Interview-Mittwoch mit Rose Snow

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Carmen & Ulrike, (c) bychristine

Doppelt hält besser: Am heutigen Interview-Mittwoch stehen uns gleich zwei Frauen Rede und Antwort, denn hinter Rose Snow verbirgt sich ein Autorinnen-Duo.

Wie die beiden zueinander gefunden haben und wie ein Arbeitstag aussieht, wenn man zu zweit an einer Geschichte schreibt – das und vieles mehr haben uns die beiden im Interview verraten!

Wer ist Rose Snow und wie seid Ihr zum Schreiben gekommen?

Hinter dem Pseudonym „Rose Snow“ stecken zwei Freundinnen, nämlich wir, Ulli & Carmen. Wir sind zusammen 75 Jahre alt, haben zwei Männer, sechs Kinder sowie drei Katzen und kennen uns schon seit unserer Schulzeit in Wien. Beinahe ebenso lange wollten wir irgendwann gemeinsam ein Buch schreiben.

Im Jahr 2009 hat es dann zum ersten Mal geklappt. Damals waren wir gerade zufällig in Elternzeit und haben die Chance genutzt, um einfach loszulegen. Dabei haben wir gemerkt, wie viel Spaß es macht, gemeinsam eine Geschichte zu konzipieren und immer weiter daran zu feilen, bis schließlich ein fertiges Buch daraus wird.

2014 kam es dann zu unserer ersten Veröffentlichung, zwei Jahre später haben wir das Schreiben zu unserem Beruf gemacht. Und seitdem sorgen wir mehrmals im Jahr mit großer Freude für romantisch-magischen Lesenachschub.

Ihr schreibt im Bereich Romance – Liebesromane, „Romantasy“ und Fantasy. Was fasziniert Euch so an diesem Genre? Warum diese Subgenres?

Grundsätzlich muss man sagen, dass uns Magie schon immer gereizt hat. Deshalb hat auch unser allererster Roman in einer fantastischen Parallelwelt gespielt, die von den Gefühlen der Menschen und Tiere auf der Erde geformt wird. Ein wenig später haben wir dann mit „17 – Die Bücher der Erinnerung“ das Genre Romantasy für uns entdeckt. Das Wunderbare am Fantastischen ist ja, dass unserer Vorstellung keine Grenzen gesetzt werden. Durch den Einsatz von Magie können wir praktisch jede Idee weiterverfolgen, was beim Schreiben unglaublich viel Spaß macht. Genauso wichtig ist uns aber auch die Liebesgeschichte, da wir der Meinung sind, dass Liebe – in welcher Form auch immer – das Leben erst lebenswert macht. Da wir in Romantasy Liebe und Magie miteinander verbinden können, schreiben wir das mit großer Leidenschaft!

Wie würdet Ihr Eure Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus? Worauf legt Ihr besonderen Wert?

Wir möchten Bücher schreiben, die andere Menschen berühren, sie zum Lachen oder zum Weinen bringen und ihnen einfach nahegehen. Außerdem versuchen wir, regelmäßig spannende Wendungen einzubauen, da es uns sehr wichtig ist, dass unsere Geschichten nicht vorhersehbar werden.

Besonderen Wert legen wir auch auf unsere Charaktere, die gerne Ecken und Kanten haben dürfen, dabei aber immer authentisch bleiben sollen. Zusammenfassend können wir sagen, dass wir uns mit dem Schreiben tatsächlich einen Lebenstraum erfüllen, der hoffentlich noch lange anhält, da es noch unzählige Ideen gibt, die aufs Papier gebracht werden möchten.

Was könnt Ihr uns über Euren neuen Roman erzählen?

In unserem neuen Buch „Ein Augenblick für immer – Das erste Buch der Lügenwahrheit“ hat es uns ins wunderschöne Cornwall verschlagen. Darin geht es um June, die gerne in Oxford studieren möchte und beschließt, ihr letztes Schuljahr bei ihrem Onkel in England zu verbringen. June ist ein sehr logischer und zielgerichteter Mensch, weshalb sie auch nicht an die Sagen und Legenden Cornwalls glaubt, vor denen sie schon ihr Vater gewarnt hat. Allerdings stößt sie vor Ort nicht nur auf ein prächtiges Herrenhaus voller Geheimnisse, sondern auch auf die attraktiven Zwillingsbrüder Blake und Preston, die eine magische Anziehung auf sie ausüben. Die beiden scheinen ihr jedoch etwas zu verschweigen, wodurch Junes Neugier weiter angestachelt wird. Und während sie noch versucht, sich gegen ihre Gefühle für einen der beiden Zwillinge zu wehren, muss sie feststellen, dass eine uralte Gabe in ihr erwacht.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Euch aus?

Da wir zu zweit schreiben, skypen wir regelmäßig miteinander, um neue Projekte zu besprechen, uns über aktuelle Szenen auszutauschen oder auch einfach mal ein wenig zu quatschen. Danach verbringen wir die meiste Zeit des Tages (oder der Nacht) mit Schreiben und lassen den Arbeitstag oft mit einem Besuch auf Instagram oder Facebook ausklingen. Dazwischen haben wir unseren ganz normalen Familienalltag mit Kindern, Kochen und Hausaufgaben.

