Unser Interview mit Pea Jung

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Pea Jung, (c) BoD - Books on Demand

Es ist wieder Interview-Mittwoch! Heute erzählt uns Autorin Pea Jung, wie sie in ihrem Beruf als Sozialpädagogin manchmal an ihre Grenzen gerät, denn sie arbeitet mit Menschen, die oft schwere Schicksalsschläge verkraften mussten.

Als Autorin schreibt sie heitere Liebesromane mit einer ordentlichen Prise Humor und einem schönen Happy End. Wie Pea Jung es schafft, diese zwei Welten miteinander zu vereinen und was ihre Bücher sonst noch so ausmacht, das hat sie uns im Interview verraten.

Wer ist Pea Jung und wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Pea Jung ist mein Künstlername, aber der Name ist auch wirklich alles, was ich erfunden habe. Ansonsten erzähle ich keinen Quatsch über mich. Ich bin 41 Jahre alt, lebe mit meiner Familie südlich von München und arbeite Teilzeit als Sozialpädagogin mit Menschen in besonderen Lebenslagen.

Die Lust am Schreiben kenne ich schon seit meiner Grundschulzeit. Allerdings beschränkt sich das wirklich auf das freie Schreiben. Vorgegebene Themen oder Strukturen (wie z. B. die Erörterung) liegen mir nicht so besonders. Geschrieben habe ich also schon als Kind gerne – vor allem Gruselgeschichten. Später haben meine Freundin und ich auch eine kleine Zeitschrift für unsere Freunde herausgebracht. Der Wunsch, einmal ein Buch zu veröffentlichen, war wie ein unrealistischer Traum. Denn wie soll man als absoluter Neuling einen Verlag finden?

Trotzdem habe ich Anfang 20 angefangen, meine Romanreihe „Clara“ zu schreiben. Irgendwie kam dann das Leben dazwischen: Studium, Berufsleben, Hochzeit, vier Kinder. Als mein Mann dann seinen alten PC entrümpelt hat und dabei einige Dokumente von mir zum Vorschein kamen, hat mich die Schreibsucht gepackt. Ich habe „Clara“ geschrieben und mehr oder weniger parallel auch „Die falsche Hostess“, „Die Wunschblase“ und „Die Putzstelle„. Ich konnte gar nicht mehr aufhören. So bin ich zum Schreiben gekommen.

Du schreibst Liebesromane. Was fasziniert Dich so an diesem Genre, warum genau dieses Genre?

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich auch sehr gerne Liebesromane lese, wenn der Humor stimmt und es ein schönes Happy End gibt. Da liegt es doch irgendwie nahe, dass ich solche Geschichten auch gerne schreibe. Drama und harte Schicksalsschläge hält das Leben für jeden von uns genug bereit. Das brauche ich dann nicht noch beim Schreiben.

Ein Grund für den Hang zu schönen Liebesgeschichten ist sicherlich auch mein Beruf. Ich habe mit Menschen zu tun, denen das Leben oft übel mitgespielt hat. Die einzelnen Schicksale sind schwer zu verarbeiten und auch die Arbeit mit diesen Menschen ist nicht immer leicht. Von daher brauche ich den heiteren Roman als Ausgleich.

Wie würdest Du Deine Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus? Worauf legst Du besonderen Wert?

Was mir meine Leser immer wieder bestätigen: Meine Bücher zeichnen sich durch die Leichtigkeit aus. Sie hinterlassen häufig gute Laune und das freut mich sehr. Besonderen Wert lege ich auf die Vielfalt der Gefühle, die mit einer Geschichte durchlebt werden können. Sie kann lustig, traurig, ein bisschen dramatisch, ernsthaft sein und doch am Ende zufrieden zurücklassen.

Was kannst Du uns über Deinen neuen Roman erzählen?

Zuerst einmal ist es natürlich die typische BadBoss-Liebesgeschichte – also eigentlich nichts Neues. Für mich persönlich war neu, dass meine Heldin schon am Anfang der Geschichte für den männlichen Protagonisten schwärmt. Das hatte ich noch nie in einem meiner Bücher. Was meinen Boss-Roman von anderen abgrenzt, ist das Thema Macht. Ich habe mich ganz gezielt dem Thema gewidmet, dass der super-reiche, gutaussehende Chef natürlich eine Position inne hat, in der er Macht über die kleine Angestellte ausübt. In vielen Boss-Romanen wird das überhaupt nicht thematisiert.

Ansonsten erwartet die Leser ein romantischer Liebesroman mit Humor und einer Prise Erotik.

(c) Pea Jung

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Dir aus?

Den gibt es nicht. Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich sehr viel schreibe – dann auch mal wieder Monate, in denen ich überhaupt nichts produziere. Wenn mich eine Geschichte gepackt hat, dann schreibe ich jede Minute, in der es möglich ist, daran.

Was inspiriert Dich für Deine Geschichten?

