Musiktipp der Woche: Lorde und Michael Patrick Kelly

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Michael Patrick Kelly
Quelle: https://www.michael-patrick-kelly.com

Diese Woche haben wir wieder zwei Musiktipps für dich. Zum einen Michael Patrick Kelly, der in den 1990er Jahren als Mastermind der Kelly Family seine größten Erfolge feierte und nun sein viertes Soloalbum „ID“ veröffentlicht. Welches ihn, spätestens jetzt, als Solokünstler in den deutschen Landen etabliert. Außerdem veröffentlich die mittlerweile 20-Jährige Lorde nach vier Jahren ihr zweites Album „Melodrama“, welches wieder beweist, wie weit die Künstlerin ihrer Zeit voraus ist!

 

Michael Patrick Kelly- ID
Michael Patrick Kelly kennen die meisten wahrscheinlich als Paddy von der Kelly Family. Sie hatten in den 1990er Jahren ihre größten Erfolge und verkauften nicht weniger als 20 Millionen Platten. 2003 veröffentlichte er sein Solo-Debüt, welches er „Exile“ nannte, fast passend dazu, verabschiedete er sich aus der Öffentlichkeit und zog in ein Kloster. Ab 2010 trat er dann wieder in Erscheinung. Und diese Auszeit hat ihm sehr gut getan, er hat sich von all seinen Dämonen befreit, und sich dem christlichen Glauben verschrieben, aber vor allem sich selber wiedergefunden. Als jemand, der fast nebenbei vom Straßenmusiker zum Schlossbesitzer wurde, und mit dem Bruch der Familienbande zu kämpfen hatte, wahrlich kein leichtes Unterfangen.
Jetzt, drei Alben später, ist er gerade in der Erfolgsshow „Sing mein Song- Das Tauschkonzert“ jede Woche in den deutschen Wohnzimmern präsent. Passend dazu hat er jetzt sein insgesamt viertes Album „ID“ veröffentlicht“! Und das Album kann wirklich wieder überzeugen, da es vor allem durch seine Vielseitigkeit glänzt. Der Folk steht im Mittelpunkt, dennoch gibt es durch die Zusammenarbeit mit z.B. Gentleman auch Dancehall- und Reggae-Einflüsse, bei einigen Lieder gibt es auch einen souligen Einschlag. Auch sein christlicher Glaube fließt in einigen Songs mit ein, vor allem ist dabei „Requiem“ zu nennen. Durch all diese Komponenten wird das Album nie beliebig oder langweilig. Außerdem sind da auch noch seine Songwriter-Qualitäten und sein Hang zu klassischen Arrangements, die das Album in der schnelllebigen Musikwelt, in dem jeder nach dem Neuen und Einzigartigen sucht, zu etwas Besonderem macht.
ID ist vor allem die Suche der eigenen Identität, wie auch der Titelsong zum Album, insbesondere, beweist. Das Lied „So Beautiful“ wollen wir Dir besonders ans Herz legen, es überzeugt durch seinen tollen Text, und die tollen Streicherarrengements.
Der letzte Song auf dem Album heißt „Last Words“ und ist ein Lied, das textlich nur aus den letzten Worten berühmten Persönlichkeiten besteht, auf die Idee muss man auch erstmal kommen. Und dazu das tolle, fast schon, theatrale Arrangement, ein Song, der definitv auf jede Playlist gehört.
So ist ID alles in Allem ein wirklich tolles Album, dass man immer wieder hören kann, und einem wird nicht langweilig, man entdeckt eher noch die Einzigartigkeit der einzelnen Songs und verliebt sich immer wieder neu.

Lorde- Melodrama
Lorde kennen viele wahrscheinlich noch durch ihren Song „Royals“, der der damals 16-jährigen einen weltweiten Erfolg einbrachte, und zu dem Pop-Star schlechthin machte. Vier Jahre ist seit ihrem Debüt-Album vergangen, auch wenn es einem gar nicht so vorkommt, liegt dies vielleicht an den zeitlosen Songs von „Pure Heroine“? Dennoch hat Lorde sich nicht stressen lassen und nach dem so erfolgreichen Debüt, gleich Album um Album herausgebracht und wäre somit Gefahr gelaufen irgendwann beliebig zu werden.
Nun veröffentlicht die mittlerweile 20-Jährige ihr neues Album „Melodrama“ und schon die Vorab-Single „Green Light“ zeigte die gereifte Lorde. War ihr Debüt „Pure Heroine“ noch sehr gesellschaftskritisch, geht es auf „Melodrama“ doch persönlicher zu, die erste große Trennung später, fast erwartbar. Außerdem scheint sie das Klavier für sich entdeckt zu haben. Was insbesondere auf dem Song „Liability“ zum Ausdruck gebracht wird. Außerdem brilliert sie darin mit einer Textzeile, die kaum besser zu unserer heutigen, schnelllebigen Zeit passen könnte: „I am a toy, that people enjoy, till all of the tricks dont work anymore, and then they are bored of me..“

Das Album hat sie mit dem Produzenten Jack Antonoff erarbeitet, der seines Zeichens auch Lena Dunhams Freund ist, also ein illustrer Kreis, der sich da irgendwie schließt. Es geht insgesamt auf dem Album um das Alleinsein, die guten, sowie die schlechten Zeiten. Und man mag kaum glauben, wie Lorde dieses Thema textlich umsetzt, es scheint, als ob keine 20-Jährige die Texte geschrieben hat, für einige so unglaubhaft, dass sie unlängst in einem neuseeländischen Blog ihre Geburtsurkunde veröffentlicht hat, so die Legende.
„Melodrama“ ist ein Album, dass in den letzten vier Jahren zu einem Album gewachsen ist, dass ebenso zeitlos wie „Pure Heroine“ ist und Lorde einen noch größeren Eintrag, als sie eh schon hat, in die Musik-Geschichtsbücher bringen wird. Und dabei spricht sie, ganz nebenbei aus dem Herzen nicht nur einer Generation.

 

Lorde