Interview-Mittwoch mit Bettina Kiraly

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Bettina Kiraly, (c) Robert Syrovatka

Am heutigen Interview-Mittwoch stellen wir Euch wieder eine ganz besondere Autorin vor: Bettina Kiraly, auch bekannt als Betty Kay. Ob erotische Romane, Gay Romance, Geschichten mit Mystery-Anteil oder historische Liebesromane – die Autorin ist gerne in verschiedenen Genres unterwegs.

Doch ein Thema zieht sich durch alle ihre Bücher: Die Liebe in all ihren Facetten! Warum ihr dies so wichtig ist, hat uns Bettina Kiraly im Interview erzählt. Außerdem hat sie uns verraten, wie sie auf die Idee kam, die „Romance Alliance“ zu gründen. Aber dazu später mehr 😉

Wer ist Bettina Kiraly und wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich bin eine 1979 geborene Autorin aus Niederösterreich. Hier lebe ich mit meinem Mann und meinen beiden Kindern. Gestartet hat meine Schreibkarriere natürlich mit der Liebe zum Lesen. Die Geschichten haben sich in meinem Kopf verselbstständigt. Irgendwann habe ich begonnen, mir eigene Handlungen auszudenken. Lange habe ich nur mit Worten gespielt. Vor gut zehn Jahren habe ich dann mein erstes Buch im Selfpublishing veröffentlicht.

Sie schreiben im Bereich Romance. Was fasziniert Sie so an diesem Genre?

Der Liebe kann sich niemand von uns entziehen. Ich glaube, kein Mensch sehnt sich nicht tief in seinem Inneren nach der Nähe zu einem anderen. Für mich ist die Entwicklung einer Liebe vom ersten Zusammentreffen bis zum hoffentlichen Happy End eine wahnsinnig spannende Reise. Man erfährt dabei so viel über die Charaktere.

Wie würden Sie Ihre Bücher beschreiben? Worauf legen Sie besonderen Wert? Was zeichnet die Romane aus, die Sie unter den Pseudonymen Betty Kay und Ester D. Jones verfassen?

Zuerst muss ich gestehen, dass das Pseudonym Betty Kay bald ganz verschwinden wird. Ich habe den Namen für meine Veröffentlichungen gewählt, weil meine erste Buchreihe in Amerika gespielt hat. Danach habe ich unter diesem Pseudonym Romane mit Mystery-Anteil veröffentlicht. Inzwischen bin ich Betty Kay entwachsen und stehe ganz zu mir. Dennoch bin ich froh, durch das Pseudonym Ester D. Jones den historischen Hintergrund einer Geschichte deutlich hervorstreichen zu können.

Ich möchte Geschichten schreiben, die intensiv sind, anders, nachdenklich, berührend. Obwohl die Liebe immer im Vordergrund steht, geht es in meinen Büchern meistens um Themen, die alle von uns beschäftigen. Von Kitsch versuche ich mich fernzuhalten, aber romantisch und erotisch darf es gerne werden. Müsste ich meine Bücher knapp zusammenfassen, würde ich sagen, es handelt sich um Spannungsromane über starke Charaktere, die um ihr Stück vom Glück kämpfen.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich arbeite Wochentags den Vormittag über. Abends habe ich nochmal eine Stunde Zeit, mich vor den Laptop zu setzen. Am Wochenende schaffe ich es meistens vor dem Aufstehen der Kinder, weiter an meinen Romanen zu schreiben. Die übrige Zeit spannen mich ganz meine Kinder ein. In Österreich gibt es neun Wochen Ferien. In den Sommermonaten war ich daher nicht besonders produktiv. Aber ich bin sehr froh, flexibel und unabhängig als Autorin tätig sein zu können.

Was inspiriert Sie für Ihre Geschichten?

Dafür ist gar nicht viel notwendig. Oft ist es ein Fragment eines Traumes oder ein vages Gefühl, das mich beschäftigt und sich nach und nach zur Handlung eines Romans zusammensetzt. Musik kann einen Film in meinem Kopf in Gang setzen. Manchmal beobachte ich zwei Menschen auf der Straße, überlege, welche Geschichte sie verbindet, und schon kann ich einen groben Plot notieren. Ich liebe spannende Ausgangssituationen, die meine Helden vor Herausforderungen stellen.

Wie recherchieren Sie für Ihre Bücher?

Bei historischen Liebesromanen recherchiere ich in anderen Büchern und im Internet. Fantasygeschichten erlauben mir, wilde Vermutungen für die Zukunft anzustellen. Bei zeitgenössischen Romanen muss ich meist nicht so viel recherchieren. Außer es handelt sich um meine Sport Romance Racing Love. Dafür sehe ich mir Formel 1-Rennen an und war vor Jahren live beim ersten Rennen in Spielberg nach der langen Pause mit dabei.

