Unser Interview mit Cynthia Eden

0
355
Cynthia Eden auf der RWA in Orlando, 2017 (c) Romance Newsboard

Abenteuer gepaart mit einem Hauch Romantik und Liebesgeschichten versehen mit einer Prise paranormalem Flair – das sind die Steckenpferde von Autorin Cynthia Eden. Im Interview hat uns Cynthia erzählt, warum es ihr ausgerechnet diese Genres besonders angetan haben und warum es auch in ihrem Leben einen echten Helden gibt.

Wer ist Cynthia Eden? Und wie wurdest Du zur Schriftstellerin?

Erst einmal vielen Dank für das Interview! Cynthia Eden ist ein Kleinstadtmädchen, das seine Kindheit und Jugend damit verbracht hat, die Nase in Bücher zu stecken. Ich war schon immer süchtig nach Büchern und ich glaube, mir war auch schon immer klar, dass ich Schriftstellerin werden wollte. Als ich ein kleines Mädchen war, schrieb ich manchmal die Enden von Märchen um, weil ich etwas abändern wollte.

Du schreibst paranormale Jugend- und Liebesromane, aber auch zeitgenössische Liebesgeschichten und romantische Abenteuerromane. Was ist so faszinierend an diesen Genres?

Ich liebe es, in verschiedenen Genres zu schreiben, weil mich das geistig fit hält. Durch das Switchen zwischen paranormalen Romanen und romantischen Abenteuerromanen beispielsweise kann ich die Inhalte meiner Geschichten stark variieren und komplett neue Charaktere erschaffen.

Was inspiriert Dich beim Schreiben von Liebesgeschichten?

Das Leben inspiriert mich! Wirklich, wenn ich mich umschaue, inspiriert mich alles, was ich sehe. Die Menschen, die Orte – alles kann mich auf eine Idee für eine Geschichte bringen. Ich muss nur offen bleiben und bereit sein, die Inspiration zu empfangen.

Wie würdest Du deine Bücher beschreiben? Was ist das Besondere an ihnen? Was hältst Du für besonders wichtig?

Wenn ich einen romantischen Abenteuerroman schreibe, balanciere ich den Anteil von Liebes- und Abenteuergeschichte sorgfältig aus (50:50). Ich möchte, dass die Leser die Geschichte sexy finden, aber ich möchte auch, dass sie richtig spannend ist. Bei den paranormalen Romanen ist es das Gleiche, ich möchte eine Geschichte schreiben, die sexy ist. Aber ich möchte auch Abenteuer und viele Handlungssprünge einbringen. Ich liebe es total, meine Leser durch unerwartete Wendungen zu überraschen.

Wie gehst Du bei den Recherchen vor?

Ich recherchiere auf vielfältige Weise – ich war schon auf Feuerwachen, habe mit Polizisten gesprochen, Bücher über Profilbildung und Serienmörder gelesen … Jede Geschichte erfordert ihre ganz eigene Recherche. Ich genieße es sehr, die Orte für meine Geschichten auszukundschaften. Ich möchte, dass meine Settings realistisch sind, deshalb finde ich es auch wichtig, die Städte zu erkunden, in denen meine Geschichten spielen.

Übrigens: Ich glaube, meine interessanteste Rechercheerfahrung war, als ich auf eine Geisterjagd mitgegangen bin.

Sind Deine Protagonisten an echten Menschen orientiert? Kannst Du Beispiele nennen?

Ich erschaffe meine Protagonisten eher nicht nach dem Vorbild echter Personen, sondern mische Charakterzüge verschiedener Leute. Ich überlege mir im Kopf das Profil eines Charakters und füge diesem dann verschiedene Dinge hinzu – so etwas wie eine Hintergrundgeschichte, die Art und Weise, wie jemand auf Ärger oder Stress reagiert, bestimmte Eigenarten, Unsicherheiten und Stärken usw. Ich könnte die Liste ewig fortführen.

