Unser Interview mit Friedrich Kalpenstein

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(c) Friedrich Kalpenstein

Ein gutes Buch sollte nicht nur den Leser, sondern auch den Autor unterhalten. Dieser Leitsatz veranschaulicht Friedrich Kalpensteins Passion, das Schreiben von Romanen, am besten. Was seine Bücher sonst noch so auszeichnet und was eine authentische Recherche für den heimatverbundenen Autor bedeutet, hat er uns in unserem Interview erzählt.

Wer ist Friedrich Kalpenstein? Und wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Ich bin ein gebürtiger Oberbayer, spreche gerne Dialekt und bin manchmal immer noch ein richtiger Kindskopf. Wenn ich nicht schreibe, gehe ich in die Natur, fotografiere oder mache Musik.

Irgendwann habe ich angefangen, für meinen Sohn kleine Gute-Nacht-Geschichten zu verfassen. Schnell hat es mich gepackt und ich wollte auch für Erwachsene schreiben. Nach einem Fernstudium an der ILS war klar: Das Schreiben ist meine Passion. Derzeit arbeite ich an meinem neunten Roman.

Wie würdest Du Deine Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus? Worauf legst Du besonderen Wert?

Ich schreibe humorvolle Feel-Good-Romane. Natürlich immer mit einer Portion Liebe. Das kommt nicht von ungefähr, da für mich diese zwei Dinge unbedingt zusammengehören. Ich würde sagen, meine Romane zeichnet aus, dass sie voller Dialoge sind. Ich liebe es, meine Leser in Gespräche meiner Protagonisten mitzunehmen. Ich lege großen Wert darauf, dass mich das, was ich selbst schreibe, auch selbst unterhält. Das kommt auch bei meinen Fans gut an. Wichtig ist auch, dass die Herbert-Reihe, auch wenn es eine Serie ist, unabhängig voneinander gelesen werden kann. Es ist also kein Problem, mit Band drei oder fünf einzusteigen.

Was kannst Du uns über Dein aktuelles Buch erzählen?

Im „Gipfelträumer„, dem mittlerweile fünften Teil der Herbert-Reihe, geht es natürlich wieder hoch her. Die kleine Familie benötigt dringend eine Auszeit. So beschließen sie, ein paar Tage nach Österreich in ein Familienhotel zu reisen. Doch wer Herbert kennt, weiß, dass es sicherlich keine Erholung geben wird.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Dir aus?

Ich bin ein Frühaufsteher. Deshalb beginnt mein Tag bereits vor sechs Uhr. Nach einem ausgiebigen Frühstück setze ich mich an meinen Schreibplatz und lese nochmals, was ich am Vortag geschrieben habe. Das hilft mir, schnell wieder hineinzufinden. Dann tauche ich in die Welt meiner Protagonisten ein und lasse sie in meinem Kopf leben. Dabei halte ich mich auch an ein Handlungsgerüst, das ich vorab geschrieben habe. Wenn ich mein Tagespensum erreicht habe, beantworte ich Mails, Fanpost oder schreibe neue Songs. Musik und Schreiben können unwahrscheinlich gut miteinander.

Was inspiriert Dich für Deine Geschichten?

Der normale Alltag. Das, was ich auf der Straße sehe und höre. Eine gute Portion Fiktion ist auch dabei.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher?

Ich versuche stets, vor Ort zu recherchieren, um authentisch zu sein. Wenn ein Leser an den Schauplatz kommt, an dem meine Geschichte spielt, sollte es schon genauso aussehen. Klar geht das auch mit Google Earth, doch die Geräusche, Gerüche und die Menschen, die findet man nicht auf dem Bildschirm. Für „Ich bin Single, Kalimera“ war ich in Griechenland, für „Männerferien“ auf einem Kreuzfahrtschiff, für „Gipfelträumer“ in den Alpen und für „Sie haben ihr Ziel erreicht“ eine Woche in einem Kurort. Da bekommt man schon so einiges mit.

Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?

Nein. Ich denke mir verschiedene Charaktere aus, erstelle einen Steckbrief und lasse sie miteinander agieren.

Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? (Historische) Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Ich bin stets versucht, keine Namen zu nehmen, die ich aus meinem Bekanntenkreis oder dem näheren Umfeld kenne. Sonst denkt noch jemand, ich würde über ihn schreiben. Meist benutze ich das Internet und suche, welche Vornamen zur Zeit der Geburt des Protagonisten beliebt waren. Ein Mann, der heute sechzig Jahre alt ist und in Bayern wohnt, wird kaum Kevin heißen. Das wäre nicht realistisch.

Auf welche (exotischen?) Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Da kann ich mich noch nicht festlegen. Jedoch ist es durchaus möglich, dass auch ein Handlungsort direkt vor der Haustür ebenso exotisch sein kann wie die Bahamas oder Bottrop. 🙂

Seit kurzem gibt es noch Dein Alter Ego Ben Valdern, der ja in einem ganz anderen Bereich unterwegs ist. Wir sind sehr gespannt: Was kannst Du uns über ihn verraten?

Mit Ben Valdern gehe ich einen ganz neuen Weg. Er ist Partysänger auf Mallorca. Das darf jedoch in München, seiner Heimat, niemand wissen. Erst recht nicht seine Freundin, die nebenbei auch noch die Tochter seines Chefs ist. Erstmals gibt es zu einem meiner Romane fünf Songs, die ich selbst getextet und komponiert habe. Der Leser liest also im Roman die Texte und kann sie auch hören, wenn er das möchte. Bereits seit Dezember sind die Songs auf jedem Download-Portal zu finden, die ich selbst eingesungen habe.

Man kann Dich im Mai 2018 auf der LoveLetter Convention persönlich kennenlernen. Worauf freust Du Dich am meisten?

Auf den direkten Kontakt mit lesebegeisterten Menschen. Als Autor verbringe ich sehr viel Zeit im stillen Kämmerchen um zu schreiben. Da ist es schön, mal wieder raus zu kommen. Außerdem werde ich die Songs aus dem Roman „Gruppentherapie“ live performen. Darauf freue ich mich sehr.

Wir wissen, Du hast Deine Traumfrau schon gefunden. Aber trotzdem: Wie weit würdest Du für Deine Traumfrau gehen?

Was kann ich dazu schon anderes sagen als: Bis ans Ende der Welt! 🙂
Eine Traumbeziehung ist es allerdings, wenn man sich mit seinem Traumpartner gemeinsam auf die Reise begibt.

Hast Du ein Guilty Pleasure, das Du uns verraten möchtest?

Ja. Überraschungseier. Und ich kaufe Unmengen an Zeitungen und Fachzeitschriften die sich stapeln, weil ich nicht so oft zum Lesen komme.

Welche Bücher liest Du in Deiner Freizeit? Welches im Moment?

Im Moment lese ich kein Buch. Während einer intensiven Schreibphase tue ich das nie, um in meiner Welt zu bleiben. Ansonsten begehe ich gerne einen Genrewechsel und lese sehr gerne Heimatkrimis von Rita Falk oder Jörg Maurer. Dora Heldt mag ich auch sehr gerne.

Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?

Wie viele Bücher wirst du in deinem Leben noch schreiben?

Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?

Sollte ich es als Humor-Autor irgendwann einmal mit einem Krimi versuchen?
Sollten Herbert und Anja heiraten?

(c) Friedrich Kalpenstein