Musiktipp der Woche: Ansa Sauermann und Philipp Dittberner

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Ansa Sauermann
Quelle: amazon.de Ansa Sauermann

Heute möchten wir euch die Musik von zwei deutschen Singer-/Songwritern ans Herz legen! Die zwar irgendwie unterschiedlicher nicht sein könnten und sich dann trotzdem sehr ähnlich sind! Uns zwar geht es um Ansa Sauermann, der sein erstes Album veröffentlicht! „Weiße Liebe“ heißt das gute Stück. Philipp Dittberner veröffentlicht mit „Jede Nacht“ bereits sein zweites Album. Was die beiden zu etwas Besonderem macht und warum ihr unbedingt reinhören müsst, lest selber!

Ansa Sauermann –Weiße Liebe
Ansa Sauermann haben wir letztes Jahr zum ersten Mal gesehen, bei den New Music Awards. Die eigentlich Newcomer Awards der deutschen Radiosender sind, vor allem der Jugendradios. Leider haben die Musiker mittlerweile nicht mehr soviel mit Newcomern zu tun, denn die meisten haben eh schon ein Plattenvertrag mit einem Major. Es wäre schön, wenn bei solchen Preisen Künstler präsentiert werden, die noch keinen Plattenvertrag haben, also wahre Newcomer sind. Soviel zur Systemkritik.
Ansa Sauermann war auf jeden Fall im letzten Jahr auch dabei, und definitiv ein Künstler, der herausstach. Umso erfreulicher, dass jetzt sein Album erscheint! „Weiße Liebe“ heißt das Langspiel-Debüt des Dresdeners, der, wäre es nach seinen Eltern gegangen, klassischer Pianist geworden wäre. Er selber bezeichnet seine Musik als „bluesschwanger“, „rockig“ und „popgetrieben“. Blues findet man eher weniger auf dem Album, dafür aber eine gelungene Mischung aus Pop und Rock verbunden mit tollen deutschen Texten. Dazu kommt noch Ansas Stimme, die heraussticht, wir haben ja einen kleinen Stimmen-Fetisch, wie ihr vielleicht schon gemerkt habt. Seine Stimme ist irgendwie sanft und rauchig zu gleich, wenn es sowas gibt. Aber irgendwie fesselt sie einen, fesselt an seine Texte und an dieses Album. Auf insgesamt 12 Stücken besingt Ansa Themen, wie Liebe, Zeitgeschehen und vieles mehr.

Und das Album nimmt immer mehr Fahrt auf. Anfangs waren wir noch am Zweifeln, was das Album wohl geben mag. Versucht der junge Mann, der bei Columbia (Sony) unter Vertrag steht, der neue Max Giesinger zu werden? Aber diese Frage können wir klar mit „nein“ beantworten! Ansa geht hier seine eigenen Wege, er hat sich freigemacht von Gefälligkeiten und wäre wohl vor ein paar Jahren gerne in die sogenannte Berliner Schule aufgenommen worden. Er erinnert eher an die Thees Uhlmanns dieser Welt, bevor dieser Alben rausgebracht hat, die zu poppig und beliebig wurden.
Wir wollen euch noch ein paar Songs ans Herz legen. „Geist“ ist ein unglaublich toller Song. Der definitiv Ohrwurm-Charakter hat und wohl nicht zu Unrecht bereits eine halbe Million Streams auf Spotify hat. In „Tal der Ahnungslosen“, man könnte meinen eine Hommage an seine Heimat, geht es jedoch um Kritik an der Pegida-Hochburg. Er nennt sie „die Stadt der zwei Gesichter“, und irgendwie spürt man förmlich seine Zerrissenheit, zwischen Heimatgefühlen und der Frage „lohnt es dich zu lieben“? Es ist ein Lied, welches das Zeitgeschehen beschreibt, aber zeitgleich die Betroffenheit zeigt, die die Einwohner umtreibt. Eine neue Perspektive! Wir könnten noch einige Lieder nennen, aber hört doch selber rein.

Philipp Dittberner- Jede Nacht
Philipp bringt mittlerweile sein zweites Album heraus. Und seine Geschichte ist irgendwie ein Musiker-Märchen. Sein Song „Wolke 4“ wurde über Soundcloud zum Internet hin, woraufhin er zum Titelsong für ein Floßgewinnspiel beim Radio Sender Fritz ausgesucht. Der Song kam so gut ein, dass er einen Plattenvertrag bekam und der Song dann einen Sommer später (!!!) der Sommerhit wurde, wie schnell es dann doch gehen kann. Und „Wolke4“ erreichte sogar dreifach Gold. Noch eine weitere Annekdote am Rande, „Wolke 4“ hat er zusammen mit Marv produziert, und die beiden hatten sich vor dem Ende an der Arbeit an dem Song noch nie persönlich getroffen. Und Philipp durfte bei Grönland Records, dem Label von Herbert Grönemeyer, unterschreiben. Und trotzdem will Philipp einfach nur Musikmachen und Freunde treffen. Und ich muss auch sagen für mich ist er irgendwie ein Phänomen, würde ich doch alle möglichen Musiker erkennen, wenn ich sie auf der Straße treffe, Philipp wäre es nicht, einfach, weil ich kein direktes Bild von ihm vor Auge habe, aber dass gehört wohl einfach dazu, so steht auf seiner Webseite: Es gibt Popmusik, die funktioniert über ein Gesicht, über einen Namen, der eine Marke ist. Bei meiner Musik spielt das glaube ich keine so große Rolle, und genauso will ich das: dass die Leute über die Musik Identifikation finden und Nähe spüren, nicht über mich. Ich trete zurück, damit die Musik im Vordergrund stehen kann. Darum gehts mir, das ist mir immer schon sehr wichtig. Das konstruiere ich aber nicht, das passiert einfach so – weil es meine Musik eben so will“
Und wir können nur sagen, dass wir Philipp jedes Glück der Welt wünschen, jemand der so unaufgeregt mit dem ganzen Geschäft hinter der Musik umgeht, dem sei es gegönnt. Auf seinem Album „Jede Nacht“ besingt er auf 13 Stücken das Leben mit allen Höhen und Tiefen und Facetten, und dabei hört man ihm einfach zu. Seine Musik ist wohl mit das Ehrlichste, was wir momentan in der deutschensprachigen Musik haben.

Und hier habt ihr die Möglichkeit Philipp live zu erleben:

05.10.17 Erfurt, Kalif Storch
08.10.17 Leipzig, Werk 2
09.10.17 Hamburg, Grünspan
10.10.17 Bremen, Schlachthof
12.10.17 Hannover, Capitol
13.10.17 Karlsruhe, Tollhaus
14.10.17 Frankfurt, Gibson
17.10.17 Berlin, C-Theater
18.10.17 Köln, Gloria
19.10.17 Dortmund, FZW
21.10.17 Ulm, Roxy
22.10.17 München, Clap Club
23.10.17 Suttgart, Im Wizemann
24.10.17 Zürich, Kaufleuten
26.10.17 Rosenheim, Ballhaus
27.10.17 Wien, Chaya Fuera

Philipp Dittberner