Interview-Mittwoch mit Lea Coplin

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Lea Coplin, (c) Heike Bogenberger

Lea Coplin ist stolz auf ihre Leser – denn ihrer Meinung nach ist es längst nicht mehr selbstverständlich, wenn sich Menschen heutzutage noch Zeit nehmen, um in Büchern zu schmökern. Am heutigen Interview-Mittwoch erfahren wir aber noch mehr über Lea Coplin: Was die Autorin inspiriert zum Beispiel. Und was sie uns schon jetzt über ihren neuen Roman verraten kann 😉

Wer ist Lea Coplin und wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Lea Coplin ist eines von meinen zwei Pseudonymen: Als Lea schreibe ich Romance bei dtv, als Anne Sanders Erwachsenenbelletristik beim Blanvalet-Verlag. Begonnen habe ich unter meinem richtigen Namen – Alexandra Pilz – und mit der „Hollyhill“-Reihe, um ein englisches Dörfchen, das in der Zeit reist.

Und geschrieben habe ich schon immer – erst als Journalistin, später dann auch Romane. Seit Sommer 2014 bin ich nur noch Schriftstellerin und jeden Tag dankbar, dass ich das machen darf (und hoffentlich noch lange … 🙂

Du schreibst Liebesromane. Was fasziniert Dich so an diesem Genre? Warum genau dieses Genre?

Love makes the world go `round – so ist es doch, oder? Die Liebe ist so ein starker Antrieb für so Vieles: Schönes, Schreckliches, Lustiges, Tragisches. Die wundervollsten Dinge wurden schon aus Liebe getan und die verwerflichsten. Selbst Krimis haben oft die Liebe als Motor. Was kann es überhaupt für ein spannenderes Thema geben?

Wie würdest Du Deine Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus? Worauf legst Du besonderen Wert?

Besonderen Wert lege ich auf meine Figuren – sie müssen authentisch sein und glaubhaft, dann entwickelt sich der Ton des Buchs von ganz allein. Außerdem versuche ich bei all dem Emotionalen, das ich in meine Romane packe, nie ganz auf den Humor zu verzichten. Ein bisschen Lachen muss bei aller Tragik immer dabei sein, finde ich, sonst wird es einfach zu düster.

Was kannst Du uns über Deinen neuen Roman erzählen?

Nichts zu verlieren. Außer uns.“ ist das Spin-Off des ersten Lea Coplin-Romans, „Nichts ist gut. Ohne dich.“ In dem wurde Max, der Protagonist des neuen Buchs, bereits vorgestellt – er ist einer der WG-Mitbewohner, der hier nun seine eigene Geschichte bekommt.

Max ist ein Charakter, der mir sehr ans Herz gewachsen ist, weil er nach außen etwas völlig anderes verkörpert als der, der er eigentlich ist. Er ist unterwegs nach Schottland, als er auf ein Mädchen trifft, das ähnliche Fassaden aufrecht erhält, wie er selbst. Die zwei lernen sich quasi zwangsläufig besser kennen, nehmen sich nichts an Ironie und Schlagfertigkeit, doch ganz allmählich entwickelt sich da etwas zwischen ihnen – etwas, das sie irgendwann nicht mehr stoppen können. Es bringt so manche Fassade ins Wanken, bloß ist das, was dahinter liegt, nicht immer unbedingt das, was man erwartet. Und am Ende stellt sich die Frage, was überhaupt echt ist. Und wer den Mut aufbringt, zu vertrauen.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Dir aus?

Zu spät aufstehen. Sich ärgern, weil man zu spät aufgestanden ist. Trotzdem alles schaffen, nur länger dafür brauchen. In der Regel setze ich mir ein Ziel an Wörtern, das ich an einem Tag geschrieben haben will (zwischen 1500 und 2000 etwa), und stehe nicht eher vom Schreibtisch auf, bis ich es erreicht habe.

Was inspiriert Dich für Deine Geschichten?

Eigentlich alles um mich herum. Menschen, Bücher, Fernsehserien. Wenn ich verreise, Musik höre, Spazieren gehe. Eigentlich muss man nur die Augen und die Ohren offen halten, irgendwas bleibt meistens hängen und eventuell wächst dann eine Idee daraus.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher?

Weil ich meine Bücher meistens im Ausland ansiedle („Nichts ist gut. Ohne dich.“ war der erste meiner Romane, der in meiner Heimatstadt München spielt), recherchiere ich meistens auf Reisen. Ich komme gerade wieder aus Cornwall, wo mein nächstes Buch angesiedelt ist, das ich als Anne Sanders veröffentliche.

Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?

Das versuche ich tunlichst zu vermeiden. Ich möchte keinen Ärger mit bekannten oder befreundeten Personen bekommen … 🙂 Aber ich suche mir Fotos im Internet, um sie für mich plastischer zu gestalten. Das können Schauspieler in ihren Rollen sein, aber die Charaktere erfinde ich mir trotzdem selbst.

Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? (Historische) Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Auch da versuche ich, möglichst keine Namen von Personen zu verwenden, die ich persönlich kenne. Darüber hinaus entscheide ich nach persönlichem Geschmack.

Auf welche (exotischen?) Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Das nächste Lea Coplin-Buch wird vermutlich in England spielen. Es ist gerade noch in der groben Planung, deshalb kann ich noch nichts weiter dazu sagen.

Wie weit würdest Du für Deinen Traummann gehen?

Haha, was ist das für eine Frage? Also, ich habe einen ziemlich tollen Typen geheiratet, und ich würde so einiges tun, damit es ihm gut geht!

Hast Du ein Guilty Pleasure, das Du uns verraten möchtest?

Was genau ist damit gemeint? Ein Laster? Ich esse zu viel Süßkram, das ist auf jeden Fall verwerflich. Dann lese ich auch manchmal Bücher, die bestimmt niemals Schullektüre werden, kitschige Liebesromane zum Beispiel, oder klassische New Adult-Bücher.

Welche Bücher liest Du in Deiner Freizeit? Welches im Moment?

Im Augenblick lese ich „Call me by your name“, über das ich in England gestolpert bin. Der erste Satz hat mich sofort gepackt („Later!“ The word, the voice, the attitude.) Da steckt schon so viel Emotion drin, oder? Und Spannung! Energie! Darüber hinaus lese ich sehr gerne Jugendbücher, beispielsweise von Gayle Forman oder Maggie Stiefvater.

Welches Buch/welchen Autor aus dem Bereich Romance würdest Du als aktuelle Leseempfehlung geben und warum?

Mmmh, Romance … Zuletzt habe ich „The Real Deal“ gelesen von Lauren Blakely, das hat mir richtig gut gefallen.

Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?

Hahaha! Die ist auch gut. Falls mir die noch einfällt, lasse ich esEuch umgehend wissen! 😀

Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?

Ich würde ihnen gern etwas sagen, und zwar, dass ich stolz auf sie bin, dass sie bei all den verlockenden Angeboten an Streaming-Diensten oder sonstigen Ablenkungen des Alltags immer noch Zeit finden, zu einem Buch zu greifen. Wenn es dann noch eins von meinen ist, bin ich natürlich noch vieeel glücklicher 😉