum in die Ferne schweifen, wenn die Orte, die ich liebe, so nah sind? Meine Geschichten werden auch weiterhin in GB oder auch in Frankreich spielen. Da ich einen Großteil meines Jahres mittlerweile in der Normandie lebe, werden auch einige Geschichten dort spielen. Und ich glaube, die Inspiration, die gerade diese Landschaft bietet, wird niemals versiegen.

Wirst Du weiterhin im Bereich Romance schreiben oder darf man sich auch auf anderes aus Deiner Feder freuen?
Eine Leserin rief nach einer Fortsetzung des Romans aus Sicht des guten Sean. Vielleicht werde ich das sogar tun, aber auf jeden Fall wird es weitere Romane geben. Es bereitet mir einfach zu viel Vergnügen, gedanklich auf Reisen zu gehen. Aber als Autorin möchte ich mich natürlich auch weiterentwickeln, experimentieren. Deshalb wage ich mich jetzt an meinen ersten Kriminalroman, der im Milieu Forschung und Internet spielt. Erste Reaktionen sind sehr positiv und ermutigen mich weiter zu machen.
Sicherlich wird es auch wieder etwas aus dem erotischen Bereich geben. Ein bischen Abwechslung muss schließlich sein.

Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?
Eine sehr schwere Frage, die ich wahrscheinlich mit „Was willst Du für Dich“ beantworten würde. Aber das auch erst nach längerem Überlegen. Denn eigentlich weiß ich es: Ich möchte Geschichten erzählen, die meine Leser berühren und verführen.

Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?
Hallo, wie geht’s?