Unser Interview mit Sarah Saxx

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Sarah Saxx
(c) Fotografie Monika Aigner

Geschichten, die das Herz berühren – die Romane von Sarah Saxx tun genau das. Mal entführen sie uns in tiefe zwischenmenschliche Gefühlswelten, mal lassen sie uns prickelnde Erotik und unbändige Leidenschaft spüren. Wie die Autorin ihre Liebe zum Schreiben entdeckt hat und was ihre Romane so tiefgründig macht, hat sie uns in einem Interview erzählt.

Wer ist Sarah Saxx, und wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Ich bin Mitte dreißig, verheiratet und lebe mit meinem Mann und meinen beiden Töchtern, zwei Katzen und einem Hund in Oberösterreich. Zum Schreiben bin ich gekommen, da ich auf der Suche nach Liebesromanen, die mich tief im Inneren berühren, nicht immer fündig geworden bin. Somit habe ich kurzerhand einfach selbst meinen eigenen Roman geschrieben.

Wie würdest Du Deine Bücher beschreiben? Was zeichnet sie aus? Worauf legst Du besonderen Wert?King of Chicago

Ich liebe die Abwechslung. Aus diesem Grund schreibe ich nicht nur Romane mit großem Erotikanteil wie die „KINGs of Hearts“-Reihe, sondern auch romantische Liebesromane wie meine „Greenwater Hill“-Reihe oder Geschichten, in denen der Fokus eher auf dem Zwischenmenschlichen liegt. Zwar knistert es auch hier kräftig zwischen den Protagonisten, aber man ist als Leser nicht bei allen Szenen bis zum Ende live dabei. 😉 Insofern würde ich meine Geschichten grundsätzlich einfach als Liebesromane bezeichnen. Ich liebe es, dieses Gefühl des ersten Verliebtseins beim Schreiben zu spüren und diese großen Gefühle an meine Leser weiterzugeben – deshalb wird sich auch in Zukunft alles um das schönste Thema der Welt drehen.

War es schwer, als Self-Publisher anzufangen? Oder war es von vornherein Dein Plan, unabhängig zu bleiben?

Tatsächlich bin ich zuerst über die Möglichkeit, sein Buch selbst zu veröffentlichen, gestolpert, und erst danach habe ich mich an das Schreiben meines ersten Romans gewagt. