Unser Interview mit Anja Saskia Beyer

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Portrait Anja Saskia Beyer
Portrait Anja Saskia Beyer, Foto: Beyer

Anja Saskia Beyer hat schon immer gerne mit dem geschriebenen Wort herumexperimentiert – zuerst als Journalistin oder Dramaturgin und schließlich auch als Autorin von Liebesromanen. Im Interview hat sie uns erzählt, was sie an genau diesem Genre so fasziniert und was es heißt, das „Besondere“ eines Ortes zu entdecken …

 

Wer ist Anja Saskia Beyer, und wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Wer bin ich, das frage ich mich auch manchmal, denn immerhin spuken ja viele Figuren in meinem Kopf herum, wie ihr wisst ?  Ich wollte erst Journalistin werden, hab Theaterwissenschaft und Kommunikationswissenschaft studiert, als Journalistin gearbeitet, dann aber gemerkt, dass mir fiktive Geschichten besser gefallen. Seit 1996 arbeite ich als Dramaturgin und Drehbuchautorin für das Fernsehen, 2013 kam dann mein erster Roman „Himbeersommer“ dazu, der gleich zum Ebook-Bestseller wurde. Inzwischen sind es schon acht Romane.

Du schreibst Liebesromane? Was fasziniert Dich so an dem Genre, warum gerade dieses Genre?

Mal ehrlich, ohne Liebe ist das Leben doch nichts. Es kommt in meinen Romanen aber nicht hauptsächlich nur Liebe vor, sondern vor allem auch Frauen- und Familienthemen, Familiengeheimnisse und historische Besonderheiten verschiedener, wunderschöner Länder, in die ich meine Leser mitnehme.

Wie würdest Du Deine Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus? Worauf legst Du besonderen Wert?

Meine Bücher sind entspannende Unterhaltung für weltoffene Frauen (gerne auch Männer). Die letzten drei (MandelblütenliebeErdbeeren im SommerNelkenliebe) sind eine Art Reihe geworden. Jedes in einem anderen Land, mit einer anderen historischen Besonderheit des Landes, mit einer Familien-und Liebesgeschichte. Sie sind unabhängig voneinander, aber ich verpacke Gesellschaftskritik und politische Gedanken darin – in schöner, leichter Unterhaltung. So kann der Leser entspannen, aber auch gleich noch etwas dabei lernen, ganz nebenbei. In „Mandelblütenliebe“ geht es neben einer berührenden Familien-und Liebesgeschichte um die besondere jüdische Geschichte Mallorcas, die kaum einer kennt. Antisemitismus nimmt ja leider wieder zu, deshalb finde ich es ganz wichtig, daran zu erinnern. Genauso an Menschenrechte, an die Folgen von Diktaturen, politische Gefangene. Das fließt neben einer berührenden Vater-Tochter- und Liebesgeschichte in meinen neuen Roman „Nelkenliebe“ mit ein. Verpackt in eine sehr emotionale Geschichte.

Dein aktueller Roman „Nelkenliebe“ wird den Leser nach Portugal entführen. Warum Portugal? Warum die 70er Jahre? Wir würden wahnsinnig gerne etwas über die Hintergründe, die Dich zu der Geschichte inspiriert haben, erfahren.

Ich war schon bestimmt viermal in Portugal und liebe dieses Land. Mit seinen weitläufigen Stränden, den schönen Felsformationen und seiner Wildheit, begeistert es mich immer wieder. Auch Lissabon ist eine faszinierende Stadt. Meinem Mann geht es genauso und er nannte mir das Stichwort „Nelkenrevolution“. Durch meine intensive Recherche wurde ich in die 70er Jahre gezogen, die für Portugal sehr wichtig wurden. Geschichten sind in meinem Kopf entstanden und während ich den Roman geschrieben habe, wurde das damalige dramatische Geschehen in einer Diktatur erschreckende Realität in einem anderen Land in der Jetztzeit. Aber lest selbst, dann wisst ihr was ich meine.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Dir aus?

Normal setze ich mich um neun Uhr, wenn die Kinder in der Schule sind, an den Schreibtisch in mein Büro. Mittags gehe ich gern mit einer Freundin asiatisch essen, treffe Kollegen, gehe einkaufen … Nachmittags wandere ich mit meinem Laptop aufs Sofa und schreibe dort weiter, bis die Kinder kommen und manchmal, je nach Deadline, auch danach noch.

Was inspiriert Dich für Deine Geschichten?

Meine Reisen inspirieren mich sehr, Menschen, Freunde, aber auch sehr viel Recherche. Als ehemalige Journalistin macht mir das Spaß.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher?

Vor allem erst mal intensiv im Internet, aber eben auch in den jeweiligen Ländern. Für mein nächstes Buch, das in Südfrankreich spielt, bin ich extra in ein bestimmtes Dorf in der Provence gefahren, in dem es in den 60ern auch etwas ganz Besonderes gab. Ich überlege also auch oft, wo würde ich gerne als nächstes hinreisen, gibt es da etwas Besonderes? Dann habe ich eine gute Ausrede, unbedingt dort hinreisen zu müssen.

Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?

Nein, aber ein paar Charaktereigenschaften oder Macken verarbeite ich natürlich schon. Obwohl, Nebenfiguren haben manchmal schon reale Vorbilder, z.B. eine schimpfende Nachbarin (aus einer früheren Wohnung), die sich immer beschwert hat, wenn die Kinder zu laut waren.

Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? (Historische) Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Der Name muss mir natürlich gefallen, manchmal googele ich nach Namen, historische Vorbilder vermeide ich, da es da rechtliche Probleme geben könnte.

Auf welche exotischen Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Nach Portugal in „Nelkenliebe“ entführe ich euch in die Provence nach Südfrankreich und dann … das überlege ich gerade.

Wie weit würdest Du für Deinen Traummann gehen?
Wenn ich einen Mann noch nicht so gut kenne, würde ich nicht weit gehen. Mein Mann musste für mich nach Berlin ziehen. Aber für meinen Mann würde ich bis ans Ende der Welt gehen.

Hast Du ein Guilty Pleasure, das Du mit uns teilen möchtest?

Ich gestehe: Germanys Next Topmodel.

Welche Bücher liest Du in Deiner Freizeit? Welches im Moment?

Frauenromane, gerne mit historischem Anteil. Im Moment von Micaela Jary ein Buch. Thriller geht leider gar nicht, da grusle ich mich zu sehr.

Welches Buch/welchen Autor aus dem Bereich Romance würdest Du als aktuelle Leseempfehlung geben und warum?

Es gibt so viele tolle Kollegen und da ich mit vielen befreundet bin, möchte ich nicht nur einen Lesetipp geben.

Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?

Wie wichtig ist dir das Feedback deiner Leser? Antwort: Sehr wichtig!!

Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?

Kommt ihr mich auf den Buchmessen besuchen? Ich würde mich sehr freuen. Meine Termine stehen vorab dann immer auf meiner Homepage. Tragt euch dort auch gerne in meinen Newsletter ein (den gibt es nur ca 2x im Jahr, zu Neuerscheinungen). Hier könnt ihr auch über mich als Drehbuchautorin lesen.

Ich würde mich freuen, wenn wir weiter in Kontakt bleiben. Folgt mir gerne hier:

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Viel Spaß und ich freue mich, dass es euch gibt.
Alles Liebe, Anja