Interview mit Tara Haigh

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Haigh, Tara: Weit hinterm Horizont
Cover Haigh, Tara: Weit hinterm Horizont

Tara Haigh im Interview mit Romance Newsboard über ihr Buch Weit hinterm Horizont

RNB: Wie bist Du auf Hawaii als Handlungsort gekommen? Welche Verbindungen gibt es zwischen Deutschland und Hawaii? Sind Fortsetzungen geplant?

TH: Während der Flitterwochen auf Hawaii stieß ich auf „Hawaii und die deutschsprachigen Völker“ von Niklaus. R. Schweizer, der in Honolulu Geschichte lehrt. Die historisch interessante Verbindung zwischen Deutschland und Hawaii hat mich sofort fasziniert. Wer denkt schon daran, dass es einen deutschen Finanzminister auf Hawaii gegeben hat? Deutsche Arbeiter auf Zuckerrohrplantagen? Eine deutsche Stadt? Das musste einfach in unterhaltsamer Form erzählt werden und wird mit Band zwei, an dem ich gerade arbeite, fortgeführt.

Foto: Tara Haigh HawaiiRNB: Wie würdest Du Dein Buch einordnen: Liebesroman, Abenteuer-Liebesroman etc.?

TH: Der Roman ist dem Genre „Love and Landscape“ zuzuordnen. Ich würde ihn als historischen Roman mit Liebesgeschichte bezeichnen, bei dem auch Spannung und Abenteuer nicht zu kurz kommen – also keine „Schmonzette unter Palmen“.

RNB: War es schwer, einen Verlag für das Buch zu begeistern? Ist es Dein erster Roman?

TH: Viele große Verlage haben bereits Autoren, die das Segment „Love and Landscape“ bedienen. Insofern ist es generell nicht leicht noch ein Buch dieser Art zu platzieren. Der interessante historische Aspekt und die Geschichte einer starken Frau konnten Egmont/Lyx jedoch überzeugen. Weil ich als Tessa Hennig bereits einige Bestseller geschrieben habe, traute man mir dieses neue Genre auch zu.

RNB: Hast Du vor Ort recherchiert? Wie recherchierst Du generell für Deine Bücher?

TH: Die Hochzeitsreise gab mir genug Impulse, um Hawaii fühlen zu können. Niklaus R. Schweizers Werk war eine Steilvorlage. Ich musste mich nur noch für einen romantauglichen spannenden Abschnitt aus der deutsch-hawaiianischen Geschichte entscheiden. Das war die Zeit vor dem Fall des Inselkönigreichs. Dann bemühte ich „Mr. Google“, der mich zu zahlreichen historischen Dokumenten, Aufsätzen und Bildmaterial führte. Gerade Kleinigkeiten wie Kleidung, die man damals trug, kosten oft Stunden Recherchearbeit.

Foto: Tara Haigh Hawaii

RNB: Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?

TH: Einige der Nebenfiguren haben tatsächlich gelebt, ob jetzt die letzte Königin Hawaiis, Liliuokalani oder Sanford Dole, der spätere Präsident. Man muss sich intensiv mit diesen Figuren beschäftigen z. B. mit Tagebüchern der Königin, um ihnen Dialoge in den Mund legen zu können, die ihrer Psychologie und den damaligen Verhältnissen entsprechen.

RNB: Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? Historische Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

TH: Reines Bauchgefühl. Da denke ich nicht viel nach. Allerdings schaue ich mir stets Listen mit beliebten Vornamen in entsprechenden Jahrgängen an.

RNB: Auf welche exotischen Handlungsorte dürfen wir uns in Zukunft freuen?

TH: Im April 2016 kommt der siebte Tessa Hennig Roman „Mit Oma in Roma“ heraus. Die Komödie spielt in Rom, Pompeii und auf Ischia. Es geht darin um den „Ruhestand“, der kein Stillstand sein muss und um Zeit, die viel zu wertvoll ist, um sie sich zu „vertreiben“. Der zweite Hawaii Roman wird natürlich wieder auf der Pazifikinsel spielen.

RNB: Wirst Du weiterhin im Bereich Romance schreiben, oder darf man sich auch auf anderes aus Deiner Feder freuen?

TH: So paradox das klingen mag. Mein Lieblingsgenre ist der Thriller. Neben den Komödien und „Love and Landscape“ ist ein drittes „Label“ geplant, damit ich mich endlich einmal auch in diese Richtung „austoben“ darf.

RNB: Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?

TH: Wie kann es sein, dass die Figuren nach wenigen Buchseiten ein Eigenleben entwickeln und es mir so vorkommt, als würde ich nur noch aufschreiben was sie zu erzählen haben?

RNB: Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?

TH: Mich würde interessieren, ob man meine persönliche „Handschrift“ bei Hennig und Haigh, also aus zwei unterschiedlichen Genres, trotzdem herausliest.

Foto: Tara Haigh Hawaii  Foto: Tara Haigh Hawaii  Foto: Tara Haigh Hawaii

 

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