Interview-Mittwoch mit Katherine Collins

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Katherine Collins

Pünktlich zur Mitte der Woche haben wir wieder ein neues Interview für Euch! Dieses Mal im Gespräch: Katherine Collins, die nicht nur von einem Häuschen an der britischen Küste träumt, sondern auch von abendlichen Bällen, schicken Kleidern und echten Gentlemen. Wie das ihre Romane geprägt hat, erfahrt Ihr im heutigen Interview …

Wer ist Katherine Collins und wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Gleich zu Beginn eine philosophische Frage: Wer bin ich? Eine Frage, die sich nicht so leicht beantworten lässt. Eine Zusammenfassung wäre: ich bin eine schreibende Mutter von zwei quirligen Mädchen, wohne in einem Dorf nahe Dortmund und träume von einem Cottage ab der britischen Küste.

Der zweite Teil ist einfacher. Ich schreibe seit ich das Schreiben gelernt habe. Erst waren es Songs für meine Superstar-Barbie, dann Gedichte und schließlich mit 16 meine erste Geschichte. Ich brauchte weitere 16 Jahre, um genug Mut zu sammeln, einen meiner Romane auch einzureichen.

Ich schreibe nicht nur in einem Genre, sondern unter meinem Pseudonym Kathrin Fuhrmann auch in anderen Romance-Bereichen, ich habe aber tatsächlich einen besonderen Hang zum Historischen. Die Vorstellung von dem damaligen Leben ist natürlich stark romantisiert, aber es weckt in mir die Träumerin. Bälle, schöne Kleider und schnieke Gentlemen … das zaubert mir gleich ein Lächeln auf die Lippen.

Wie würden Sie Ihre Bücher beschreiben? Worauf legen Sie besonderen Wert? Was zeichnet Ihre Romane aus?

Ich bin zwar eine Romantikerin im Herzen, aber meine Skepsis ist nicht totzukriegen. Ich habe den Spleen, immer einen Hauch Realismus hineinzubringen. Meine Charaktere sind oder werden desillusioniert, um sie dann doch aufzufangen und ihnen zu beweisen, dass es die große Liebe eben doch gibt.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Ihnen aus?

Da ich ein Chaot bin, gibt es keinen typischen Arbeitstag. Meine Planung sieht folgendermaßen aus: Kinder aus dem Haus, Kaffee, ab an den Schreibtisch und 5 Stunden in die Tasten hauen.

Wie es eher abläuft: Kinder aus dem Haus, Kaffee an den Schreibtisch und es folgt große Prokrastination. Kinder, Kinder, Kinder, schockierter Blick auf den Wordcount, ab auf die Couch, sobald die Kinder sich selbst beschäftigen panisch schreiben bis es Zeit fürs Abendbrot ist, Kinder ins Bett stecken und noch zwei Stunden weiterschreiben, bevor ich mich davon überzeuge, nun besser abzubrechen und schlafen zu gehen. Zum Glück habe ich regelmäßig Überarbeitungen durchzuführen, die schaffe ich tatsächlich vormittags.

Was inspiriert Sie für Ihre Geschichten?

Meine Inspiration ist mannigfaltig. Ich saß vor ein paar Jahren mal in einer Revue und konnte nicht aufhören, mir Notizen über eine Idee zu einer Reihe zu machen. Das Einzige, was die mit der Situation zu tun hatte: Es dreht sich um Theater.

Wie recherchieren Sie für Ihre Bücher?

Meine Recherche für die historischen Liebesromane findet online statt. Zwar war ich kürzlich auf der Isle kg Skye, um Eindrücke für meine neue Reihe zu sammeln, aber das bleibt die Ausnahme. Viele Details sind daher ausgedacht.

Für meine heimatlichen Romane, die ich unter dem Pseudonym Kathrin Fuhrmann schreibe, sieht das anders aus. Da fahre oder laufe ich Strecken ab und orientiere mich stark an der Realität.

