Think of Yourself: Wie viel Aufwand sollten wir in die Planung unserer Hochzeit stecken?

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Dieses Mal soll es um einen ganz arg wichtigen, nicht zu vernachlässigenden und trotzdem meist nicht so stark beleuchteten Aspekt in Sachen Hochzeitsvorbereitung gehen: Und zwar um Euch selbst – um Euch als Hochzeitspaar, die Ihr Euch riesig auf Eure Hochzeit und Euren Tag als größtes Liebesfest freut. Klar irgendwie, dass Ihr da auch alle Kräfte reinsteckt und eine tolle Feier organisieren wollt, damit es ein Tag ist, der individuelle Geschichte schreibt 😊

Vielleicht ist die Frage nach dem Aufwand und der Energie, die man in ein solches Hochzeitsfest und dessen Planung hineinbringt, auch deshalb so unterrepräsentiert, weil es nichts Handfestes ist, um das es geht – weil es sich also nicht etwa um die Hochzeitstorte, die schönsten Eheringe, die Tisch-Deko oder andere materielle Faktoren der Hochzeit geht. Klar, dass man über solche Aspekte in Hochzeitsratgebern eher mal stolpert … über konkrete Fragen der Hochzeitsplanung. Doch davon wollen wir heute bewusst Abstand nehmen und uns fragen:

Wie sieht es eigentlich mit uns selbst aus: Wie viel Aufwand wollen wir aufbringen für unsere Hochzeit? Wie viele Kräfte, wie viel Energie können und wollen wir aufwenden für die Hochzeitsplanung?

Meines Erachtens nach zwar keine konkrete Frage der Hochzeitsvorbereitungen wie etwa die nach einem Budget, aber eine daher umso wichtigere Frage – und gleichzeitig doch irgendwie mit einem Budget verbundene Frage, aber eben bezogen auf die Kräfte und Energie. Und das ist gerade in der heutigen Zeit eine so wichtige Sache, dass man sich mit dem Thema Energieaufwand und der Frage, was Euch ein solches Fest wert ist, auch auseinandersetzt.

Dafür ist es zunächst ratsam, dass Ihr Euch Zeit nehmt. Zeit, um darüber nachzudenken, was Ihr wirklich wollt. Dabei können Euch natürlich alle möglichen Gedanken und Vorstellungen über bestimmte Dinge und Abläufe der Hochzeit in den Sinn kommen. Doch neben all diesen konkreten Vorstellungen kann diese Zeit Euch auch den Raum geben, damit Ihr Euch auf der Metaebene Gedanken machen zu Euren Wünschen in Bezug auf dieses große Fest, dass Ihr ins Nachdenken kommt, dass Ihr Euch – weil Ihr Euch als Hochzeitspaar auf Eure Heirat vorbereitet – auch mit Euch persönlich beschäftigt, Euch fragen, wie es Euch eigentlich im Moment gerade so geht und was Ihr Euch vorstellt, wie es Euch in den nächsten Schritten Eurer Hochzeitsplanungen gehen wird. Oder eben, was Ihr Euch wünscht und erhofft, wie es Euch dabei ergehen wird.

Das kann also zum Beispiel der Wunsch danach sein, dass Ihr Euch in all den Vorbereitungen nicht selbst komplett aus den Augen verliert – Euch selbst dabei nicht als Hochzeits- und Liebespaar, sondern Euch selbst aus dem Blick nur einer Person, also Eurer selbst. Oder einfacher ausgedrückt: Dass Ihr Euch als Ich und Persönlichkeit nicht total vernachlässigt, weil es ständig nur noch um das Zweisame und Gemeinsame geht und was (selbstverständlich und das ist ja auch gut so!) in den Hochzeitsplanungen auch stets so berücksichtigt wird, nämlich, dass es um Entscheidungen für bestimmte Faktoren der Hochzeit und des ganzen Festes geht, die beide Partner teilen, worüber man zu zweit spricht und übereinkommt, und: was dadurch auch manchmal zu Kompromissen führt. Was ja auch wichtig ist, dass das allgemein funktioniert in einer Beziehung. Dass man auch gemeinsam Kompromisse tragen und leben kann, auch wenn nicht beide Partner damit zu 100% konform sind.

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Neben diesem wichtigen Punkt der gemeinsamen Entscheide im Hinblick auf Eure Hochzeit ist es enorm wichtig, dass Ihr als einzelne Personen trotzdem weiterlebt. Das mag zunächst merkwürdig klingen, doch wie vielen Paaren da draußen geht es tatsächlich so, dass vor lauter Hochzeit nur noch das Fest und sie als vereinter Bund der Liebe in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit geraten? Und das nicht nur von außen, sondern auch durch Euch selbst? Dabei kommt es schlussendlich auch darauf an, dass Ihr – trotz der vielen Vorbereitungen, die als Paar und bald Verheiratete auf Euch zukommen – als individuelle Personen nicht aufhört, ein eigenes Leben zu führen. Dass Ihr nicht die vollen 100% ausschließlich aufs Gemeinsame geht, so wundervoll das Gemeinsame auch sein mag. Wir existieren trotzdem parallel für uns selbst. Als einzelne Personen. Also lasst uns das nicht vergessen!

