Musiktipp: „Wildness“ von Snow Patrol

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Minimalismus und Popmusik? Liebesballaden, die nicht ihre Aufmerksamkeit aufdrängen?

Lange haben wir nichts Neues gehört von Snow Patrol. Das letzte Album „Fallen Empires“ ist sieben Jahre her. 2018 ist es endlich soweit, die Band um Sänger Gary Lightbody lässt ihre Musik in neuem Licht und mit neuen Titeln erstrahlen.

Wo die Band 1994 im Genre Rock auftrat, zelebriert „Wildness“ nun das Motto „Weniger ist mehr“ und es wird sehr kuschelig. Man muss sich tatsächlich fragen, was Snow Patrol dieses Jahr auf Rock am Ring zu suchen hatte, denn unter Rock verstehe ich doch etwas Anderes, was allerdings für einige Bands des Line Ups 2018 galt.

Aber das ist ein anderes Thema. Richten wir unsere Aufmerksamkeit lieber auf „Wildness“, denn wenn Ihr Romantik sucht, seid Ihr hier an der richtigen Adresse.

Dschungelromantik

Mit mystischen Zügen klingt die Stimme von Lightbody durch einen Raum, der weit und leer scheint, nicht einsam, sondern dunkel und voll, nicht unheimlich, eher umschließend und schützend. Viele Lieder sind lediglich mit einer Akustikgitarre begleitet und tragen den Hörenden über eine dunkle Wasseroberfläche.

Die Texte des Albums erklären den Namen Wildnis. Sie scheinen eine spontane, intuitive Ansammlung aus Mut und Stürmen zu sein. Ein Dschungel, dessen Lianen ein Geflecht bilden, das uns als Menschen zusammenhalten soll. Es geht selten um das lyrische Ich, sondern vielmehr um ein allgemeines romantisches Bild von Menschen. Wenn die Lieder sich um das lyrische Ich drehen – in diesem Fall spezifisch wohl auch auf die Bandmitglieder bezogen – so geht es um die Wildnis, in der sich der Geist zur Jugend befindet. Der Romantisierung einer Kindheitsgeschichte.

Remember the first time that we kissed

It felt like a planet forming

Though we were just novices at this

It felt like an ancient wisdom

There was lightning then

And those songs were all proved true

No wonder I still think so much about you

Faszination und Ruhe

Zehn Tracks zählt das Album. Auf der Deluxe Version gibt es dann noch 5 Akustikversionen, die besonders unter die Haut gehen. Zwei Stimmen, Gitarre und Mensch, seit jeher übt diese einfache Kombination eine Faszination und Ruhe aus.

Wildness

  • Life On Earth
  • Don’t Give In
  • Heal Me
  • Empress
  • A Dark Switch
  • What If This Is All The Love You Ever Get?
  • A Youth Written In Fire
  • Soon
  • Wild Horses
  • Life And Death

Deluxe Version (Akustik)

  • Life On Earth
  • Don’t Give In
  • Heal Me
  • What If This Is All The Love You Ever Get?
  • Soon

Die Musik des Albums wiegt Euch sanft in den Schlaf, wennIhr mal wieder zu viele Gedanken habt, die Euch im Kopf herumschwirren. Live dagegen ist die Musik weniger zum Einschlafen, aber sie inspiriert zu Umarmungen.

Man sollte sich Snow Patrol nicht entgehen lassen, denn die Songs halten, was sie versprechen und die Band kann das Niveau in Concert genauso präsentieren. Snow Patrol touren zurzeit weltweit und besuchen Deutschland Anfang 2019. Vielleicht ist es eine gute Idee für ein romantisches Weihnachtsgeschenk vorzusorgen und dann gemeinsam im Januar oder Februar ein tolles Konzert zu besuchen? 😉 (CD)