Was inspiriert Euch für Eure Geschichten?

Inspiration ist etwas Wunderbares, denn sie wartet quasi an jeder Ecke – und oft auch dann, wenn wir gar nicht mit ihr rechnen. Die beste Inspiration bekommen wir durch das Leben selbst, weshalb es auch gut ist, ab und zu den Laptop beiseite zu legen und einfach mal rauszugehen, um unter Menschen zu kommen.

Wie recherchiert Ihr für Eure Bücher?

Normalerweise ist unser wichtigstes Recherchewerkzeug das Internet. Durch Youtube-Videos, Reiseberichte und Google Street View kann man inzwischen auch von der eigenen Couch aus an viele Orte dieser Welt reisen und sich so detaillierte Informationen holen, dass man die Szenen naturgetreu beschreiben kann.

Bei „Ein Augenblick für immer – Die Bücher der Lügenwahrheit“ waren wir allerdings tatsächlich in Cornwall auf Recherchereise, um die atemberaubende Landschaft mit eigenen Augen zu sehen und die Menschen dort selbst zu erleben. Die Reise war absolut magisch und hat uns viele wunderbare Eindrücke beschert, die im Anschluss noch in unser Buch eingeflossen sind. Dabei haben wir gemerkt, was für einen großen Unterschied es macht, ob man ein Land nur über das Internet kennenlernt oder selbst mit allen Sinnen wahrnimmt. Deshalb haben wir uns auch fest vorgenommen, dass Cornwall definitiv nicht unsere letzte Recherchereise war.

Haben Eure Protagonisten reale Vorbilder?

Eigentlich so gut wie nie. Wir erschaffen unsere Charaktere in einem gemeinsamen Prozess, der meist recht viel Spaß macht. Dabei überlegen uns das Aussehen sowie die Eigenheiten unserer Protagonisten und sprechen auch über ihre Ängste, Sehnsüchte und Ziele, um ein umfassendes Bild von ihnen zu bekommen. Da die Charakterzüge der Figuren meist aus ihren ganz persönlichen Lebensgeschichten resultieren, geraten wir auch nicht in Versuchung, echte Menschen als Vorbilder zu nehmen.


Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? (Historische) Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Bei den Namen unserer Protagonisten hören wir ganz stark auf unser Bauchgefühl. Der Name muss einfach zum Charakter passen und sollte uns natürlich auch gefallen (und bei einer Lesung leicht über die Zunge gehen). In solchen Namensfindungsphasen sind wir deshalb oft im Internet auf den Vornamen-Seiten unterwegs und lassen uns dort inspirieren.

Auf welche (exotischen?) Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Unsere neue Trilogie, die Ende 2018 im Selfpublishing erscheint, spielt in New York. Wir liebäugeln seit kurzer Zeit aber auch mit der Idee, eine Geschichte in Australien oder Südafrika spielen zu lassen.

Carmen & Ulrike, (c) bychristine

Wie weit würdet Ihr für Euren Traummann gehen?

Da sind wir uns einig: Mindestens einmal um die ganze Welt und zurück!

Habt Ihr ein Guilty Pleasure, das Ihr uns verraten möchtet?

Hach ja, haben wir. Und nicht nur eines, sondern gleich mehrere – nämlich: Pizza, Schokolade und (wenn es die Zeit zulässt) Netflix.

Welche Bücher lest ihr in Eurer Freizeit? Welches im Moment?

Die letzten Bücher, die wir beide gelesen haben, waren die ersten zwei Bände der „The Ivy Years“-Reihe von Sarina Bowen. Ansonsten lieben wir es, querbeet zu lesen. Von Krimis über Thriller, Jugend- und Fantasybücher, Komödien, Sachbücher und persönliche Ratgeber haben wir praktisch jedes Genre schon durch. Dabei finden wir es auch ganz schwierig, ein Lieblingsbuch zu benennen, da wir der Meinung sind, dass es für jede Lebenslage das passende Buch gibt – bzw. die passende Abteilung in der Buchhandlung.

Welches Buch/welchen Autor aus dem Bereich Romance würdet Ihr uns als aktuelle Leseempfehlung geben und warum?

Da wir gerade „The Ivy Years“ gelesen haben, würden wir tatsächlich Sarina Bowen empfehlen. Uns haben die Bücher von ihr ausgesprochen gut gefallen, da sie nicht nur über eine wunderschöne Sprache verfügt, sondern die Charaktere auch sehr authentisch sind und ihre Texte Tiefe haben.
Welche Frage würdet Ihr Euch selbst gerne stellen?

Unsere zukünftigen Ichs würden wir gern fragen, wie viele Bücher sie insgesamt geschrieben haben. Darauf wären wir sehr neugierig 🙂

Welche Frage/n würdet Ihr gerne an Eure Leser richten?

Ach, das sind eigentlich immer die Gleichen: Was können wir noch besser machen? Und: Was möchtet ihr als Nächstes von uns lesen?

Carmen & Ulrike, (c) bychristine