Das wiederum heißt konkret: Trotz Hochzeitsvorbereitungen darf es mal einen gemütlichen Mädels-Abend geben, an dem nur Ihr mit Euren Freundinnen seid. Oder Euer Partner mit Kumpels ausgeht. Oder Ihr könnt Eure ganz individuellen Projekte aufziehen oder Euren sonstigen Freizeitaktivitäten auch mal alleine nachgehen. Das soll jetzt überhaupt nicht beschränkend klingen, denn was dabei rauskommt ist oft das Gegenteil von beschränkt: das volle Leben. Die volle Liebe. Und der Blick – von einer Person aus – auf Eure erfüllte Beziehung zu zweit und dem wundervollen Fest, womit Ihr diese feiert und Euch für immer aneinander binden wollt.

Ein weiterer Gedanke, der vielleicht auftaucht und in Euren Blick gerät, wenn Ihr Euch Zeit nehmt, über die Hochzeit und die Festvorbereitungen Gedanken zu machen, kann derjenige sein, dass Ihr manchmal das Gefühl hegt, vor lauter Hochzeitsvorbereitungen für gerade oben erwähnte Dinge überhaupt gar keinen Kopf, keine Zeit oder keine Energie mehr über zu haben. Gefühlt. Dabei sollte doch die Phase vor der Hochzeit gerade eine solche der Vorfreude sein!

Diesem Phänomen – was leider auch nicht ganz selten zutage tritt – könnt Ihr entgegentreten, indem Ihr Euch sagt, was Ihr zu zweit an Aufwand wirklich haben wollt. Und dabei wiederum spielen solche konkreten Faktoren doch wieder eine Rolle, die – wie eingangs erwähnt – in diesem Beitrag nicht die zentrale Rolle spielen.

Zumindest nicht ein einzelner. Doch: Nehmt Euch die Zeit, dass Ihr beide als Partner zunächst für Euch selbst darüber nachdenkt, was Ihr für Eure Hochzeit an Dingen unbedingt haben oder planen wollt. Da fällt Euch beiden sicherlich schonmal einiges ein, worauf Ihr an Eurer Hochzeit nicht verzichten wollt. Und das sammelt dann zu zweit. Denn dann ist schonmal klar, wie ungefähr der Rahmen aussieht.

Denn die Frage, ob jeder Hochzeitsgast etwa mit einem kleinen Geschenk von der Hochzeit nach Hause torkeln, für die Kinder eine speziell eingerichtete Aktivitätsecke zur Verfügung stehen, der Hochzeitstanz unbedingt von einer Live-Band gespielt werden oder die Blumendekoration ausnahmslos von Euch selbst mit viel Zeitaufwand und Liebe gebastelt werden muss – all das sind zurecht im Raum stehende Fragen und Überlegungen, wo es abzuwägen gilt, was Euch die jeweiligen Dinge tatsächlich wert sind. Und auch, was für einen Preis Ihr für Eure Hochzeit zahlen wollt. Und bereit seid zu zahlen.

Und dies in ungezwungenem Rahmen für Euch zu zweit zu ergründen, lohnt sich in jedem Fall, um danach im Zweifel sagen zu können, ob euch die Hochzeit bzw. die Prä-Hochzeitsphase auf jeden Fall mehr als Eure Euch eigentlich zur Verfügung stehende Energie rauben wird oder nicht. Beziehungsweise (und das ist ein weiterer super hilfreicher Tipp in diesem Zusammenhang):

Vergesst natürlich nicht, dass es Faktoren gibt, die Ihr zwar gut und gerne haben und an EUREM Tag auch genießen wollt, die Ihr aber sehr gut an Freunde, Trauzeugen, Umstehende abgeben und delegieren könnt und worüber Ihr Euch also weder den Kopf mehr zerbrechen noch dafür zusätzliche Energie und Nerven oder gar organisatorische Künste aufwenden müsst.

