Köpenick – Berlin mal anders

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(c) Celina Döring

Berlin bietet schier endlose Möglichkeiten für Unterhaltung, Entspannung und Beschäftigung. Und trotzdem, oder gerade deswegen, ist es schwierig, dem Alltag und der Hektik zu entfliehen und Aggression, die in einem Stadtbild von solcher Größe leicht aufkommt.

Wie gut, dass man auch mal für ein paar Stunden das Großstadtleben hinter sich lassen kann, wenn man nur weiß Wo. Die S3 Richtung Erkner bringt Euch direkt ans Ziel: Köpenick.

Romantischer Randbezirk

Den Namen hat man aus „Der Hauptmann von Köpenick“ schon einmal gehört und wenn man einem Berliner sagt, man wohnt in Köpenick, dann kommt meistens so etwas wie „Ach so weit draußen? Da braucht man ja ewig!“

Um ehrlich zu sein, ist es nicht so schlimm, denn die S3 ist eine sehr gute Anbindung, die alle zentralen Stationen mitnimmt. Vom Alexanderplatz sind es 35 Minuten zum S-Bahnhof Köpenick. Von dort kann man 2 bis 3 Tramstationen fahren, oder in die Altstadt laufen.

Hier könnt Ihr einen perfekten romantischen Tag verbringen. Die einzige Voraussetzung ist, dass das Wetter schön ist.

Eine Oase im Großstadttrubel

(c) Celina Döring

In Köpenick fließen Dahme und Spree zusammen. Die Altstadt ist damit fast wie eine Insel von Wasser umgeben. Klein und überschaubar ruht sie wunderschön am Wasser. Ihr findet hier beim Bummeln an einem warmen Sommertag im kühlenden Schatten der Häuser alles, was einen ausgewogenen freien Tag oder Nachmittag ausmacht. Ein paar kleine Boutiquen und Geschäfte, Cafés und Restaurants zum Verweilen und schauen. Über die teils kopfsteingepflasterten Straßen am prächtigen Rathaus vorbei könnt Ihr Euren Spaziergang an der Flusspromenade fortsetzen. Auf den sonnenbeschienenen Stufen, die ins Wasser führen, lässt es sich prima sitzen und aneinander gelehnt in den warmen Strahlen dösen.

Im Sommer könnt Ihr in vielen Restaurants zur Flussseite hin draußen essen, was ebenso schön ist. Die Mündung, die auch „Dahme küsst Spree“ genannt wird, wirkt hier fast wie ein See, denn sie ist umschlossen von Brücke und Land.

Nostalgie mit Kaffee

Besonders schön für einen guten Kaffee und ein Stück leckere, selbstgebackene Torte ist das Altstadt Café. Es ist ein kleines, in warmen Farben und mit einigen Jugendstil-Elementen dekoriertes Café.

An der Theke stehen aufwendige Torten und die Damen, die hier arbeiten, sind sehr freundlich. Sie tragen ganz nach alter Manier schwarze Kleider mit weißen Rüschenschürzen und einer kleinen Haube. Hier könnt Ihr einen altmodisch-romantischen Kaffee genießen und an einem Sonntagnachmittag habt Ihr vielleicht noch das Glück, dass jemand am Klavier spielt.

Land in Sicht!

Aus der Altstadt heraus führen einige Brücken, über die Ihr spazieren könnt, während Ihr den Booten im Wasser zuseht.

Für jeden, der selber gerne vom Wasser aus alles erkunden will, gibt es mehrere Bootsverleihe. Etwas versteckt liegt die Bootsverleih Oase in der Lindenstraße – zwischen dem kleinen Park und der Dammbrücke. Hier kann man sich gemeinsam ein Tretboot, Paddelboote oder ein führerscheinfreies Motorboot ausleihen und umher tuckern.

Auch am Schloss von Köpenick, dessen Schlosspark sehr idyllisch angelegt ist, in der Grünauer Straße 17, findet Ihr einen Bootsverleih. Hier könnt Ihr auch Touren mit Einweisung buchen und dann auf den Müggelsee raus fahren oder sogar die Berliner Innenstadt vom Wasser aus neu entdecken.

(c) Celina Döring

Abendstund hat Gold im Mund

Am Abend empfiehlt sich das „Kikko“ zum Essen, nachdem Ihr einem warmen, entspannten Tag genießen konntet. Es ist besser, hier zu reservieren, denn das „Kikko“ am Schlossplatz in Köpenick ist nicht groß, aber sehr beliebt. Kein Wunder, denn der Japaner hat hervorragendes, frisches Sushi zu fairen Preisen. Besonders an einem Sommertag, wenn der Hunger nicht so groß ist, ist Sushi eine ideale Mahlzeit.

Wer danach noch nicht nach Hause fahren will, kann auch in den abkühlenden Abendstunden Gewässer und Altstadt genießen und zum Ausklingen das Brauhaus besuchen. Vom „Kikko“ aus muss man nicht lange suchen, denn das Brauhaus ist in einem kleinen Glashäuschen direkt auf dem Schlossplatz. Das Bier wird hier eigens gebraut und es gibt immer neue Sorten zu probieren.

Auch hier könnt Ihr draußen an der milden Luft sitzen und einfach die romantische Atmosphäre dieses hübschen Fleckchens Berlins genießen. (CD)

(c) Celina Döring