Wie wählst Du die Namen für Deine Protagonisten aus? Historische Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Namen sind echt schwierig! Ich schaue mir bei jedem Namen vorher die Bedeutung an – deshalb verbringe ich viel Zeit mit dem Durchstöbern von Büchern mit Babynamen. Aber selbst wenn ich den Namen bereits ausgesucht habe, kann es sein, dass ich ihn während des Schreibens noch mal ändere wenn ich währenddessen merke, dass er nicht zu dem Charakter passt.

Wir lieben Deine Anthologien mit Shelly Laurenston. Wie hat die Kooperation mit Shelly begonnen?

 Vielen Dank! Ich liebe Shellys Art zu schreiben. Sie bringt mich jedes Mal zum Lächeln, wenn ich ihre Bücher lese. Meine Lektorin bei Kensington ist verantwortlich für die Anthologien. Sie fragte mich, ob ich zu einer paranormalen Anthologie beitragen wollte und natürlich wollte ich das sehr gern.

Auf welche exotischen Settings und Geschichten von Dir dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Gerade arbeite ich an meinen „Lazarus Rising“-Büchern – in diesen Geschichten mischt sich romantisches Abenteuer mit paranormaler Liebesgeschichte. Sie handeln von „Super-Soldaten“ – Männer, die getötet wurden und wieder auferstanden sind. Diese Männer kommen stärker, schlauer und mit ernsthaft gefährlichen Kräften zurück.

Deine neuesten Bücher auf Deutsch handeln von dem „Last Option Search Team“. Willst Du Deinen Lesern einen Vorgeschmack geben, was sie von diesen Büchern erwarten können?

Die LOST-Bücher (Last Option Search Team) sind düstere, romantische Abenteuergeschichten. Das LOST-Team ist da, um den Vermissten zu helfen. Wenn die normalen Autoritäten die Suche der Vermissten aufgeben, dann schaltet sich das LOST-Team ein, um den Fall zu übernehmen. LOST konzentriert sich auf die alten Verbrechen, die ungelösten Fälle … und ich hatte total Spaß daran, diese Geschichten zu schreiben. Sie erforderten sehr viel Recherche und ich hoffe, sie gefallen meinen Lesern. Sie sind voll von Action und Gefahren – gespickt mit heißer Romantik.

Wie sieht ein typischer Tag im Leben einer Autorin aus? Bist Du sehr organisiert oder lässt Du Deine Schreibroutine von Chaos oder von Deinen Protagonisten dominieren?

Mein Tag ist ausgefüllt mit Schreiben. Ich fange normalerweise so gegen 8:30 Uhr an und schreibe, bis ich 5000 bis 6000 Wörter erreicht habe. Danach logge ich mich gern bei Facebook oder Twitter ein, um mit Lesern zu chatten. Ich versuche, die Leser über meine Projekte auf dem Laufenden zu halten und poste Kostproben von Büchern. Schreiben dominiert absolut meine Zeit. Ich habe festgestellt, dass ich mich viel zu leicht in meinen Büchern verlieren kann.

Über welcher Deiner Helden/Heldinnen hast Du am liebsten geschrieben? Welches Pärchen war das „schwierigste“– und warum?

Einer meiner liebsten Helden ist und bleibt Niol von „Midnight‘s Master”. Er war mein erster richtiger Antiheld. Ein Mann, der mir bewies, dass Dunkelheit und Gefahr genau das sein können, was dir den Tag rettet. Sein Charakter wurde für mich richtig lebendig und ich liebte es, über ihn zu schreiben. Und was Heldinnen angeht: Meine liebste ist Baily Jones von „Taken”. Sie war so ein starker Charakter für mich – eine Frau, die durch die Hölle gegangen ist und überlebt hat.

Gibt es einen Urlaubsort, den Du besonders romantisch findest? Kennst du einen geheimen Ort, den Du mit Deinen Lesern teilen möchtest?

