Neuengland für Träumer

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Foto: Celina Döring
Foto: Celina Döring

Was passiert da nur zurzeit in den Vereinigten Staaten? Der Wahlkampf ist alles andere als vielversprechend … Politik mal beiseite, hat die USA landschaftlich trotzdem noch zu viel Charme, um nicht doch dorthin zu reisen. Diesmal verschlägt es mich an die Ostküste, oben im Norden. Haben Sie schon mal vom Staat New Hampshire gehör? Oder Vermont? Die Staaten sind eher klein, aber unglaublich schön. Wälder und klare Seen, soweit das Auge reicht.

Skifahren im Winter und Schwimmen im Sommer. Wussten Sie, dass die Eiscrememarke „Ben and Jerry’s“ aus Vermont kommt? Und ich kann versprechen, dass das Eis dort dreimal so gut ist als bei uns. Die Fabrik zu besuchen lohnt sich also immer, um mal mit dem Partner die verrücktesten Sorten zu testen. Auch der echte, süße Ahornsirup kommt aus dieser Gegend und macht jedes Pancake-Frühstück zu einem besonders süßen Genuss.

New Hampshire, welches direkt neben Vermont liegt, bietet Natur, Frieden und viele romantische Plätze, ganz ohne Touristen. Vergessen Sie die überfüllten Shoppingmalls und lassen Sie sich fallen. Dieses Amerika hat nämlich viele Facetten.

Ein Flug nach Boston lohnt sich bereits, weil Boston eine besonders schöne amerikanische Stadt ist. Die älteste überhaupt, denn hier sind vor einigen Jahrhunderten die Pilgrims gelandet. Die ersten Tage einer Reise bringen in dieser Foto: Celina DöringStadt noch das typische Ostküstenflair. Weniger hektisch als New York und dennoch prachtvoll und geschäftig. Zu Fuß kann man alles erreichen, wenn man kein Taxi zahlen will und es nicht stört, dass man viel auf den Beinen ist. Sie sollten checken, ob im Fenway Park ein Red Sox Spiel läuft. Die sind meistens nicht teuer und bieten auch Leuten, die sich nicht mit Baseball auskennen, eine Menge Spaß, denn die Amerikaner wissen, wie Sport zelebriert werden muss.

Downtown Crossing ist ein schönes Einkaufsviertel, und auch die Newbury Street bietet sich an. Sie ist offen und weit, mit Bäumen und außergewöhnlichen Läden gesäumt. Hier ist es auch einfach, ein nettes Stadt-Café zu finden, von wo aus man dem Treiben zusehen kann. Um die Stadt von oben zu sehen, lohnt es sich, auf die Aussichtsplattform im Prudential Tower zu fahren, die Sicht ist atemberaubend. Dort oben gibt es auch ein schönes Restaurant, wenn man gerne mit Ausblick diniert.

Mit dem Mietwagen oder einer sehr guten Busverbindung vom Südbahnhof und dem Flughafen geht es weiter nach Hanover, New Hampshire. Die Fahrt dauert um die 2 Stunden. Der Bus läuft unter dem Namen „Dartmouth Coach“, gleichnamig mit dem relativ bekannten College in Hanover. Hanover ist ein schickes und süßes Städtchen umgeben von dichten Wäldern. Es ist einfach toll gelegen für Ruhe und um dem Tourismus zu entgehen und dennoch eine traumhafte Reise zu machen. Gute Restaurants und das gepflegte amerikanische College-Gelände machen es aus. Von hier kann man die schönste Natur ganz leicht erreichen. Viele zauberhafte Spaziergänge sind eine halbe Stunde Autofahrzeit entfernt und einige starten auch direkt in Hanover. Auch der Appalachian Trail führt durch das Städtchen. Man spaziert gemütlich durch die dichten Wälder in völliger Einsamkeit.

Besonders schön ist der Spaziergang zum Fire Tower auf dem Gile Mountain. Man kann da nichts falsch machen. Der Weg ist leicht, und vom Turm aus hat man einen unendlichen 360°-Blick auf die Green und White Mountains. Wenn der Wind nicht geht, kann man die stille hier beinahe hören. Im Herbst leuchten die Bäume in den wärmsten, prächtigsten Farben, die man sich vorstellen kann. Neuengland ist bekannt für seinen leuchtenden Herbst. Im Winter ist ein Reich aus Schnee und Eis und im Sommer ein grünes Paradies. Die einzige Zeit, die nicht so gut geeignet ist, ist der Frühling, weil meist viel Regen fällt und der Boden vom Schmelzwasser schlammig ist.

Foto: Celina DöringEine weitere wunderschöne Wanderung, etwas anstrengender, führt zum Mount Cardigan. Dieser Berg hat einen schönen Weg über Brücken und Felsen, bis man die große Felskuppe erreicht. Auch von hier ist die Aussicht phänomenal, und es gibt nichts Romantischeres, als sich einen Picknick-Rucksack zu packen und oben in der Sommersonne ein edles Picknick mit Champagner, Broten und Musik zu machen. Selbst wenn andere Leute gerade auch auf dem Berg sind, das Plateau bietet mehr als genug Platz für Abgeschiedenheit.

Im Nachbarstaat Vermont, 30 Minuten entfernt von Hanover liegen Queechee und Woodstock. Auch hier ist alles geboten für prächtige Aussichten. Der Wildbach hat hier eine Schlucht in die hügeligen Wälder gefräst. Im Sommer kann man hier im Bach und im See baden. Es gibt auch eine kleine, rustikale Souvenirmall und das Örtchen Woodstock ist wie aus einem Bilderbuch mit vielen netten Lädchen. Gerade im Winter, wenn hier alles weiß verschneit ist, ist es wie das Dorf des Weihnachtsmanns.

Die Winter hier oben sind kalt. Kalt und verschneit. Es ist traumhaft stimmungsvoll und romantisch. In Hanover friert jährlich der Occom Pond, ein kleiner See, zu und eignet sich toll zum Eislaufen. Auf dem Collegegelände stehen Eisskulpturen. Skifahren kann man ebenfalls überall in der Umgebung. Meist sind die Abfahrten breit und nicht steil. Nah und beliebt sind der Dartmouth Skiway und Wale Back, oder auch die Suicide Six hinter Queechee (der Name hat nichts zu bedeuten ;)).

Wer „The Sound of Music“ mag, ist hier goldrichtig. Eine Stunde entfernt von Hanover ist das Haus der ehemaligen Familie Trapp, heute ein Hotel, das alle Begeisterten gerne willkommen heißt. Und wenn man schon mal dort in Vermont ist, ist man auch gleich in der Teddybären Fabrik, wo „Build a Bear“ seinen Ursprung hat. Erwecken Sie Ihren eigenen wertvollen Teddybären zum Leben, geben ihm ein Herz und schenken Sie ihn Ihrem/Ihrer Geliebten. Hier ist auch die Ben and Jerry’s Factory sowie die Stadt am See: Burlington, die eine hübsche Einkaufsstraße, die „Church Street“, hat.

Der Nordosten Amerikas wird Sie mit vielen Schätzen überraschen, von denen Sie zuvor nie gehört hatten. (CD)Foto: Celina Döring