Interview-Mittwoch mit J. Vellguth

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(c) J. Vellguth

J. Vellguth ist nicht nur Autorin mit Leib und Seele, sondern auch Physikerin. Wie es dazu kam, was sie an den Sternen inspiriert und wie J. Vellguth überhaupt zum Schreiben gekommen ist – das und vieles mehr hat uns die Autorin im Interview verraten. Seid gespannt!

Wer ist J. Vellguth und wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich bin Physikerin, Mama von zwei Kindern und lebe in der schönen Schlossstadt Brühl bei Köln. Alles hat damit angefangen, dass ich mit etwa dreizehn ein Buch gelesen habe, von einem Mädchen, die nur ein oder zwei Jahre älter war als ich. Da habe ich mir gedacht: „Das kann ich auch.“ Allerdings ist mir nie wirklich in den Sinn gekommen, dass ich das tatsächlich zum Beruf machen könnte. Bis zu meiner ersten Veröffentlichung hat es dann auch noch ein Physikstudium und zwei Kinder gedauert.

Sie schreiben Liebesromane – mit und ohne Fantasy-Anteil. Was fasziniert Sie so an diesem Genre? Warum genau dieses Genre?

Hauptsächlich ist es dieses Kribbeln in der Magengrube, wenn sich zwei Menschen im selben Zimmer befinden, die (für den Leser) ganz offensichtlich zusammengehören, aber aus irgendwelchen Gründen nicht zusammen sein können oder wollen. Und dann ihr Weg zum Ziel, ihr Wachsen-Müssen und die Widrigkeiten, die sie zu bestehen haben, um zueinander zu finden. Das berührt mich im wahren Leben und eben auch in meinen Geschichten.

Wie würden Sie Ihre Bücher beschreiben? Worauf legen Sie besonderen Wert? Was zeichnet diese Romane aus?

Hoffnung. Und der feste Glaube daran, dass alles gut ausgehen kann, wenn man sich Ziele setzt und dafür eintritt.

Ich war früher – und bin immer noch – ein waschechter Trekki. Vor allen Dingen „Star Trek – The Next Generation“ habe ich immer mit großer Hingabe geschaut. Mich hat dieser hoffnungsvolle Blick in die Zukunft inspiriert und die Frage nach dem “Was gibt es da draußen?” ist auch heute noch eine große Inspiration. Das war mit ein Grund, weshalb ich mich für mein Physik-Studium entschieden habe und unter anderem ein Semester im Ausland studierte. Sterne und „ungeahnte Möglichkeiten“ haben mich schon immer fasziniert.

 

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Ihnen aus?

Morgens versorge ich die Kinder und sobald sie in der Schule sind, setze ich mich ans Schreiben. Nachmittags werden Hausaufgaben gemacht, später gibt es Abendessen und sobald die Kinder im Bett sind, wird entweder entspannt oder weiter geschrieben.

Was inspiriert Sie für Ihre Geschichten?

Alles. Häufig ist es Musik, manchmal der Text an sich oder einfach nur die Stimmung des Songs. Aber es können auch andere Geschichten sein, kleine Szenenschnipsel, die mein Gehirn plötzlich in einen völlig anderen Zusammenhang bringt. Oder ganz einfach nur die Frage „Was wäre wenn …“

Manchmal kommen mir solche Dinge „von alleine“ in den Sinn und an anderen Tagen muss ich aktiv danach suchen. Wichtig ist, dass die entstehenden Funken mich interessieren und zum Brennen bringen.

Wie recherchieren Sie für Ihre Bücher?

Das kommt ganz darauf an, was genau gerade recherchiert werden muss. Häufig suche ich im Netz nach den Antworten, aber wenn ich jemanden kenne, der sich mit dem entsprechenden Thema bereits beschäftigt hat, dann geht nichts über ein persönliches Gespräch.

Haben Ihre Protagonisten reale Vorbilder?

Manchmal stammen bestimmte Eigenschaften oder Vorlieben, Macken oder Erlebnisse aus dem realen Leben. Aber ich übernehme niemals ganze Personen in meine Geschichten, sondern schaffe aus vielen Einzelteilen immer eigenständige Charaktere.

Wie entscheiden Sie über die Namen der Protagonisten? Gibt es Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Meistens nehme ich für den ersten Entwurf einfach das „was-mir-gerade-in-den-Sinn-kommt“ als Platzhalter. Manchmal bleibt das dann auch während der Überarbeitungen erhalten. Aber oft genug recherchiere ich im Netz auch nach Namen, die zum Charakter und zum Setting passen und die seine Eltern tatsächlich auch ausgesucht hätten.

Auf welche (exotischen) Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Ich liebe es, meine Geschichten in Amerika und speziell New York City oder Vermont spielen zu lassen, weil ich in der Nähe ein Semester lang studiert habe. Deshalb kann ich mir gut vorstellen auch weitere Geschichten dort anzusiedeln.

Können Sie uns schon etwas zu Ihrem neuen Buch verraten?

Das ist im Augenblick noch geheim, aber wer sich bei meinen Feelgood-Buchnews anmeldet, bekommt sofort Bescheid, wenn es Neuigkeiten gibt und natürlich informiere ich (ein bisschen zeitversetzt) auch über meine Social Media Kanäle.

Haben Sie ein Guilty Pleasure, das Sie mit uns teilen möchten?

Ben & Jerry’s “Topped Salted Caramel Brownie”.

Welche Bücher lesen Sie in Ihrer Freizeit? Welches im Moment?

Während ich selber schreibe, fällt es mir schwer, andere Fiction-Bücher zu lesen, deshalb lese ich sehr gerne Sachbücher, insbesondere übers Schreiben und Selfdevelopment. Im Augenblick lese ich gerade „Unstuff your life!“ von Andrew J. Mellen, dass ich sehr empfehlen kann.

Welches Buch/welchen Autor würden Sie uns als aktuelle Leseempfehlung geben und warum?

Ich habe als nächstes ein paar „ReReads“ auf dem Programm und möchte „Traumfänger“ von Marlo Morgan noch einmal lesen. Das letzte Mal ist viele Jahre her, aber damals hab ich es sehr gemocht.

Welche Frage würden Sie sich selbst gerne stellen?

Was gefällt Dir an Deinen Büchern am besten?

Ich mag unheimlich, dass sie (fast) alle im selben Universum spielen. Das heißt, überall gibt es die Möglichkeit, alte Bekannte wiederzutreffen, bekannte Schauplätze noch einmal zu besuchen oder Bücher im Regal stehen zu sehen, die in einer anderen Geschichte geschrieben wurden. Ich liebe es, diese kleinen (und großen) „Eastereggs“ zu verstecken und auch, sie als Leser zu finden 🙂

Welche Frage/n würden Sie gerne an Ihre Leser richten?

Wie sehen Deine absoluten Lieblingsszenen aus? Und welche Charaktere magst Du besonders gern?

Anmerkung: Unsere Rezension zu „Der letzte Liebesbrief“ von J. Vellguth findet Ihr übrigens hier. Viel Spaß beim Schmökern! (SL)