Interview-Mittwoch mit Manuela Fritz

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(c) Manuela Fritz

Am heutigen Interview-Mittwoch wollen wir Euch die Autorin Manuela Fritz vorstellen. Sie lebt wortwörtlich für Liebesromane und liebt nicht nur Geschichten mit Happy End, sondern auch Teenie-Filme und Tiere.

Dass sie auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, wie das ihre Geschichten beeinflusst hat und warum ausgerechnet ein Streit daran Schuld ist, dass sie Autorin wurde – das hat uns Manuela Fritz im Interview erzählt.

 

Wer ist Manuela Fritz und wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Wer ich bin, ist mit drei Worten erklärt: Ich bin spontan, chaotisch, kreativ.
Aber ihr wollt vermutlich mehr wissen. Kurz zu mir als Person: Ich wurde 1974 in Kärnten geboren und bin dort auf dem Bauernhof meiner Großeltern aufgewachsen. Schon früh zeigte sich meine Liebe zu den Tieren und die zu Büchern. Meine Entscheidung fiel zunächst jedoch verstärkt auf das Viehzeug, weshalb ich nach meiner Matura (Abitur) das Veterinärstudium aufnahm. Noch während des Studiums lernte ich meinen Mann kennen und half in meiner Freizeit in seinem Familienbetrieb aus.

Der Entschluss Autorin zu werden fiel erst 2012, als ich mich mit einer Freundin aufgrund eines Buches in die Haare bekam. Wir waren uns uneins über die Qualität der Geschichte. Sie schwärmte davon, ich fand sie nur mittelmäßig und meinte irgendwann, so etwas würde ich auch hinbekommen. Daraufhin nagelte sie mich fest und ich begann zu schreiben. Allerdings dauerte es bis zur Fertigstellung meines ersten Romans fast zwei Jahre.

Du schreibst Liebesromane, auch im Bereich New Adult. Was fasziniert Dich so am Romance-Genre? Warum genau dieses Genre?

Weil ich hauptsächlich auch nur dieses Genre lese. Ich mag Geschichten, die mir ein Happy End versprechen, bei denen ich aber auch herzhaft lachen oder bitterlich weinen kann. Ein Buch muss für mich Entspannung bringen, sozusagen Erholung vom Alltag sein. Krimis oder Thriller sind mir meist zu gruselig. Was ich noch mag ist Fantasy, dann aber bitte auch mit Hauptaugenmerk auf Liebe.

Du bist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Hat das Deine Geschichten in irgendeiner Art beeinflusst oder geprägt?

Ich habe zwar noch keine Geschichte geschrieben, die auf einem Bauernhof spielt, aber in meinen Büchern kommen immer wieder Tiere vor. Eines spielt sogar auf der Alm. Ich denke, in jedem Buch steckt ein wenig vom Autor selbst. Deshalb hat sicher auch meine Kindheit einen gewissen Einfluss.

Wie würdest Du Deine Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus? Worauf legst Du besonderen Wert?

Am besten hat es mal eine meiner Leserinnen ausgedrückt: Es wären nicht meine Bücher, wenn es nicht um große Gefühle und viel Drama ginge. Meist geht es um Schicksalsschläge, die ein oder auch beide Hauptprotagonisten zu bewältigen haben. Dabei versuche ich den Lesern die Gefühle der Protas so nahe wie möglich zu bringen. Neben der Liebesgeschichte geht es aber auch immer um ein anderes Thema. Bei „Blackstorm“ zum Beispiel um Traumabewältigung, bei „Moesha“ um Rassismus, bei „Liebe war nie geplant“ um die Rettung einer seltenen Blume, bei „Liebe nicht erlaubt“ darum, dass man manchmal falsche Entscheidungen aus den richtigen Gründen trifft und bei meinem nächsten Projekt um die Rückkehr ins Leben trotz Behinderung.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Dir aus?