Haben Ihre Protagonisten reale Vorbilder?

Natürlich hat jeder Held Eigenschaften, die ich von anderen Menschen kenne. Es gibt aber keinen Protagonisten, den ich zur Gänze nach einem realen Vorbild forme. Ich versuche meine Helden so zu gestalten, dass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Jeder Charakter hat ein wenig mit mir zu tun, auch wenn das vielleicht nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist.

Wie entscheiden Sie über die Namen der Protagonisten? Gibt es Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Ich entscheide mich beim Namen für meine Protagonisten nach Gefühl. Während der Planungsphase lerne ich sie gut kennen und überlege dann, was zu ihnen passt.

Auf welche exotischen Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Ich versuche mich gerne immer wieder an neuen Genres. Als Handlungsort wähle ich am liebsten Österreich, weil oft typisch österreichische Begriffe in meinen Texten auftauchen. Das passiert von ganz allein 😉. Ein paar sehr Fantasy-lastige Geschichten wollen auch unbedingt zu Papier gebracht werden. Die spielen dann an aus heutiger Sicht exotischen Schauplätzen.

Können Sie uns schon etwas zu Ihrem neuen Buch verraten?

Im Augenblick arbeite ich an Teil fünf und damit dem Abschluss meiner Racing Love-Reihe. Danach werde ich mich an eine Gay-Fantasy-Geschichte wagen, die mir seit dem Sommer im Kopf herumschwirrt. Ein Roman über Gut und Böse oder das, was wir dafür halten. Bevor das Buch allerdings in veröffentlichungsfähiger Form vorliegt, erscheint am 29.9. „Teamwechsel des Herzens„, der vierte Teil der Racing Love Reihe. Ein Gemeinschaftsprojekt der Romance Alliance wird im Dezember veröffentlicht, und zwei bereits einmal veröffentlichte Geschichten werden in neuem Kleid erscheinen. Bis Anfang nächsten Jahres habe ich also reichlich zu tun.


Sie haben die „Romance Alliance – Bücher mit Herz“ quasi ins Leben gerufen. Was können Sie den Lesern darüber erzählen? Was bedeutet die „Romance Alliance“ für Sie?

Entstanden ist die Idee zu der Autorengemeinschaft Ende 2014. Ich wollte einen Adventskalender machen, war mir aber bewusst, den nicht alleine auf die Beine stellen zu können. Ich habe ein paar Autorenkolleginnen angefragt, ob sie mit mir gemeinsam eine Aktion starten wollen. Danach sind wir in Kontakt geblieben. Wir haben beschlossen, uns gegenseitig zu unterstützen.

Inzwischen sind wir zwanzig Autorinnen, helfen uns gegenseitig bei Autorenproblemen und schreiben auch gemeinsam. Die Mitglieder der Romance Alliance sind für mich Autorenfamilie. Im Februar dieses Jahres haben wir in Zusammenarbeit mit dem dp DIGITAL PUBLISHERS Verlag unsere eigene Buchreihe ins Leben gerufen. Die Love Shots sind kleine Happen für zwischendurch, von denen jeden Monat ein Kurzroman erscheinen. Infos gibt es auf unserer Homepage www.romance-alliance.com.

Haben Sie ein Guilty Pleasure, das Sie mit uns teilen möchten?

Bei dieser Frage musste ich etwas überlegen. Ich glaube, mein heimliches, wenn auch nicht sündhaftes Vergnügen ist das Lesen von historischen Liebesromanen. Das entspannt mich wunderbar und motiviert mich zum Schreiben.

Welche Bücher lesen Sie in Ihrer Freizeit? Welches im Moment?

Ich lese am liebsten Liebesromane mit Humor und einem Hauch Spannung. Im Moment lese ich „Hochzeitsplaner nicht inbegriffen“ meiner Romance Alliance-Autorenkollegin Kathrin Fuhrmann.

Welches Buch/welchen Autor würden Sie uns als aktuelle Leseempfehlung geben und warum?

Ich habe „Das Geisterhaus“ von Isabell Allende geliebt. Bei der Lektüre dieses Buches wurde mir vor Jahren klar, wie magisch ein fantastischer Handlungsstrang in einem Nicht-Fantasy-Roman sein kann. Eine traumhafte Geschichte, die bestimmt viele Ihrer Leser begeistern kann.

Welche Frage würden Sie sich selbst gerne stellen?

Wo siehst du dich in zehn Jahren? Die Antwort darauf: Ich hoffe bis dahin genug Erfahrung für einen eigenen Verlag gesammelt zu haben.

Welche Frage/n würden Sie gerne an Ihre Leser richten?

Mit welcher Art von Geschichte könnte ich Euch glücklich machen? Was ist Euch bei Romanen wichtig und sollte ich unbedingt beachten? Schickt mir eure Anregungen gerne an: kontakt@bettina-kiraly.at.

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