Interview-Mittwoch mit Cathy Maxwell

0
404
(c) Cathy Maxwell

Cathy Maxwell ist bekannt für ihre historischen Liebesromane aus der Regency-Zeit. Warum sie ein Faible für diese Zeit hat und warum ihr Power-Naps in den Schreibphasen so wichtig sind – das hat uns Cathy Maxwell im Interview erzählt.

Wer ist Cathy Maxwell und wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Wow, wer ich bin? Eine verheiratete Frau, eine Witwe, eine Mutter, eine Großmutter … alles im Wechsel 😉 Ich war Offizierin der Marine, ganuso wie eine normale Seglerin. Ich habe in einer Uhrenfabrik gearbeitet und als Reporterin. Sagen wir, ich bin niemand, der Dinge nur halbherzig tut. Es scheint fast natürlich, dass ich Autorin geworden bin. Das Schreiben hat mich immer wieder fasziniert. Ich kann alle meine Erlebnisse verwenden, um Geschichten zu erfinden.

Um Autorin zu werden, muss man nur das Naheliegendste tun – ich saß am Tisch und begann zu Schreiben. Als Autorin auch Geld zu verdienen, ist um einiges schwieriger. Das Geheimnis ist, nie aufzugeben. Das wollte ich schon öfter in meiner zwanzigjährigen Laufbahn. Ich habe aber gelernt, meine Angst zu überwinden. Ich werde die Geschichte nie richtig verstehen. Jedenfalls nicht komplett. Aber wenn die Leser dann ihre eigene Phantasie miteinbringen – dann wird es magisch.

Sie schreiben historische Liebesromane. Was fasziniert Sie so an diesem Genre?

Historische Romane haben meine Phantasie schon vor einigen Jahren beflügelt, als ich zum ersten Mal etwas von Georgette Heyer gelesen habe. Ich mag diese dünne Verblendung der Geschichte, wenn man auf manche Dinge schaut, die die Welt bewegt haben. Ich habe beschlossen, meine Bücher in der Regency-Zeit anzusiedeln. Das Kasten-System der damaligen Zeit dient den Geschichten oft als Antagonist. Wir müssen alle lernen, unsere Berufung zu finden und dass es Regeln gibt, die man auch mal unter den Haufen werfen muss … Aber ein Buch entgegen dem historischen Hintergrund anzusiedeln, kann diesen Handlungen zusätzliches Gewicht verleihen. Und wie es dann so oft der Fall ist, hilft uns die Fiktion, unsere eigene Einstellung zum Leben und der Welt zu überdenken. Außerdem gibt es in dieser Zeit wunderbare Dinge, wie märchenhafte Pferde, wunderschöne Kleider und Männer in hohen Stiefeln 😉

Wie würden Sie Ihre Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus und was ist Ihnen persönlich wichtig?

Diese Frage ist schwierig. Ich schreibe instinktiv und versuche, mich selbst nie festzunageln. Was die Bücher besonders macht und was ich wichtig finde? Ich glaube, das könnte der Mix aus Humor und den Herausforderungen des Lebens sein. Meine persönliche Weltanschauung geht sehr in Richtung Optimismus. Liebe und ihre Wegbegleiter und Großmütigkeit sind wichtig.

Wie recherchieren Sie für Ihre Geschichten?

Immer wenn ich kann. Ich schaue permanent nach Geschichten. Ich schaue alles ganuaer an, was mich interessiert, sammle Bücher und suche im Internet nach irgendwelchen Nebensächlichkeiten 😉

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Ihnen aus? Sind Sie eher organisiert oder bestimmen das Chaos oder vielleicht sogar Ihre Protagonisten Ihren Alltag?

Jede Phase des Buchs braucht ihre eigene Vorgehensweise. Der erste Entwurf verlangt danach, dass ich nicht so diszipliniert bin, sondern Zeit im Garten oder beim Spazieren gehen verbringe, um zu überlegen. Power-Naps zwischendurch sind auch notwendig. Der letzte Punkt verwirrt meine Freunde oft etwas – wenn ich ein Buch zu Ende schreiben sollte, aber stattdessen schlafe 😉

Und dann kommt die Zeit, in der ich wirklich Worte aufs Papier bringen muss. Ich mag keine ersten Entwürfe. Ich muss mich selbst bestechen, um zu schreiben und das braucht Zeit. Ich bin disziplinierter, wenn es um die folgenden Entwürfe geht. Wenn ich dann etwas zu Papier gebracht habe, habe ich Spaß daran, mit der Geschichte zu spielen. Der Trick dabei ist, genügend Zeit dafür übrig zu lassen. Nebenbei gesagt, hat jedes Buch seine eigene Herausforderung. Nur weil ich eines geschrieben habe, heißt das nicht, dass ich ein weiteres schreiben kann … das denke ich zumindest.

Haben Ihre Protagonist*innen reale Vorbilder?

Nein. Wie langweilig.

Wie entscheiden Sie über die Namen Ihrer Protagoinist*innen? Historische Vorbilder, Persönliche Vorlieben?

Namen zu finden ist schwierig. Der Name muss sofort richtig sein und dafür habe ich keinen Zaubertrick. Manchmal hat ein Charakter während des ersten Entwurfs vier oder fünf Namen, bis ich mich für einen entscheide.

Auf welche (exotischen) Geschichten von Ihnen dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Ich bin durch und durch britisch. Momentan schreibe ich an einer neuen Reihe: “The Logical Men’s Society’s Guide to Dangerous Women.” Das erste Buch wird 2020 erscheinen. (Das klingt, als ob es Lichtjahre entfernt wäre – das ist es aber nicht ;-))

Haben Sie ein Lieblingsbuch? Gibt es ein Buch dass Sie Ihr Leben lang begleitet hat?

Mein Lieblingsbuch ist „Scarface of Tortuga“, das der wundervolle Andre Norton geschrieben hat. Ich las es, als ich 13 Jahre alt war und seitdem lebt es in meiner Phantasie weiter. Es geht um ein entführtes Baby, Piraten, einen Racvheakt und um Romantik. Über die Jahre habe ich einige Kopien des Buches besessen. Ich glaube, jeder Buchliebhaber hat dieses eine Buch, dass nach mehr verlangt.

Haben Sie auch im wahren Leben einen Helden/eine Heldin?

Meine Kinder inspirieren mich. Ich bewundere Menschen, die immer versuchen, weiter zu kommen. Meine Älteste ist Krankenschwester im Hospiz, der Mittlere und seine Frau sind Unternehmer und haben drei kleine Firmen gegründet, die Leuten helfen, ihre Ziele zu erreichen. Mein Jüngster ist bei der Küstenwache in der Notfallä-Bereiotschaft.

Kommen Sie in naher Zukunft mal nach Deutschland?

Ja! Ich werde im Juni zur Love Letter Convention kommen! Deutschland ist schon seit Jahren auf meiner Bucket-List!

Welche Frage würden Sie sich selbst gerne einmal stellen?

Warum schiebe ich immer Dinge auf?

Was wollten Sie schon immer mal von Ihren Leser*innen wissen?

Ich muss zugeben, dass ich einen „Buch-Hangover“ von Kristan Higgings „Good Luck with that“ habe. Ich wollte einfach nicht, dass es zu Ende geht. Ich wollte, dass die Charaktere irgendwo in unserem Universum real werden. Wie iest es mit Euch? Habt Ihr auch schon mal so eine starke Verbindung zu einem Buch gehabt? Und welches war das?

(SL)