Wie bei jeder anderen berufstätigen Mutter vermutlich auch. Morgens kurz vor sieben Uhr aufstehen, Kind zum Bus schicken und gemütlich Kaffee trinken. Um neun Uhr muss ich dann im Büro sein. Ich arbeite im Betrieb meines Mannes. Wir verkaufen und reparieren Jetskis und Boote. Dort kann ich hin und wieder nebenbei auch schreiben. Am Nachmittag kommen dann die Kinder nach Hause. Dann stehen oft noch Hausaufgaben mit dem Kurzen an, die Bude ein wenig auf Vordermann bringen und Abendessen kochen. Wenn dann alles schläft, kann ich mich in aller Ruhe meinen Geschichten widmen.

Was inspiriert Dich für Deine Geschichten?

Das sind verschiedene Dinge. Manchmal ist es ein Urlaub. Ein Erlebnis, das mir im Gedächtnis geblieben ist, eine Geschichte, die ich irgendwo gehört habe oder einfach nur ein Bild, zu dem mir spontan etwas einfällt. Hin und wieder lese ich ein Buch und bin mit dem Verlauf der Geschichte unzufrieden. Dann überlege ich mir, wie ich die Sache angegangen wäre und schon entsteht etwas komplett Neues.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher?

Google ist mein bester Freund. Im Internet findet man zu jedem Thema Informationen, die man verwerten kann. Zudem reise ich gerne und versuche in den Urlaubsländern dann so viele Eindrücke wie möglich mitzunehmen, da ich glaube, dass man nur authentisch beschreiben kann, was man selbst gesehen hat. Deshalb bin ich für mein neustes Buch auch auf die Boot Düsseldorf gefahren, um mir dort einige Megajachten anzusehen. Tiefergehende Informationen hole ich mir auch schon mal von Fachleuten, seien es Anwälte, Ärzte, Sportler, Polizisten oder Piloten. Hilfreich ist es auch mit Einheimischen zu sprechen, um Hintergrundinfos zu erhalten, die die Geschichten lebendiger machen.

Was kannst Du uns über Deinen neuen Roman erzählen?

Mein neuester Roman ist am 28.03. erschienen und heißt „Liebe nicht erlaubt“. Er spielt im Wesentlichen auf einer 35m langen Privatyacht, die ein Verlobungsgeschenk des Herrn Colfer an einen seiner Söhne ist. Charlotte wurde von ihrem Vater beauftragt, die Crew auf der Fahrt von Triest nach Zypern einzuweisen. Sie hat eigentlich überhaupt keine Lust auf die Reise, da sie von den beiden Colfer Brüdern absolut nichts hält. Doch als brave Tochter beugt sie sich dem Wunsch des Vaters.

Dorian, der ältere der beiden Brüder, wird seinem Ruf auch gerecht. Unverhohlen zeigt er seine abfällige Einstellung zu Frauen und beleidigt Charlotte ein ums andere Mal. Devin hingegen zeigt sich von einer ganz anderen Seite und Charlotte kann ihm nicht lange widerstehen. Obwohl er ihr von Anfang an klar zu verstehen gibt, dass ihre Beziehung mit der Ankunft in Zypern enden wird, lässt sie sich auf eine Affäre ein. Das Ende der Geschichte hält dann noch eine große Überraschung bereit, welche das ist, werde ich aber hier und jetzt nicht verraten. Ich sage nur so viel: Taschentücher bereitlegen.

(Unsere Rezension zu „Liebe nicht erlaubt“ findet Ihr HIER.)

Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?

Hm… wie sage ich das jetzt richtig: Jein. Einerseits habe ich meistens eine optische Vorlage, da es mir dann leichter fällt, die Personen zu beschreiben. Die Charakterzüge lege ich jedoch individuell fest, ohne an eine bestimmte Person zu denken.

Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? (Historische) Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Am wichtigsten ist es für mich, dass die Namen zu dem jeweiligen Herkunftsland passen. Manchmal frage ich meine Leser, manchmal bediene ich mich dort, wo auch werdende Eltern nach Namen für ihr Baby suchen. Bei „Moesha“ war es sogar die Bedeutung des Namens, die mich auf die Idee für die Geschichte gebracht hatte. Ich wollte etwas schreiben, das in der Dom. Rep. spielt, da ich Land und Leute liebe. Also habe ich mich nach passenden Namen umgesehen, ohne zu wissen, in welche Richtung die Geschichte gehen würde. Als ich dann auf Moesha stieß, was in der Dominikanischen Republik „Kind des Glücks“ bedeutet, war plötzlich alles klar.

Auf welche (exotischen?) Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Das weiß ich selbst noch nicht so genau. Mein nächstes Buch spielt erstmal an einem fiktiven See, irgendwo in Europa. Eins wird in Kalifornien spielen, da wir dort Weihnachten verbracht haben und ich somit L.A. und Umgebung näher kennenlernen konnte. Wohin mich mein nächster Urlaub bringt … wir werden sehen. Unsere Erde hat noch viele schöne Plätze. Irland und Island reizen mich besonders.

Wie weit würdest Du für Deinen Traummann gehen?

Bis nach Deutschland *grins. Ich habe für meinen Mann mein Heimatland verlassen. Wie weit man für einen Mann geht, sollte davon abhängen, was Frau zurückbekommt. Es sollte ein gesundes Geben und Nehmen sein. Jeder muss Abstriche machen. Ich muss akzeptieren, dass mein Mann ein Workaholic ist, dafür steht er aber auch 100% hinter mir, was das Schreiben angeht.

Hast Du ein Guilty Pleasure, das Du uns verraten möchtest?

Hat das nicht jeder? Mein Lieblingsfilm ist „Beastly“ obwohl der ziemlich gefloppt ist. Außerdem schaue ich mir gerne Teenie Filme an, speziell wenn sie von Disney sind. Dabei ist mir am wichtigsten, das der männliche Hauptdarsteller schnuckelig ist, Handlung ist nebensächlich.

Welche Bücher liest Du in Deiner Freizeit? Welches im Moment?

Ich bin eingefleischte Romance Leserin. In meinem Bücherregal finden sich Liebesromane von kitschig über lustig bis dramatisch, einige auch im Fantasy Bereich. Außerdem mag ich Gay Romance und hin und wieder auch Erotik, aber nur, wenn dabei die Handlung im Vordergrund steht.

Im Moment lese ich gerade nichts, da ich an meinem neuen Buch arbeite. Das letzte Buch, war Royal Xmas von Daniela Felbermayr. Eine Story, die von Disney stammen könnte. Also genau das Richtige für mich.

Welches Buch/welchen Autor aus dem Bereich Romance würdest Du als aktuelle Leseempfehlung geben und warum?

Ich habe immer wieder sogenannte Highlight Bücher. Darunter zählen „My risky Business“ von Adele Mann, „Der wilde Schmerz in mir“ von Ada Mea und „Destiny Chains“ von Madison Clark.

Jedes der Bücher hat mich auf andere Weise berührt. Bei Adele war es, dass ich endlich ein Buch in Händen hatte, bei denen die Protagonisten gleichberechtigt waren. Keine unschuldige Jungfrau, die sich mit einem egozentrischen Millionär rumschlagen muss, sondern zwei Menschen, die sich ebenbürtig gegenüberstehen. Die beiden anderen gingen mir sozusagen unter die Haut. Beide Hauptprotas mussten in ihrem Leben mehr oder weniger durch die Hölle. Ich habe mehrere Packungen Taschentücher gebraucht.

Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?

Warum zum Teufel hast du in den letzten 1 ½ Jahren nichts geschrieben?

Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?

Über welches Thema wollt ihr etwas von mir lesen? Oder: Gibt es ein Genre, in dem ich eurer Meinung mal schreiben soll?

Die „Blackstorm“-Reihe