Unser Interview mit Angelika Schwarzhuber

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(c) Felix Schwarzhuber

Ein gutes Gefühl, wenn man ein Buch zu Ende gelesen hat – das ist Autorin Angelika Schwarzhuber besonders wichtig. Und dass ihre Hauptfiguren Heldinnen sind – Heldinnen des Alltags, Frauen mit ganz normalen Problemen, auf der Suche nach ihrem Traummann. Auch die Liebe zur Heimat ist in den Büchern der Autorin ein großes Thema. Vielleicht  versieht Angelika ihre Romane deshalb mit dem ein oder anderen, bayerische Rezept? Das und was es mit dem Zauber der Weihnacht in „Der Weihnachtswald“ auf sich hat, hat  sie uns im Interview verraten …

Wer ist Angelika Schwarzhuber, und wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Es ist gar nicht so einfach, die Frage zu beantworten, wer man denn eigentlich ist. In erster Linie bin ich wohl ein Familienmensch und Mama mit Leib und Seele. Ich bin ein Bücherwurm und unternehme gerne etwas mit Freunden, auch wenn dafür leider oft zu wenig Zeit bleibt. Ich liebe es, am Meer zu sein und überhaupt zu reisen. Schon von klein auf bin ich eine begeisterte Geschichtenerfinderin und habe das Glück – über berufliche Umwege –inzwischen meine Geschichten einem breiten Publikum in Form von Romanen und Filmen erzählen zu dürfen.

Du schreibst Liebesromane? Was fasziniert Dich so an dem Genre, warum gerade dieses Genre?

Der erste Liebesroman, den ich als Teenager las, war „Angélique“ von Anne Golon. Mich faszinierte die abenteuerliche Welt, in welcher die Hauptfigur mutig auch die größten Hindernisse überwand, um ihre große Liebe (wieder) zu finden. Danach verschlang ich diese Romanreihe buchstäblich. Dies weckte wohl meine Leidenschaft für Liebesromane. Liebe ist der Motor, der uns alle antreibt, und deswegen macht es mir besonderen Spaß, darüber zu schreiben.

Wie würdest Du Deine Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus? Worauf legst Du besonderen Wert?

Meine Bücher sind romantische Liebeskomödien, in denen meine Heldinnen mit alltäglichen Problemen zu kämpfen haben, von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpern, Ängste und Unsicherheiten überwinden müssen, bis sie schließlich am Ende den Versuch wagen, sich (wieder) auf die Liebe einzulassen. Da für mich gegenseitiger Respekt und Toleranz eine große Rolle spielen, versuche ich, das auch in meinen Geschichten zu transportieren. Wichtig ist mir, dass meine Leser das Buch am Ende mit einem guten Gefühl zuklappen.

In Deinen Romanen wie „Hochzeitsstrudel und Zwetschgenglück“ baust Du ja gerne mal das ein oder andere bayerische Rezept mit ein. Wie bist du auf diese Idee gekommen und nach welchen Kriterien wählst Du die Rezepte aus, die Teil Deiner Geschichten werden dürfen?

Die Idee, Rezepte einzubauen, hatte ich schon bei meinem ersten Roman „Liebesschmarrn und Erdbeerblues“. Hier bot es sich besonders an, weil die Hauptfigur sich in einem Kochduell beweisen muss. Mein ältester Sohn Felix hat gemeinsam mit mir sogar ein Gericht extra für diesen Roman kreiert: Das Blitzschweiners.
Da ich – wie alle in meiner Familie – sehr gerne mit frischen, guten Lebensmitteln koche und backe, gehören Rezepte am Ende des Romans inzwischen einfach dazu. Die Rezepte sind altbewährt oder probegekocht und von der Familie für lecker befunden.

Du schreibst ja auch Drehbücher – wie bist Du dazu gekommen? Was reizt Dich daran? Was sind die Unterschiede beim Schreiben von Romanen und Drehbüchern?

Tatsächlich habe ich schon Drehbücher geschrieben, bevor ich meinen ersten Roman veröffentlicht habe und ich bin sehr glücklich, dass ich inzwischen beides machen darf. Bei Drehbüchern arbeite ich oft auch mit meinem Co-Autor Christian Lex, mit dem ich u.a. den Film „Eine unerhörte Frau“ geschrieben habe.
Die Herangehensweise ist sehr unterschiedlich, und genau diese Herausforderung mag ich ganz besonders. Während man beim Roman ins Innenleben der Figuren eintauchen kann und Gefühle und Gedanken mehr oder weniger ausführlich beschreibt, kommt ins Drehbuch nur das, was tatsächlich im Film zu sehen oder zu hören ist. Es ist eher eine sachlich geschriebene Anweisung. Für Kino und TV als Drehbuchautor zu arbeiten bedeutet auch deutlich mehr Teamarbeit als die Arbeit an einem Roman, da schon in der Entwicklung viel mehr Leute beteiligt sind.

Was hat Dich zu der Geschichte in „Der Weihnachtswald“ inspiriert? Glaubst Du selbst an den Zauber der Weihnacht? Was bedeutet Dir das Fest?

