Musik-Tipp der Woche: Johannes Oerding und Perfume Genius

0
149
Johannes Oerding

Diese Woche haben wir für Dich zwei Alben, die wir dir ans Herz legen wollen. Es geht um „Kreise“ von Johannes Oerding und „No Shape“ von Perfume Genius! Zwei großartige Musiker, die einen mitreißen, textlich und gesanglich, aber dennoch unterschiedlicher nicht sein könnten.

Johannes Oerding -Kreise (Columbia)
„Kreise“ ist bereits Johannes Oerdings fünfter Album. Sein erstes Album „Erste Wahl“ erschien 2009 und erreichte auf Anhieb Platz 39 der deutschen Albumcharts. Seitdem bringt Johannes in einem zweijährigen Abstand ein neues Album raus. „Kreise“ ist auf jeden Fall sein Geld wert, der Fan bekommt 14 neue Songs, plus obendrauf sechs Songs in der Akustik-Version. Für dieses Album hat er sich von einem Australien-Trip inspirieren lassen. In Backpacker-Manier hat er das Land mehrere Wochen erkundet. Überraschenderweise blieb die Gitarre zu Hause, dafür wurden alle Ideen in Tagebuchform festgehalten. Der Song „Unser Himmel ist der gleiche“ zeugt vor allem von dieser Zeit, da auf ihm auch ein Digeridoo zum Einsatz kommt.
Auf „Kreise“ scheut Johannes, und dies ist wirklich neu, nicht davor zurück auch mal politisch zu werden. Dafür zeugt vor allem der Song „Weiße Tauben“, den er zusammen mit Sammy Deluxe geschrieben hat.
Dabei kann Johannes sanfte, leicht raue Stimme auf allen Tracks überzeugen, sie trägt jedes Lied, und lässt den Hörer immer aufmerksam zuhören und lauschen. Auf seine ihm ganz eigenen Art und Weise schafft es Johannes eine emotionale Bindung zu seinem Zuhörer zu finden, und wie es im Pressetext auch heißt, es fühlt sich an, als würde er nur für einen selber singen. Dieses Album kann definitiv alles für einen sein, ein Wegbegleiter durch alle Lebenslagen, beruhigend, trostspendet, aber genauso auch aufbauend, und für fröhliche Zeiten.

Perfume Genius – No Shape (Matador)
Perfume Genius ist der Künstlername des aus Seattle stammenden Mike Hadreas. Lange Zeit war er der Liebling der Musik-Geeks. Nur wenige kannten ihn hierzulande, und haben damit auch sein begnadetes Talent verpasst. Auf seinem neuen Album geht er einen großen Schritt, erstmal orientiert sich das Album an Glam-Rock, Soul und Pop. Und dabei macht er keine halben Sachen, die Song klingen zu weil, als wäre eine ganze Band anwesend, „wenn schon, denn schon”, scheint hier das Motto zu sein. Und dies steht dem Album wirklich gut. Waren seine Alben vorher, davon bestimmt, dass er sich mit der Tyrannei seines Großvaters, seiner Drogensucht und seiner gesellschaftlichen Ausgrenzung durch seine Homosexualität beschäftigte, geht es diesmal durch aus auch politisch zu, was auch durch die Trump-Regierung bedingt ist, die ja leider, wie wir alle wissen, eher homophob ist. Aber das Album geht auch um die Liebe. Mike hat mit seinem Freund mittlerweile die große Liebe gefunden, und dies hört man in einigen Songs des Albums und spätestens, der 13. Und letzte Song, ist ganz Alan gewidmet, denn so ist auch der Titel.

 

Perfume Genius