Jetzt oder nie: Wann kommt der Heiratsantrag? – und: Ist er eigentlich Männersache?

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(c) CC0 pixabay.com

Das kennt Ihr sicherlich: Da flattert ein Brief in deinen Postkasten mit einer Hochzeitseinladung zweier Eurer Freunde, die sich kürzlich verlobt haben. Und Ihr überlegt kurz, wie lange die beiden eigentlich schon zusammen sind – und dann stutzt Ihr, weil Ihr merkt: „Was?? Ganze ZEHN Jahre?!“

Doch, Ihr habt richtig gelesen … das gibt es heute immer wieder. Zwei Menschen sind schon gefühlte Ewigkeiten miteinander zusammen, bis sie schließlich diesen mutigen Schritt wagen, bis der Tag des Antrags kommt. Dabei haben familiäres und freundschaftliches Umfeld schon gefühlt seit kurz nach dem Zusammenkommen so sehnsüchtig darauf gewartet und darauf hin gefiebert, da sofort alles den Anschein machte, als passe es mit den Beiden einfach sehr gut.

Andererseits gibt es inzwischen (gefühlt mindestens genauso viele) Paare, die sich sehr schnell füreinander entscheiden. Und damit meine ich wirklich sehr schnell:
Eine Freundin von mir hat ihren jetzigen Mann bei einem Auslandsaufenthalt in Namibia kennengelernt, dort hatten sie drei Monate lang eine ungezwungene Zeit ohne jeglichen Druck oder gar einer festen Bindung. Doch nachdem sie nach Deutschland zurückgehen musste, hat er sich doch sehr schnell dafür entschieden, dass das, was da war, nicht nur im Ausland und eben schon alles gewesen sein soll, sondern – nein – er hat sich dazu entschlossen, ihr einen Antrag zu machen – übrigens noch bevor sie offiziell „zusammen“ waren – um sie zu fragen, ob auch sie diese Zeit, sobald er es schafft, auch nach Deutschland zu kommen, hier fortsetzen möchte. Und sie hat JA gesagt. Und man höre und staune, dieser Antrag kam zwei Wochen nach Ablauf der gemeinsamen Zeit in Namibia. Und plötzlich ging alles ganz schnell. Aber positiv. Ohne dass einer der beiden vor, bei oder auch nach der Hochzeit behaupten könnte, er oder sie habe irgendwie Druck verspürt, oder sich gar gestresst gefühlt. Nein, im Gegenteil. Es kam und ergab sich einfach so. So schnell. Und doch so einfach – und dabei noch sooo gut!:)

Wie Ihr sehen könnt, der Zeitpunkt eines Heiratsantrags ist vollkommen unterschiedlich – es gibt in beide Richtungen Extrembeispiele später oder sehr früher Antragstellungen.

Und dann gibt es da noch „den Normalfall“ – Fall 0815, bei dem der Antrag aus einer zwar über ein Jahr währenden festen Partnerschaft hervorgeht und erwächst, jedoch keine zehn Jahre zwischen Beziehungsbeginn und Antrag liegen. Dabei kommt es auch gar nicht drauf an, ob es nun zwei, drei, vier, fünf oder vielleicht doch ein paar mehr Jahre sind bis dahin. Das alles zählt unter Fall-ganz-normal.

Doch wie lange sollten sich zwei Menschen als Paar kennen, bis sie heiraten?

Das klingt jetzt vielleicht hart, ist aber so: Dafür gibt es keine pauschale Parade-Antwort. Das muss schließlich jedes Paar für sich selbst entscheiden. Denn jedes Paar ist individuell und unterschiedlich. Wie schon oben erwähnt, es gibt sie einfach – diese Paare, die nach wenigen Monaten den Heiratsantrag erleben, dann den Bund der Ehe eingehen und nach fünfzig Jahren noch immer sagen, dass das die allerbeste Entscheidung ihres Lebens gewesen war. Und es gibt die anderen Paare, die einfach ihre Zeit brauchen – was aber auch einfach okay und so anzunehmen ist. Denn warum sollte man sich hier gegenseitig nicht die Zeit gönnen, wenn man sowieso bemerkt, dass man eher ein Paar ist, was gerne mal abwartet, nicht sofort alles entscheidet und nicht überall das Erste sein muss, dabei aber lieber auf „Nummer sicher“ geht?