„Der Weihnachtswald“ ist ein Wintermärchen und ein ganz besonderes Herzensprojekt von mir und ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich dieses Buch realisieren durfte. Die Grundidee geht auf ein Ereignis zurück, das sich in der Familie meines Großvaters mütterlicherseits zugetragen haben soll. Mehr kann ich an dieser Stelle leider nicht dazu sagen, sonst würde ich zu viel über die Geschichte verraten. Am Ende des Romans erfährt man jedoch, was mich zur Geschichte inspiriert hat. Für mich gibt es den Zauber der Weihnacht. Er spiegelt sich wider im Leuchten der Kinderaugen und in dem besonderen Gefühl, das in der Weihnachtszeit unendlich viele Menschen überall auf der Welt verbindet. Der Heilige Abend ist mein liebster Tag im Jahr, den wir ganz entspannt und gemütlich im Kreis der Familie verbringen.

Kannst Du uns schon etwas zu Deinem neuen Buch verraten?

Mein neuer Roman „Barfuß im Sommerregen“ ist wieder eine romantische Komödie und erscheint im März 2018. Die Geschichte wird die Leser noch einmal in den kleinen Ort Halling führen, der bereits aus „Hochzeitsstrudel und Zwetschgenglück“ und „Servus heißt vergiss mich nicht“ bekannt ist. Zudem werden einige liebgewonnene Figuren aus den vorherigen Romanen auftauchen.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Dir aus?

„Normale“ Arbeitstage gibt es bei mir eher selten. Je nach Projekt und Abgabetermin kann mein Tag sehr unterschiedlich sein. Tendenziell erledige ich bis Mittag eher die Büroarbeiten, beantworte Mails, bereite Lesungen vor und bewege mich auf Social-Media-Plattformen. Nach dem Mittagessen geht es dann ans kreative Schreiben, oft – mit einer Pause am Abend – bis tief in die Nacht hinein. Wenn ich gerade mit meinem Kollegen Christian Lex an einem Drehbuch arbeite, gibt es teils stundenlange Besprechungen per Skype. An den Wochenenden versuche ich, mir zumindest einen Tag freizuhalten, was aber nicht immer gelingt, wenn die Abgabetermine näher rücken.

Was inspiriert Dich für Deine Geschichten?

Das ist völlig unterschiedlich. Für meinen Roman „Barfuß im Sommerregen“ war es ein Zettel an einer Pinnwand im Supermarkt. Oder ich habe plötzlich eine Figur mit einem ganz bestimmten Problem vor Augen und möchte diese Geschichte erzählen. Manchmal ist es ein Lied, das mich inspiriert, oder eine Nachricht, die ich im Radio höre. Es gibt aber natürlich auch Vorgaben/Vorschläge von Produzenten für Themen, wenn es um Drehbücher geht.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher?

Glücklicherweise gibt es das Internet. Hier findet man natürlich unglaublich viele Informationen. Aber sollten spezielle Fragen aufkommen, hole ich mir gerne auch fachlichen Rat, z.B. bei einem Arzt, wenn es um medizinische Themen geht. Und manchmal gehe ich für meine Geschichten auch auf Reisen für die Recherche.

Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?

Nein. Aber ich nutze manche Charaktereigenschaften von realen Menschen aus meinem Umfeld.

Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? (Historische) Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Es ist oft nicht ganz einfach, die passenden Namen zu finden. Vor allem für die Figuren, die nicht ganz so gut wegkommen in einem Roman. Hier gab es sogar schon Beschwerden von Leuten aus dem Bekanntenkreis, dabei hatten diese Figuren mit den realen Personen außer dem Vornamen nichts gemeinsam. Wenn ich Namen von älteren Figuren brauche, suche ich manchmal in Online-Bestattungskalendern von Großstädten, da hier auch das Geburtsdatum angezeigt wird und ich so einen Eindruck bekomme, welche Namen zu einer bestimmten Zeit häufiger waren. Ansonsten entscheide ich aus dem Bauch heraus.

Auf welche Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Über den aktuellen Roman, an dem ich gerade schreibe, darf ich leider noch nichts verraten. Er wird jedoch hauptsächlich in München und Umgebung spielen.

Wie weit würdest Du für Deinen Traummann gehen?

Da mir Familie und Freunde sehr wichtig sind, würde ich derzeit ungern meine wunderschöne bayerische Heimat verlassen. Idealerweise macht sich mein Traummann deswegen auf den Weg zu mir. Allerdings würde ich zusammen mit meinem Traumpartner gerne auf weite Reisen gehen.

Hast Du ein Guilty Pleasure, das Du mit uns teilen möchtest?

Manchmal verbringe ich zu viel Zeit mit Serien anschauen.

Welche Bücher liest Du in Deiner Freizeit? Welches im Moment?

Ich lese gern quer durch den Gemüsegarten. Vor allem Thriller, Komödien (auch mit Fantasy-Elementen), Jugendromane oder Biografien – es kommt immer auf meine Stimmung an. Momentan genieße ich die letzten Kapitel von Kerstin Giers zauberhaftem „Wolkenschloss“ als Hörbuch. Danach freue ich mich schon auf den neuen Roman von Dan Brown.

Welches Buch/welchen Autor aus dem Bereich Romance würdest Du als aktuelle Leseempfehlung geben und warum?

Romane von Theresia Graw – Romantik mit einem ordentlichen Schuss Humor. Und die wundervollen Bücher von Kathryn Taylor.

Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?

Würdest Du gern auch mal einen Thriller schreiben? Und meine Antwort darauf wäre: Ja!

Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?

Was beeinflusst euch beim Buchkauf mehr: Cover oder Titel?

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