Liebesgedichte – Tipps &Tricks zum Schreiben

0
179
Tinte wandersmann pixelio.de
(c) wandersmann, pixelio.de

Jetzt wird es kitschig – und dennoch romantisch, vor allem für die Ladies. Also, liebe Männer (und natürlich auch Frauen) aufgepasst, denn es ist manchmal ganz einfach, die Herzensdame mit kleinen Aufmerksamkeiten glücklich zu machen. Probiert es doch einfach mal aus: Gedichte schreiben. Liebeserklärungen in poetische Form gebracht, als Symbol und Ausdruck wahrer Gefühle.

Solche Gedichte werden auch heute noch sehr hoch geschätzt, aber wann schreibt man seinem Partner schon ein Liebesgedicht, wo sich doch nicht mal der einfache Liebesbrief in unserer technisierten Welt halten konnte? Probiert es doch einfach aus, selbst wenn es nur für euch selbst ist. Das Schreiben ist eine schöne Beschäftigung, in die man seine ganzen Emotionen hineinstecken kann und das kann, zu Papier gebracht und verschenkt, zu einer sehr romantischen Geste in altertümlichem Stil werden.

Deswegen gibt es hier ein paar Tipps, wie ihr selber zum Poeten werden könnt. Wir können nicht behaupten, einen zweiten Goethe des Sturm und Drang aus euch machen zu können und sicherlich auch keinen romantischen Eichendorff. Wichtig ist nur, dass ihr Freude am Schreiben findet und euer Herz dem Papier ausschütten könnt.

Vorbereitung

  • Musik im Hintergrund zu hören, ist immer eine gute Inspiration. Um den Geist nicht abzulenken, ist Klassik hervorragend geeignet – zum Beispiel die Johann Strauß Walzer, oder Tschaikowski.
  • Stress ist keine gute Voraussetzung, kann aber auch zu sehr aufbrausenden Texten führen, wenn ihr ihn für eure Lyrik verwenden wollt. Für ein Liebesgedicht ist diese Gefühlslage allerdings nicht so geeignet, es ist also ratsam, einen Moment zu wählen in dem ihr euch entspannt und frei fühlt. Manchmal kommen die besten Ideen, wenn man gerade schlafen gehen will. Ihr müsst also nur Geduld haben, Ideen erzwingen bringt selten etwas.

Tipps zu Reimformen

  • Wir haben Glück, dass wir heute sehr frei in der Gestaltung von Gedichten sein können. Versmaß, Silben und Reime müssen nicht strikt an Regeln gehalten sein. Ein Leitschema zu haben, schadet allerdings nicht.
  • Vier Verse pro Strophe sind ein einfacher Einstieg, da man hier Kreuz-, Paar- und übergreifende Reime nutzen kann. Wenn die Strophe 4 Verse hat, die von A-D benannt sind, reimen sich beim Kreuzreim die Zeilen A und C sowie B und D. Beim Paarreim sind es die Zeilen A und B sowie C und D und beim übergreifenden Reim A und D sowie B und C.
  • Es ist immer schöner, wenn sich die Verse reimen. Falls euch aber kein Wort einfällt, das auf den zu reimenden Begriff anzuwenden ist, ist es natürlich auch in Ordnung, wenn sich mal etwas nicht reimt. Was man tun kann um die Worte doch noch zu reimen, ist die Satzstellung leicht zu verändern, auch wenn es dann nicht wie gesprochenes Deutsch klingt, aber manchmal passt dann ein passendes Wort in die Stelle. Oder ihr nutzt Singular und Plural, auch wenn es bei einem Wort gar nicht beides offiziell gibt. Das ist die künstlerische Freiheit, der man sich hier bedienen darf. Ein Beispiel: „meine Herzen“ anstatt „mein Herz“.
  • Die Wortwahl darf geschwollen sein. Seid kreativ und benutzt nicht die normale Sprache, das lässt das Gedicht intellektueller wirken und ist oft mit einem schöneren Klang verbunden.

Tipps zu Stilmitteln

  • Alliteration: Mehrere aufeinanderfolgende Worte, die mit demselben Buchstaben beginnen. Zum Beispiel: „wundersam wacht weite Liebe über uns!“
  • Anapher: Mehrere aufeinanderfolgende Sätze beginnen mit demselben Wort: „Und so küsst er sie. Und sie gibt sich hin. Und die Sterne schweigen.“
  • Klimax: Eine Steigerung von schwachem Ausdruck zu Stärkstem: „Ich sah, verfiel dem schwärmen und begann zu lieben.“
  • Metapher: Eine bildhafte Bedeutungsübertragung von einem Begriff auf einen Anderen: „Das Feuer der Liebe.“
  • Parallelismus: Wiederholung einer Satzstruktur: „Verträumt sprach er von Liebe. Wehmütig gedachter er der Wahrheit.“
  • Naturelemente hübschen die Lyrik auf und können symbolisch für viele romantische Dinge stehen. Blumenarten und Wetterlagen sind immer gut. Rote Rosen für die Liebe. Weiße Rosen für den Frieden. Gelbe für Freundschaft, aber auch Eifersucht.

Für Anregungen und Ideen ein kurzes Gedicht zur Inspiration

Meinen Träume so nah,
Meinen Ängsten fern und los,
Sei ich dir, gebettet in deinen Schoß.
Wie ich der verdrehten Welt hinter dem Glas zusah,

Schien mir doch das Erdenreich so klein.
Und trotz allem klagend, leidigen Sein,
Erscheint meiner Selbst mit deinem Herzen
In Einklang alles in einem Blütenmeer zu verschwimmen
Den Hass durch einen tiefgrünen Wald auszumerzen.

Dir möcht ich mein Feuer spenden,
der du mir die dunkle Nacht zu einer Leuchtenden machst.
Dem will ich den Zenit meiner Geister und Seelen senden,
Da du den Schlüssel zu meiner innersten Pforte hast.

(c) Joachim Reisig, pixelio.de

Gedichte zu lesen hilft sehr, um zu verstehen wie man sie schreiben kann. Für romantische Lyrik ist Joseph von Eichendorff ein fabelhaftes Dichter-Beispiel. Sei es nun die altbekannte „Mondnacht“, oder etwas Unbekannteres von ihm. Auch Rainer Maria Rilke hat mit „Mein Leben ist wie leise See“, „Lösch mir die Augen aus…“, oder „Wenn es nur einmal so ganz still wäre“ traumhafte Liebesgedichte kreiert. Natürlich gehören auch Heinrich Heine und auch Johann Wolfgang von Goethe zu den ganz Großen. (CD)