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Eines ist sicher: Wer den Partner länger kennt, kann eher abschätzen, worauf er sich im Falle eines Heiratsantrags und im Hinblick auf eine baldige Ehe so beim Gegenüber einlässt. Ist klar – Erfahrungswerte und so. Das Gefühl, ein paar kleine Probleme bereits gemeinsam bewältig zu haben und die Gewissheit, dass das grundsätzlich machbar ist mit dem anderen tut einfach gut 😊 Grundsätzlich gilt also: Hegt Ihr beide einen prinzipiellen Hochzeitswunsch und habt Ihr Euch schon ein paar Mal über das Thema unterhalten, so steht einem potenziellen Heiratsantrag nicht mehr viel im Wege 😊

Doch lässt sich natürlich nicht nur über den Zeitpunkt des Antrags nachdenken, sondern auch über die Person, die den Antrag stellt: Ist das denn irgendwie „geregelt“? Existieren eigentlich gesellschaftliche Konventionen, die dir sagen, wer da die Hosen anhat? Die dabei unbedingt und auf „Teufel komm‘ heraus“ eingehalten werden müssen? Oder ist das letztlich doch alles völlig frei zu gestalten, sodass es im Endeffekt irgendwie völlig schnuppe ist, von welchem Partner der Antrag kommt?

Ist der Antrag also Männersache?

Klar ist folgendes: Welche Frau dieser Welt träumt nicht insgeheim davon, von ihrem Partner einen wunderschön romantischen, noch dazu originellen Heiratsantrag zu erhalten, der ihr auf ganzer Linie zeigt, welch‘ großen Drang ihr Geliebter hat, sie zu erobern (denn welche Frau lässt sich nicht schonmal gerne erobern) und mit ihr vor den Traualtar zu treten? Und das alles, wenn wir ehrlich sind, nicht ganz zu Unrecht, denn: Es ist kein ungeschriebenes Gesetz, doch einfach trotzdem schon immer am ehesten der Fall, dass er sie fragt.

Und viele Deutsche denken genauso: Der Mann muss um die Hand der Frau anhalten, das ist doch ganz klar! Das ist so DIE traditionsbewussteste Schiene, die man überhaupt finden kann. Die sich auf das zurück bezieht, was einmal war – und wie wurde das früher gehandhabt? – na klar: Der Mann war dran, wenn’s ums Hand-Anhalten ging. Klare Sache. Eindeutig. Und daran hat sich im Großen und Ganzen auch heute noch nicht sehr viel im Kern daran geändert.

Und daher existieren in vielen Köpfen SEHR FESTE Vorstellungen von Romantik, was wiederum auf eine Partnerschaft nicht gerade nicht einengend oder einschränkend wirkt. Solche Vorstellungen haben etwas Starres; sie nehmen dem Paar jeglichen Freiraum für Individualität und Kreativität, und so mancher sieht sich dann bereits in ein Konzept gepackt, wofür sein Herz aber womöglich gar nicht schlägt …

Andererseits lässt sich seit einiger Zeit das Phänomen beobachten, dass sich nicht alle Frauen in der abwartenden Rolle sehen, sich immer mehr auch trauen, den Schritt hin zum Heiratsantrag zu wagen. Doch bleibt das insgesamt schon noch die Ausnahme; ist also keinesfalls so, dass das nun umgekehrt mittlerweile Fall 08/15 darstellen würde, ganz und gar nicht. Aber das nenn‘ ich mal mutig, daher also keine Frage: Die Frauen, die sich trauen, ihrem Geliebten einen Heiratsantrag zu machen, sind selbstbewusste junge Frauen, die ganz genau wissen, was sie wollen und wen 😉