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Neben diesen Faktoren kommt es natürlich auf den grundlegenden Rahmen Eurer Hochzeit an, wie viel Aufwand Ihr für die Planung zu betreiben habt – Fragen wie die folgenden stehen dabei im Raum:

  • Feiern wir mit 30, 90 oder 170 Gästen?
  • Wo feiern wir?
  • Heiraten wir standesamtlich und kirchlich?
  • Wollen wir unter unseren Gästen auch die gesamte Familie und Verwandtschaft wissen, oder geht es uns um eine Feier im engsten Kreis?
  • Wünschen wir uns eine total exklusive Hochzeit, auch was die Verköstigung angeht?
  • Wollen wir ein äußerst ausgiebiges Kuchenbuffet, wo im Voraus klar ist, dass es eigentlich zu viel ist?
  • Lieben wir romantisch-kitschigen Schnickschnack, oder braucht es keine Extra-
  • Details an dem Tag, und wir können auf zusätzliche Sperenzien guten Gewissens verzichten?
  • Wollen wir Live-Musik haben?
  • Und und und… 😊

Nach solchen Fragen Euch zusammenzusetzen und abzuwägen, was Ihr wirklich haben wollt, lohnt sich definitiv. Ihr erfahrt da nicht nur unglaublich viel über Euch beide, Eure Ansprüche, Eure Erwartungen, Eure Vorstellungen, sondern auch nicht wenig über Euch als Person, wie Ihr tickt, wenn Ihr vor diesem Fest steht, was Ihr hineingebt von Eurer Energie, von Euren Kräften, von Eurem Atem, von Eurer Liebe.

Das gemeinsam zu ergründen, kann sehr erhellend sein. Und wird Euch sicherlich weiterhelfen. Schließlich geht es da ums Ganze. Wer will nicht für das große Fest der Liebe mal den ein oder anderen Extra-Abend darauf verwenden, um die Tischordnung zu besprechen und so zu gestalten, dass keine Probleme entstehen können. Klar, so viel machen die meisten. Doch: Sich zu überlegen, ob man etwa den gesamten Tischschmuck auch selber kreiert, sich tolle Motive (am besten individuell zugeschnitten auf die jeweiligen Gäste und deren Vorlieben oder besonderen Merkmale) überlegt und das alles umsetzt, das tut nicht jeder. Und das zu ergründen, wo Ihr Euch da vom Maßstab und Anspruch her ansetzt, ist total spannend. Damit könnt Ihr nämlich danach weiterarbeiten, weil Ihr genau wisst, wo Ihr welchen Aufwand wirklich betreiben wollt und könnt – und wo eben nicht. Wo es eben auch mal eine 1-B-Lösung tut. Die gar nicht als solche unbedingt auffällt.

Wodurch Ihr Euch aber als Paar schützt im Voraus, weil Ihr nicht bei jedem Aspekt mehr als 100% gebt. Und dafür aufs Spiel setzt, dass Ihr Euch völlig aufgebt und am Schluss das Fest vielleicht gar nicht mehr als puren Genuss wahrnehmen und für Euch feiern und wirklich genießen könnt. Und das wäre ja schade. Dem könnt Ihr durch diese Tipps entgehen – viel Spaß beim Ausprobieren, Experimentieren und Überlegen! Alles Gute Euch 😊

Und P.S.: Natürlich kommt es ganz nebenbei auch noch darauf an, wo Ihr im Leben steht, was Ihr hauptberuflich so macht, was Euch an Projekten sonst im Moment so umtreibt, wo Ihr Euch als Paar im Leben einordnet, ob Ihr schon völlig angekommen seid etc. Von solchen Kriterien hängt natürlich auch schonmal grundlegend die Frage nach dem potenziellen Maß an Vorbereitungsaufwand ab. Also bedenkt und berücksichtigt bitte Eure Lage – dadurch gewinnt Ihr wiederum viel, weil Euer Blick nicht generalisiert oder gar den Erwartungen anderer hinterher huscht, die bereits geheiratet haben und vielleicht ganz andere Lebensumstände mitbringen.

P.P.S.: … und was vielleicht am aller naheliegendsten ist: Es ist ganz unterschiedlich, wie die Bedeutung ausfallen kann, die Ihr als Hochzeitspaar dem Fest Eurer Liebe und Ehe beimisst. Es kann sehr individuell sein, was für eine Rolle die Hochzeit für Euch ganz persönlich spielt, wie viel Raum Ihr dem Ereignis beimisst und damit indirekt auch schon die Frage, wie viel Ihr da an Herzblut und Aufwand für die Festvorbereitung hineingeben wollt. Es ist spannend und eine gute Selbsterfahrung, Euch zu fragen, wie das bei Euch denn so ist: Ist die Hochzeit für Euch das vielleicht schönste, größte Fest Eures Lebens? Oder heiratet Ihr etwa, ohne Eure Ehe mit allen Euch nahestehenden Personen und Freunden zu teilen und einfach auch aus taktisch-praktischen Erwägungen, die gar keinenHokuspokus zulassen?:) (LG)