Liebesrituale

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Foto: EpicStockMedia/shutterstock.com
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Fragt man Menschen über 50 nach ihrem Liebesleben, so fallen die Antworten oft sehr zögerlich aus. Unsicherheit und Scham bei den Damen, Ausweichen oder Angeberei bei den Herren. Das ist sehr schade. Gerade in der reifen Lebensphase kommt die Leidenschaft häufig zu kurz oder wird heimlich, virtuell oder gar nicht mehr gelebt.

Unsere Generation als geistige Erben von Oswald Kolle, Osho oder Dr. Sommer leben offensichtlich in einer lustlosen Zeit.

Wir schaffen es gerade noch so, mithilfe der Schönheitschirurgie oder Pharmaindustrie uns oberflächlich anzupassen, irgendwie äußerlich attraktiv zu bleiben, versuchen, dem Bild des fröhlichen Senioren zu entsprechen. Die Realität unter der Bettdecke sieht jedoch anders aus.
„Die Ursache aller Krankheiten ist ein Mangel an Liebe“ (Zit. Osho) … Wir sind oft so fern von zärtlichen Berührungen, Lust und Leidenschaft und tun uns so schwer mit zärtlichen Gesten, Worten, Augenblicken.

Mein Tipp für alle in die Jahre gekommenen Paare, die ihre Liebe und Gemeinschaft aufpolieren wollen: Ein Liebesritua l… selbstgestaltet oder in einem Tantra-Kontext für Paare. Dazu braucht es nicht viel: eine große Portion guten Willen, Mut und ein paar liebevoll ausgewählte Details. Kerzen, Musik, Düfte, eine schöne Umgebung … vor allem aber Zeit.
Zeit für einander und nur mit einander zu verbringen, ist wohl eine der wichtigsten Ressourcen einer guten Beziehung. Die Liebe will gepflegt werden über die Jahre, wenn sie immer wieder frisch erblühen soll. Foto: Gabriele Richter

Ein Liebesritual kann zuhause gefeiert werden, in der Natur oder an einem anderen schönen Ort. Es beginnt damit, sich ganz bewusst zu begegnen, mit den Augen, mit den Händen … sich herzlich zu umarmen, zu spüren, dass wir da sind … miteinander im Jetzt.
Augenblicke und magische Moment können wir nicht festhalten, aber immer wieder neugestalten. Rituale sind kleine Feste, deren Wirksamkeit nicht zu unterschätzen ist. Denken wir an Taufen oder Hochzeiten: Auch sie besiegeln Verbundenheit und Gemeinschaft. Ein Liebesritual hat ebenso diese erneuernde Magie. Ganz bewusst die Liebe zu feiern, die Kraft der Beziehung, das gemeinsame Glück, Erinnerungen, die überstandenen Krisen.

Ein Fest der Liebe kann zu Hause gefeiert werden, in der Natur oder einem anderen schönen Ort. Es beginnt damit, sich ganz bewusst zu begegnen, mit den Augen, mit den Händen … sich herzlich zu umarmen, zu spüren, dass wir da sind … miteinander im Jetzt. Unsere Sinnlichkeit wieder neu entdecken, gemeinsam fühlen, tanzen, essen, trinken und sich gegenseitig zärtlich verwöhnen. Berührung ist so heilsam, wohltuend; zwei Menschen, die sich Haut an Haut spüren, Liebe fließen lassen durch alle Spuren der Zeit.

So ein Freudentag bleibt unvergessen, bewahrt in den Herzen auch in den dunklen Stunden der Liebe. Das Glück der Zweisamkeit braucht Zuwendung, nicht Zweifel oder Leistungsdruck … manchmal nur einen magischen Tag.
Ob Hochzeits-, Geburtstags- oder Jahrestage, wir wünschen oft so viel auf Karten oder Emails: Freude, Gesundheit, Liebe und Glück. Das Erleben dieser guten Wünsche liegt jedoch allein in unserem Handeln.

Schenken wir uns Liebe, dann kommt das Glück gleich mit. Vviel Freude beim Lieben. (GR)

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