Interview-Mittwoch mit Vanessa Sangue

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(c) Vanessa Sangue

Heute ist nicht nur Interview-Mittwoch, sondern auch zweiter Weihnachtsfeiertag, weshalb wir Euch an dieser Stelle noch einmal eine besinnliche Zeit wünschen wollen! Alles andere als besinnlich geht es in Vanessa Sangues neuem Roman, einer Weihnachtsgeschichte, zu. Wieso sie ein Faible für die bösen Jungs hat und warum sie ihre Protagonisten am liebsten für sich behalten würde – das hat uns die Autorin im Interview verraten.

Wer ist Vanessa Sangue und wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Vanessa Sangue ist eine junge Schriftstellerin mit einem Hang zu allem, was ihr nicht besonders gut tut. 😉

Bereits in der Grundschule habe ich kleine Geschichten geschrieben, die heute bestimmt auch noch in irgendeiner Schublade liegen. Allerdings habe ich es nicht besonders eilig diese Schublade zu finden. Danach bin ich irgendwann zum Lesen übergegangen. Ich liebe es zu lesen – heute genauso wie vor einigen Jahren.
Und mit dem Lesen kam dann irgendwann die Lust aufs Schreiben zurück. Ich wollte auch so tolle Geschichten entwerfen, wie die, die ich gerne las. Nachdem ich mich dann einmal richtig auf eine Story eingelassen hatte, war es, als hätte ich die Büchse der Pandora geöffnet. Seitdem hören die Stimmen einfach nicht mehr auf zu reden.

Du schreibst im Romance Bereich und hast ein Faible für Bad Boys, Spannung und Gefahr. Was fasziniert Dich so an diesem Genre?

Tja, das ist eine gute Frage, über die ich bisher noch nie so wirklich nachgedacht habe. Ich denke, was mich wirklich fasziniert, ist die Spannung zwischen meinen beiden Protagonisten. Es macht so viel Spaß, immer wieder neue Wege zu entdecken, wie sie sich zum ersten Mal treffen. Neue Hindernisse zu finden, welche die beiden wieder auseinander bringen. Mir gefällt die Jagd, wenn der Protagonist seine Auserwählte gefunden hat. Die Anspannung, der Nervenkitzel – werden sie sich jetzt küssen? Wird sie weglaufen? Was wird er tun, wenn sie dieses oder jenes tut? Was passiert, wenn sie das erfährt? – das liebe ich einfach!

Am Ende gibt es in meinen Romanen natürlich immer ein Happy End (weil ich es selber nicht anders ertragen könnte), aber der Weg dahin fasziniert mich jedes Mal aufs Neue.

Wie würdest Du Deine Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus? Worauf legst Du besonderen Wert?

Meine Bücher zeichnen sich durch starke Protagonistinnen und teilweise noch stärkere Protagonisten aus. Wenn man auf der Suche nach der seichten Romanze mit Prince Charming ist, ist man bei mir falsch (und das schon bevor ich Dark Romance geschrieben habe). Meine Männer sind immer dominant und ganze Kerle. Natürlich gibt es auch die großen Liebesschwüre und die emotionalen Momente, allerdings sind diese immer gemischt mit einem Hauch von Gefahr und Dominanz.

Ich achte gerade im Bereich Dark Romance darauf, dass es trotz aller Heftigkeit immer einvernehmlich ist. Dass die Protagonistin gezwungen wird, aber auch gezwungen werden möchte. Das finde ich gerade in diesem Genre sehr wichtig.
Und natürlich geht es bei mir immer heiß her. 😉

Was kannst Du uns über Deinen neuen Roman erzählen?

Es wird eine Weihnachtsgeschichte! Aber – und wie könnte es bei mir anders sein? – es wird nicht kitschig-romantisch. Stattdessen wird es sehr heiß und sogar mörderisch. Schließlich ist die Weihnachtsfarbe überhaupt Rot und Blut ist auch rot. Passt also, oder?

Außerdem bin ich ziemlich heftig in den Protagonisten verliebt und möchte ihn eigentlich nur für mich behalten. Aber das ist das ewige Leid einer Autorin: Ständig muss man die eigenen Männer teilen… Seufz.

Die ersten Zitate finden sich inzwischen auf Instagram und Facebook und bald schon gibt es die große Enthüllung, wie das Buch aussehen und um was genau es gehen wird.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Dir aus?

Was ist bei Autoren schon normal? Da ich nicht hauptberuflich schreibe, gehe ich erst einmal ganz normal zur Arbeit und erledige die sonstigen, langweiligen Alltagsdinge, die aber leider irgendwie notwendig sind. Meist komme ich dann erst abends oder nachmittags zum Schreiben. Dann mache ich es mir bequem, mache Musik an und vergesse für eine ganze Weile, dass es so etwas wie Realität überhaupt gibt.