Inspiriert werde ich ständig. Wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht und dabei aber einen Hang zu Tagträumen hat, kann einen alles auf neue Ideen bringen: eine Beobachtung, ein Musikstück, ein Bild, andere Menschen, Erzählungen von Ereignissen. Es passiert mir so oft, dass ich etwas höre und mir dabei denke: „Das muss ich in eine meiner Geschichten einbauen.“

Aus meinem Leben fließt auch sehr viel in meine Bücher ein. In meinem neuen Roman gibt es eine Szene, in der Elsie massiv von ihrem Vorgesetzten belästigt wird. Ich habe etwas Ähnliches (wenn auch nicht in der Arbeit und auch nicht derart massiv) erlebt und konnte das Gefühl der Hilflosigkeit deshalb genau beschreiben.

Aktuell habe ich den Motorradführerschein gemacht und ich weiß jetzt schon, dass da sicherlich die ein oder andere Erfahrung in meine Bücher einfließen wird. Das kann ich gar nicht verhindern und will ich auch nicht.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher?

Sehr unterschiedlich. Dank Internet und guten Suchmaschinen lässt sich sehr viel im Netz herausfinden. Aber wenn ich jemanden kenne, der mir weiterhelfen kann, dann lade ich auch gerne zum Gespräch ein. Besonders, wenn meine Hauptperson z. B. einen Beruf hat, zu dem ich wenig Bezug habe, dann spreche ich gerne mit jemandem, der in dem Beruf arbeitet.

Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?

Manchmal. Es lässt sich nicht vermeiden, dass ich beobachtete Verhaltensweisen in Büchern erneut zum Leben erwecke. Aber ich versuche, es so zu mischen, dass sich niemand auf den Schlips getreten fühlt.

Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? (Historische) Vorbilder? Persönliche Vorlieben?
Zuerst einmal müssen sich die beiden Namen des zukünftigen Liebespaares gut zusammen anhören. Das ist so eine Gefühlssache. Nicht jeder Name springt mich sofort an und ich befrage das Netz nach Vornamen. Manchmal verwende ich auch Namen von Persönlichkeiten, die ich sehr mag. Meine Sharon aus „HIT the BOSS“ habe ich nach Sharon Tate benannt. Clara hieß eine Kollegin von mir und mir hat der Name einfach sehr gut gefallen. Meine neueste Protagonistin heißt Elsie nach einer Rolle, die Marilyn Monroe einmal gespielt hat.

Bei den weiblichen Namen entscheide ich meist sehr spontan – die männlichen Protas brauchen seltene Namen. Es würde mir total mein Kopfkino zerstören, wenn ich einen Thomas oder Michael als Hauptperson hätte. Ich habe nichts gegen diese Namen, aber sie sind einfach so häufig, dass jede Leserin vermutlich einen kennt und das könnte das Lesegefühl eventuell negativ beeinflussen. Deshalb such ich immer nach männlichen Namen, die eher selten sind.

Auf welche (exotischen?) Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Exotisch? Da fällt mir ein, dass ich zur Zeit mal wieder unglaublich gerne einen Erotikroman schreiben würde, bei dem ich mein ES so richtig rauslassen kann. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das noch zu Pea Jung passt. Mal sehen, ob ich mich traue.

Ich habe auch einen Roman fertig, den ich noch nicht veröffentlichen möchte, da ich die Hoffnung habe, ihn bei einem Verlag unterzubringen.

Wie weit würdest Du für Deinen Traummann gehen?

Das ist eine schwierige Frage, weil ich keine konkrete Situation im Kopf habe und außerdem mit meinem Traummann verheiratet bin. Ich vermute aber mal, dass ich bereit wäre, für ihn alles zu geben.

Hast Du ein Guilty Pleasure, das Du uns verraten möchtest?

Das musste ich jetzt erst einmal googeln. Mein heimliches Laster … hm … vermutlich, dass ich zu gerne Geld ausgebe für schöne Dinge, z. B. Klamotten. Jetzt träume ich gerade vom eigenen Motorrad, aber das muss wohl noch warten.

Welche Bücher liest Du in Deiner Freizeit? Welches im Moment?

Ich widme mich auch immer wieder den Büchern meiner Kollegen und Kolleginnen, besonders vom Autorensofa. Erstens ist es interessant die Bücher von Menschen zu lesen, die ich persönlich kenne und wir unterstützen und auf diese Weise auch.

Welches Buch/welchen Autor aus dem Bereich Romance würdest Du als aktuelle Leseempfehlung geben und warum?

Ganz aktuell würde ich da an Kate Simmons neues Buch denken. Das habe ich zwar noch nicht gelesen, konnte aber in einer Gruppe ein paar Schnipsel mitverfolgen und habe dabei richtig Lust auf den sexy Doktor bekommen. Das Buch heißt Doctor Naughty – verboten verliebt.

(c) Pea Jung

Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?

Wie schaffst du das alles nur? (Da hab ich nämlich keine Antwort drauf)

Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?

Wo seid Ihr nur alle hergekommen?