Haben Ihre Protagonisten reale Vorbilder?

Generell nicht. Es kommt schon mal vor, dass ich bei der Kreation einer Figur an jemand reales denke. Carolina Hildebrecht aus dem ersten „Eine Hochzeit in den Highlands“-Band, Markus Lübbe aus „Fallen for you„, das ich unter meinem Pseudonym Kathrin Fuhrmann verfasst habe … aber generell brauche ich einen bestimmten Typ. Dann suche ich mir ein passendes Sternzeichen, würfel Augen- und Haarfarbe und mache mich auf die schwierige Suche nach einem Namen.

Wie entscheiden Sie über die Namen der Protagonisten? Gibt es Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Die Namen meiner Protagonisten sind für mich enorm wichtig. Die Auswahl dauert länger, als ihnen eine physische Erscheinung zu geben.

Auf welche exotischen Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Ich werde mich noch etwas in Schottland aufhalten, aber kleine gedankliche Ausflüge mache ich schon. New York und Paris sind derzeit Fluchtpunkte, aber ich habe auch einen süßen Iren und einen wilden Waliser in der Sammlung, die mir ihre Geschichten erzählen möchten.

In meinen Skriptbook tummeln sich aber auch Werwölfe, Engel und andere merkwürdige Geschöpfe. Denen werde ich wohl als Kathrin Fuhrmann Freiheit gewähren.

Können Sie uns schon etwas zu Ihrem neuen Buch verraten?

Mein nächstes Buch ist eine Fortsetzung von „Ein Fall von Liebe„. Er ist auch eigenständig zu lesen, weil alle relevanten Informationen auch in dem Teil geliefert werden. Katharina, meine Protagonistin, lernt, sich um andere zu sorgen und findet dadurch zu sich selbst.

Haben Sie ein Guilty Pleasure, das Sie mit uns teilen möchten?

Nicht wirklich. Ich brauche meinen Kaffee und früher konnte gerne ein Stück Marzipantorte dazugestellt werden, mittlerweile genieße ich eher einige Minuten Stille, für ein ganzes Buch reicht es seit Jahren nicht und ein Bad zu nehmen, ohne von den Kindern unterbrochen zu werden – welch himmlische Vorstellung.

Welche Bücher lesen Sie in Ihrer Freizeit? Welches im Moment?

Ich hinke fürchterlich hinterher mit meinem Lesestoff. Zur Zeit bin ich bei „Mein Herz schlägt in deinem Takt“ von Bettina Kiraly. Leider ist es meine Badewannenlektüre und wie bereits angemerkt, ist es kaum möglich, zehn Minuten in Ruhe gelassen zu werden. Daher lese ich eine Seite wieder und wieder …

Welches Buch/welchen Autor würden Sie uns als aktuelle Leseempfehlung geben und warum?

Ich tue mir tatsächlich schwer mit Leseempfehlungen. Es gibt ein Meer an guten Büchern, die ich für lesenswert erachte und komme selbst so wenig dazu zu lesen. Dafür höre ich eine Menge über Plots, Klapptexte und Probleme mit den Protagonisten, dass ich neugierig werde und meine „To read“ Liste anwächst. Da ich historisch gerne lese und auch auf die Krimischiene abfahre, lege ich euch Dorothea Stiller ans Herz. Ihr „Der Myrthezweig“ ist ein Knaller.

Welche Frage würden Sie sich selbst gerne stellen?

Welche bekannten Bücher haben Sie nie gelesen, obwohl sie in aller Munde sind oder waren? Und warum? Welche Literatur steht bei Ihnen im Regal? King oder Schiller?

Welche Frage/n würden Sie gerne an Ihre Leser richten?

Möchtet Ihr wirklich ständig Schema F lesen? Gebt Ihr neuen Ideen eine Chance? Darf es auch mal durchgeknallt sein? Lest Ihr nach Empfehlung? Warum darf der Badboy kein echter Badboy sein und darf es nicht etwas mehr Realität sein?