Musiktipp: „Everything this Way“ – Walking on Cars

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Auf Autos laufen: Eine gute Szene für einen Film. Sei es ein Actionstreifen, in dem der Held gerade einen Verbrecher jagt und dabei über fahrende Autos springt und läuft, um sich fortzubewegen. Oder doch lieber romantisch? Eine Szene bei Nacht: Im Licht der Straßenlaternen schlendert der/die Protagonist(in) leicht angetrunken nach Hause von der Party bei Freunden. In Begleitung einer werdenden Liebe und gemeinsam ist es auf einmal ein rießengroßer Spaß, nicht den normalen Weg zu nehmen, sondern über die parkenden Autos zu klettern.

Was sich die Band dabei dachte, als sie sich für diesen Namen entschied, weiß ich natürlich nicht, aber da darf jeder für sich weiter rätseln. Wichtiger ist, dass Walking on Cars, eine irische Indie-Rock-Band, 2016 ein wunderschönes Album auf den Markt brachte, das ich jetzt vorstellen möchte. Kennen werden die Meisten das Quintett dank dem Song „Speeding Cars“ von 2015.

Ein emotionales Bild vom Leben

Die Musik der Iren wird immer begleitet von einer Klavierstimme, die sich angenehm mit der rauchigen, brechenden Stimme des Sängers kontrastiert. Patrick Sheehy besitzt eine Stimme, die man überall wiedererkennen würde. Irgendwie sanft und dunkel, irgendwie sehnsüchtig. Dazu haben die Lieder immer etwas Sphärisches im Hintergrund, Rhythmus und Gitarren geben etwas Rock-Charakter hinzu.

Das Album, welches den Titel „Everything this Way“ trägt, ist das erste Album der Band und malt ein sehr emotionales Bild über das Leben der Mitglieder. Walking on Cars können dabei ihre stilistische Einzigartigkeit schon im ersten Album beweisen und nach den Singles, die bereits erschienen sind, zu einem Wiedererkennungswert formen.

Walking On Cars – Bandfoto

„Everything this Way“ besteht aus 12 Titeln, die alle bereits veröffentlichen Singles beinhalten. Die Musik entstand über mehrere Jahre, seit 2010 und erzählt eine sehr tiefgängige Geschichte.

  • Catch Me If You Can
  • Two Stones
  • Mind Me
  • Ship Goes Down
  • Speeding Cars
  • Love Backs Down
  • Always Be With You
  • Hand In Hand
  • At Gunpoint
  • Tick Tock
  • Flying High Falling Low
  • As We Fly South

Ein poetisches Tagebuch

Alles begann bei den ersten Aufnahmen, die die fünf Mitglieder anfangs alleine auf die Beine stellten. Dafür mieteten sie sich ein abgelegenes Haus – ohne Internet und sehr spartanisch. Was dabei entstand, sind echte Songs. Lieder, die sich auf reine Gefühle und den Mut auszureißen stützen. So entstanden Tracks wie „Don’t Mind Me“

Als langsam der Erfolg einsetze und man begann, Aufnahmen im Tonstudio zu machen und zu touren, erfuhr Sheehy über die Schwangerschaft seiner Freundin. Eine turbulente Zeit, in der der Sänger Musik und Liebe aufteilen musste. So entstand „Ship Goes Down“.

So gibt es zu jedem Lied auf dem Album eine Geschichte der einzelnen Bandmitglieder. Oft mit einem kleinen Augenzwinkern. Ein poetisches Tagebuch mit melodischer Unterstreichung, das an Romantik kaum zu überbieten ist. Es geht darum, für immer zusammen zu halten, aber auch darum, dass Liebe manchmal nicht stark genug ist, um die Gemüter und die Freiheit der Liebenden dauerhaft zu verbinden. Es geht um das Loslassen und Reisen, um das beängstigende Leben und um Hochs und Tiefs. (CD)

Heads up, show down,
Come home with me,
Catch me if you can,
I’m a little bit scared tonight.