Beweis genug dafür, dass es auch anders geht – Auch Frauen können sich dieser emotionalen Aufgabe widmen und ihren Zukünftigen mit einem Heiratsantrag überraschen! Und der mag sich im Zweifel mit dieser „Rollenverteilung“ (ob nun geplant oder – vielleicht eher wünschenswert – nicht) sogar sehr anfreunden, denn: Es sind ja doch ganz schön gefühlsbetonte Worte, die einem da über die Lippen gehen bei einem solchen Antrag, der einfach per se stark emotional behaftet ist. Und da schreckt so mancher Typ des „starken Geschlechts“ schonmal davor zurück – bzw. zeigt sich angetan von dem Ich-nehm‘-das-jetzt-einfach-mal-als-Frau-in-die-Hand-Ding seiner Partnerin, die aufs Ganze geht, allen Mut zusammennimmt, sich die ideale Prä-„du-kannst-jetzt-JA-sagen-Rede“ Wort für Wort sorgfältig zurechtlegt und sich schließlich traut.

Dies zeigt: Nicht jeder Mann sieht sich per se durch sein Geschlecht in der aktiven Rolle und in Zugzwang, wenn es um Sachen Heiratsantrag geht. Da mögen Monat um Monat und Woche um Woche vergehen, doch er rückt einfach nicht heraus mit der so ersehnten Frage aller Fragen: Willst du mich heiraten? Und dabei fragt sich Frau ständig: Wann fragt er endlich? Wenn sich dieser Zustand aber einfach nicht ändert, dann sind manche Frauen teilweise überrascht oder traurig oder nachdenklich, denn auch sie träumen – neben vielen anderen jungen Frauen, die in einer erfüllten und glücklichen Beziehung stecken – von dem großen Schritt, doch ihr Partner scheint gar nicht daran zu denken, für einen Heiratsantrag vor ihr auf die Knie zu gehen …

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Was jedenfalls klar ist: Wenn Frau sich traut, den Schritt des Antrags zu wagen, zeigt sie Initiative, mit ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Stärke den Mann schon rumzukriegen – sofern beide schon eine Weile in einer glücklichen Beziehung leben natürlich😊 und was es sonst noch so zu sagen gibt: Hey Leute, wir leben im 21. Jahrhundert! Natürlich ist (um die zweite Titelfrage endlich zu beantworten) der Heiratsantrag keine reine Männersache – schon lange nicht mehr! Die Sache mit der Gleichberechtigung, wir kennen sie alle. Und doch: Sie bleibt richtig. Und wichtig.

Wie dem auch sei – was ich Euch hier in jedem Fall mitgeben möchte: Es ist letztlich doch schnurzpiepegal, wann und von welchem Partner der Antrag kommt. Das Schönste, Tollste, Wichtigste daran, was Ihr mit Eurer Verlobung letzten Endes auch feiert, bleibt doch immer noch ganz eindeutig die Tatsache, dass die nun in absehbarer Zeit bevorstehende Hochzeit einen entscheidenden Schritt in Eurer Beziehung darstellt, der Euch gemeinsam wachsen lässt und Eure Partnerschaft vollkommen werden lässt. Denn bald teilt Ihr Euren Namen und Euer ganzes Leben miteinander. Und diese Entscheidung gemeinsam glücklich zu fällen, ist doch letztendlich sehr viel wichtiger als ein überaus detailhaft geplanter Heiratsantrag, der aber gar nicht von Herzen kommt oder nur zeigen sollte, wie teuer der Verlobungsring ist und somit auf äußerliche Faktoren beschränkt bleibt.

Also: sei’s drum – Mann oder Frau, es geht beides! Und es geht immer, zu jedem Zeitpunkt dieser Welt, sofern Ihr Euch beide dazu bereit fühlt, diesen neuen Weg gemeinsam einzuschlagen. Alles Liebe dafür! (LG)