Musiktipp: „Tranquility Base Hotel & Casino“ von Arctic Monkeys

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Ein Jahr und ein halbes. So lange ist bereits bekannt, dass die Arctic Monkeys an einem neuen Album arbeiteten. Im Mai diesen Jahres war es dann soweit: „Tranquility Base Hotel & Casino“ erschien und die Band zeigt, wie sehr sie sich entwickelt hat.

Bekannt wurden die Arctic Monkeys aus Sheffield in England mit Indie-Rock. Jetzt zeigen sie ihre stilvolle Seite. Das neue Album gibt sich äußerst elegant und mit einem romantischen Touch, der vorher zu erahnen, aber nicht vorhanden war. Ursprünglich hatte Sänger Alex Turner den restlichen Mitgliedern die ersten Ideen für Lieder als Klavier-Demos vorgestellt. Es dauerte eine Weile, aber schließlich konnten sich alle mit dem neuen Sound anfreunden und die Arbeit begann.

Traumwelt trifft Vintage-Vibes

Die Musik klingt nachdenklich und bedacht, dennoch leichtfüßig. Ein wenig Vintage schwingt mit und es wäre zum Rhythmus des Albums eine sehr schöne Gelegenheit einen Abend mit einem oder auch zwei Tänzen abzurunden.

Die Musik ist, wie der Titel des Albums bereits verrät, sehr ruhig, die tiefen Töne und die sanfte Stimme von Turner wiegen einen in einem langsamen Schwung, wie schwere Wellen auf dem Ozean.

Eine düstere Traumwelt mit der fast schon ungreifbaren Musik der Arctic Monkeys. Sie umhüllt uns wie Nebelschwaden und lässt uns in eleganten Gedanken baden.

So who you gonna call?

The martini police?

Baby, that isn’t how they look tonight, oh no

It took the light forever to get to your eyes

Tranquility Base Hotel & Casino“ besteht aus elf Liedern:

  • Star Treatment
  • One Point Perspective
  • American Sports
  • Tranquility Base Hotel & Casino
  • Golden Trunks
  • Four Out of Five
  • The World’s First Ever Monster Truck Front Flip
  • Science Fiction
  • She Looks Like Fun
  • Batphone
  • The Ultracheese

Poetischer Tiefgang

Titel sechs „Four out of Five“ scheint wie eine Erinnerung an den berühmtesten Song der Monkeys „Do I wanna know“ in der Mitte des Albums zu stehen. Ein bedachter Aufbau.

Die Romantik von „Tranquilty Base Hotel & Casino“ liegt sicherlich nicht darin, dass die Texte von Liebe handeln oder romantische Instrumente zum Tragen kommen. Es ist die Gesamtstimmung, die uns hier mitnimmt.

Die Texte scheinen wirr und die Namen der Tracks verraten nichts über den poetischen Tiefgang der Aussagen. Wie Gedichte, die Geschichten erzählen wollen, wirft uns der Sänger seine rätselhaften Verse vor die Füße – ein wenig trotzig, ein wenig kritisch, aber untermalt mit einem sexy Groove, der uns inspiriert. Die Vielseitigkeit in dieser ruhigen Welt lässt Raum für einen entspannten Abend.

Zurück in die 60er Tanzclubs

Der letzte Song „The Ultracheese“ ist sogar ein Walzer, also wenn man nicht sowieso schon zum Tanzen angeregt war, dann ist jetzt die letzte und die beste Chance. Das Lied wiegt uns ein in die goldenen Tanz Säle der 60er Jahre, wenn die Nacht sich bereits dem Ende neigte und die Musik von schwungvoll zu stimmungsvoll wechselte.

Oh the dawn won’t stop weighing a tonne

I’ve done some things that I shouldn’t have done

But I haven’t stopped loving you once.

Obwohl sich das Album nicht viel um Romantik zu scheren scheint und die Texte unsere Konsumgesellschaft auf den Arm nehmen, so können wir dazu doch die Augen schließen und glauben. (CD)