Was inspiriert Dich für Deine Geschichten?

Inspiration findet sich so ungefähr überall. Manchmal muss gar nichts Besonderes passieren, sondern eine Idee taucht plötzlich einfach so in meinem Kopf auf. Ein anderes Mal sehe, lese oder höre ich etwas und das ist der Auslöser für eine bestimmte Szene oder einen bestimmten Charakter.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher?

Vieles funktioniert heutzutage ja ziemlich gut übers Internet. Was ziemlich praktisch ist. Denn wenn ich gerade mitten in einer Szene stecke und plötzlich wissen muss, wie weit man mit einem Scharfschützengewehr schießen kann oder wie lange es dauert, bis ein Mensch ohne Sauerstoffzufuhr ohnmächtig wird (kein Spaß, musste ich gestern Abend wissen), dann wäre es ziemlich blöd, wenn ich dann in eine Bibliothek rennen müsste.

Teilweise befrage ich aber auch Experten (hier einen herzlichen Gruß an meine Krankenschwester-Freundin Janine von The Empire Of Me; bei ihr könnt Ihr Euch bedanken, dass ich mich an die Regeln der Anatomie halte) oder kaufe mir Bücher zu dem Thema. Letzteres habe ich besonders bei der „Cosa Nostra“-Dilogie gemacht.

Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?

In den seltensten Fällen. Natürlich suche ich hier und da nach passenden Bildern für meine Protagonisten, aber das passiert meistens erst, nachdem ich die Geschichte schon entworfen habe.

Was sich allerdings nie völlig verhindern lässt, ist, dass bestimmte Charaktereigenschaften von Personen, die ich kenne, in meine Charaktere mit einfließen. Wobei mir das meist nicht auffällt und ich dann erst darauf aufmerksam gemacht werden muss.

Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? (Historische) Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Oftmals (und das ist die angenehmste Variante) kommen meine Protagonisten schon mit ihren Namen zu mir. Dann muss ich gar nicht weiter suchen. In anderen Fällen scrolle ich mich durch Namenslisten und früher oder später „spricht“ ein Name zu mir. Dann weiß ich, dass das der richtige Name ist. Es ist aber auch schon vorgenommen, dass ich den Namen einer Figur mehrfach geändert habe (Fun Fact: so war es zum Beispiel bei Emilio – sein Name war ein echter Kampf).

Auf welche (exotischen?) Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Aktuell geht es nach Kanada. Ich dachte mir, das passt zu Weihnachten. Und dann ist auch noch Norwegen geplant, worauf ich mich selber sehr freue!

Wie weit würdest Du für Deinen Traummann gehen?

Sprechen wir hier von dem perfekten Traummann? Dem einzig wahren? Ja? Na dann würde ich alles tun. So macht man das doch, oder? 😉

Hast Du ein Guilty Pleasure, das Du uns verraten möchtest?

Ohje, wenn ich damit einmal anfange, werden mich alle mit anderen Augen sehen. 😉
Nur so viel sei gesagt: Mein Buchgeschmack verrät sehr viel über mich.

Welche Bücher liest Du in Deiner Freizeit? Welches im Moment?

Letzte Nacht habe ich „Darker Minds“ von Mia Kingsley gelesen – zum wiederholten Male. Allerdings kommt das Lesen immer ein wenig zu kurz, wenn ich gerade selber schreibe.

Ansonsten lese ich super gerne Romantic Fantasy, Romance und Dark Romance (na, erkennen wir ein Muster?). Zu meinen liebsten Autorinnen gehören Nalini Singh, J. R. Ward (WRATH!), Sylvia Day, T. M. Frazier, Tillie Cole und Mia Kingsley.

Welches Buch/welchen Autor aus dem Bereich Romance würdest Du als aktuelle Leseempfehlung geben und warum?

Hm, gute Frage. Gefühlt bin ich da schon seit Monaten nicht mehr auf dem neusten Stand. Aber alle oben genannten Autorinnen kann ich nur wärmstens empfehlen.
Und wenn ich mich tatsächlich auf ein Buch beschränken müsste, dann würde ich das wählen, was mich in den letzten Woche am meisten bewegt hat. Die Geschichte hat mich einfach wahnsinnig gemacht (auf eine gute Weise)!
„Vengeance Is His“ von Mia Kingsley – aber Roscoe gehört mir!

Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?

Wäre ich selber gerne Protagonistin in einem meiner Bücher – mit allen Vorteilen, aber auch mit allen Konsequenzen?

Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?

Was würdet ihr gerne von mir lesen? Und wie weit darf ich eigentlich gehen?

(Vielen Dank für das Interview. 🙂 Die Fragen waren wirklich mal was anderes. Es hat mir viel Spaß gemacht!)