Unser Interview mit Karin Lindberg

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(c) Karin Lindberg

„Mit Liebe und Happy End rund um den Globus“ – das ist der Leitspruch von Karin Lindberg. Ihre Romane erzählen uns Geschichten, die das Leben schreibt. Und die sich überall auf der Welt so abspielen könnten. Warum ausgerechnet dieser Satz das Motto der Autorin ist und was sie sonst noch so inspiriert, hat sie uns im Interview verraten …

Wer ist Karin Lindberg, und wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Gelesen habe ich immer schon sehr viel, später habe ich angefangen, kleine Texte aufzuschreiben – aber erst in der Elternzeit kam das Bedürfnis in mir auf, selbst einen Roman zu verfassen. Danach war ich nicht mehr zu bremsen …

Du schreibst Liebesromane. Was fasziniert Dich so an dem Genre, warum gerade dieses Genre?

Ich liebe schöne Geschichten mit viel Gefühl. Nach einem Buch oder Film mit einem tollen Happy-End fühle ich mich gut, bei Krimis oder Thrillern würde ich mich beim Schreiben auch selbst zu sehr gruseln. ?

Wie würdest Du Deine Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus? Worauf legst Du besonderen Wert?

„Mit Liebe und Happy End rund um den Globus“ ist mein Spruch, der trifft es auch ziemlich gut. Ich mag ausgefallene Settings und Abwechslung. Außerdem ist es mir sehr wichtig, dass die Emotionen meiner Protagonisten gut im Buch rüberkommen. Ich bin detailverrückt, mag es, wenn meine Charaktere ausgefallene Macken haben: Marie aus „Wollsockenwinterknistern“ hatte zum Beispiel einen Strick-Tick, Julia aus „Vertraglich verliebt“ hat die ganze Zeit Tic Tacs gelutscht …

Was kannst Du uns über Dein aktuelles Buch erzählen?

Kokosmakronenküsse“ ist ein winterlicher Liebesroman, der in Deutschland spielt. Es spielt zur Abwechslung mal kein Mann im Anzug, der mit Millionen jongliert, die Hauptrolle, sondern ein Mensch, der einen schweren Verlust erlitten hat, der ihn alles hat infrage stellen lassen und der nicht in einem schicken Eckbüro sitzt. Dazu kommt Luisa, sie ist Musiklehrerin und in chronischen Geldnöten. Auf den ersten Blick passen die beiden überhaupt nicht zusammen, aber da Till eine Ehefrau braucht, um von seiner Oma eine Finanzspritze zu erhalten, lernen sie sich näher kennen, da sich Luisa bereiterklärt, seine Scheingattin zu spielen – und am Ende verlieben sie sich natürlich. Der Weg bis dahin ist … humorvoll, prickelnd, steinig, ein bisschen traurig und mit viel Gefühl.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Dir aus?

Wenn ich die Kinder in Schule und Kindergarten gebracht habe, gehe ich erst einmal eine Stunde mit unserem Hund Kimmy. Dabei strukturiere ich meine Gedanken schon mal, bevor ich dann am Schreibtisch mit Tee oder Kaffee loslege. Ich mache nach jeder Stunde eine kleine Pause, stehe auf, hole mir mehr zum Trinken oder befülle auch mal die Waschmaschine. Irgendwas, wobei ich mal fünf Minuten nicht ans Schreiben denke. So geht das ungefähr bis 14:30, dann drehe ich noch mal eine Runde mit dem Hund und hole danach die Kinder ab. Abends und am Wochenende arbeite ich eigentlich nicht, das mache ich nur in Ausnahmefällen, wenn ich wirklich unter Zeitdruck bin oder etwas anderes mich tagsüber vom Arbeiten abgehalten hat und ich unbedingt weiterkommen will.

Was inspiriert Dich für Deine Geschichten?

Das Leben, Begegnungen, vor allem aber sind es Reisen.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher?

Die meisten Orte, über die ich schreibe, habe ich selbst besucht. Oft recherchiere ich kleine Details hinterher im Internet oder lese auch mal Bücher zum Thema. Für „Act of Law – Liebe verpflichtet“ habe ich mir zum Beispiel zwei Sachbücher über die Krankheit Alzheimer gekauft, denn Jans Vater leidet darunter. Das wollte ich schon so beschreiben, wie es wirklich ist oder sein kann. So handhabe ich es bei Themen, die ich selbst nicht so gut kenne, lese ich mich erst einmal ein, damit es am Ende auch stimmig ist.

Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?

Von den Äußerlichkeiten gesehen schon – oft schaue ich mir Bilder von Schauspielern an, die ich mag und die ich attraktiv finde. Charakterlich gesehen nicht, ich designe mir meine Protagonisten selbst. Lege für sie Datenblätter an mit ihren Eigenschaften und Lebensläufen. Klingt relativ aufwendig, bringt am Ende aber deutlich mehr Tiefe in die Figuren.

Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? (Historische) Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Es sind tatsächlich persönliche Vorlieben, zu kompliziert dürfen die Namen auch nicht sein, ich muss sie nachher ja auch vorlesen können ?

Auf welche (exotischen?) Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Momentan arbeite ich an einem Roman, der in Island spielt, das dauert aber noch … Im Januar erscheint ein Buch mit Spielort New York, im März/April dann mit Spielort London. „Kokosmakronenküsse“ spielt in Deutschland, in Berlin.

Man kann Dich im Mai 2018 auf der LoveLetter Convention persönlich kennenlernen. Worauf freust Du Dich am meisten?

Am meisten freue ich mich auf die vielen Begegnungen, persönliche Gespräche und nette Runden, bei denen man sich ungezwungen austauschen kann. Schreiben ist ja ein sehr einsamer Job, ich genieße es schon sehr, auch mal Leser/innen und Blogger/innen und auch andere Autoren/Autorinnen ohne Zeitdruck zu treffen.

Wie weit würdest Du für Deinen Traummann gehen?

Für meinen Traummann (mit dem ich übrigens verheiratet bin) würde ich überall hingehen. Letztes Jahr war er schwer krank und diese Zeit hat uns noch näher zusammengebracht. Ich bin eine glückliche Frau, ich habe meinen Seelenverwandten gefunden, für den ich alles (legale natürlich) tun würde.

Hast Du ein Guilty Pleasure, das Du uns verraten möchtest?
Ha! Na sicher. ?
Ich bin ein Morgenmuffel, ohne Nutella oder Kaffee (am besten beides) sollte man mich lieber nicht zu früh ansprechen. Außerdem habe ich eine ganz große Schwäche für Eis, am liebsten Ben & Jerry’s, wenn Product-Placement erlaubt ist. ?

Welche Bücher liest Du in Deiner Freizeit? Welches im Moment?

Ich lese hauptsächlich Liebesromane, meistens sind es sogar mehrere Bücher parallel. Total verrückt, aber egal wo ich hingehe, ein Buch muss immer dabei sein (ob auf dem Handy, Tablet oder Print). Ich lese derzeit „Du bist mein Feuer“ von Isabelle Ronin und „Schattenwege“ von Arnaldur Indridason, als Hörbuch läuft gerade „Das Reich der Sieben Höfe“ bei mir.

Welches Buch/welchen Autor aus dem Bereich Romance würdest Du als aktuelle Leseempfehlung geben und warum?

Das ist schwer. Ich habe neulich Katy Evans für mich entdeckt, sie schreibt wunderbar gefühlvoll und auch ein bisschen sexy. Also mein Highlight kürzlich war „Mr. President – Macht ist sexy“, genial, wie der wirkliche Präsident ja alles andere als attraktiv ist …
Ansonsten liebe ich alles von Colleen Hoover. J. R. Ward sorgt auch immer für gute Unterhaltung, die Bourbon Kings waren grandios (ich warte auf den dritten Teil, der erscheint Ende November)

Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?

„Was kommt als Nächstes?“, würde ich mich gerne fragen. Ich habe sehr viele Ideen im Kopf und manchmal kann ich mich nur schwer entscheiden, was ich dann tatsächlich zuerst angehe.

Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?

Was mögt ihr an meinen Büchern?
Was möchtet ihr in Zukunft von mir lesen?
Welche Spielorte findet ihr spannend und würdet ihr euch in einem meiner kommenden Romane wünschen?

(c) Karin Lindberg