Ich liebe es, an den Strand zu fahren. Das Rauschen der Wellen zu hören und den Sand unter meinen Zehen spüren. Das hat einfach was. Und es geht doch nichts über einen romantischen Sonnenuntergang am Strand!

Hast Du Lieblingsbücher, bevorzugte Filme oder Serien? Gibt es irgendwelche wichtigen Bücher/Filme/Serien, die Dich Dein ganzes Leben lang begleitet haben?

Da gibt es so viele! Ich liebe Bones, Castle und Supernatural. Das sind wahrscheinlich meine Top 3. Und was Filme angeht, Die Braut des Prinzen hat mich sehr lange begleitet – das ist wahre Romantik!

Was war Dein erster Kontakt mit Romantik – sei es eine persönliche Erfahrung, ein Buch, Film oder noch etwas anderes?

Mit ungefähr 12 Jahren habe ich meinen ersten Liebesroman gelesen. Es war das Buch The Asking Price – das habe ich immer noch in meinem Regal. Als ich dieses Buch gelesen hab, hat die Romantik mich um den Finger gewickelt. Das hat sich nie wieder geändert.

Was liest Du momentan?

Ich bin kurz davor, mit Savage Rising von Katie Reus anzufangen. Ich liebe gute romantische Abenteuerromane!

Wer ist Dein Lieblingsautor?

Ich liebe die Bücher von Julie Garwood, Jayne Ann Krentz, Gena Showalter, Lori Foster, Rebecca Zanetti, Kresley Cole und Katie Reus. Es gibt so viele wundervolle Autoren, die mich süchtig machen.

Was nimmst Du mit auf eine einsame Insel und warum?

Ich denke, was ich als erstes einpacke, ist A Hunger Like No Other von Kresley Cole. Das ist so ein toller paranormaler Liebesroman – ich habe ihn wieder und wieder gelesen.

Welche Eigenschaften muss ein Liebesromanheld haben, um Dein Herz zum Schmelzen zu bringen?

Er muss sich seiner Heldin vollkommen verschreiben. Sie sollte für ihn an erster Stelle stehen, vor allem anderen. Er muss sie beschützen und stark sein – und sexy.

Hast Du einen Helden oder eine Heldin im wirklichen Leben? Was macht ihn oder sie besonders?

Meine Mutter ist definitiv eine Heldin des wahren Lebens für mich. Sie inspiriert mich dazu, jeden einzelnen Tag die beste Version meiner Selbst zu leben. Sie ist die freundlichste Person, die ich kenne. Sie hat einfach ein wundervolles, großes Herz. Ich denke, sie macht die Welt zu einem besseren Ort, einfach weil sie da ist.

Was ist Dein Guilty Pleasure – falls Du eines hast und es teilen möchtest?

Schokolade und süßer Wein! Das passt perfekt zu einer Folge Supernatural.

Planst Du, in der nächsten Zeit nach Deutschland zu kommen?

Ich würde sehr gerne nach Deutschland kommen! Ich habe bisher nichts geplant, aber ich werde es euch definitiv wissen lassen, wenn sich das ändert.

Welche Frage würdest Du dir selbst gern stellen?

Warum kannst du nicht schneller schreiben??? Ich wünschte wirklich, ich könnte das! Ich habe so viele Geschichten zu erzählen und ich möchte sie für meine Leser zugänglich machen!

Welche Frage würdest Du Deinen Lesern gern stellen?

Ich habe erzählt, was einen tollen Helden für mich ausmacht. Aber ich wüsste gern, welche Charakterzüge meine Leser an Helden lieben. Was macht einen Helden heldenhaft?

Was wüsstest Du noch gern von deinen Lesern?

Leser, was wünscht ihr euch als nächstes? Was für eine Art von Buch würdet ihr liebend gern lesen?

Vielen Dank für das Interview! Es war mir eine Freude.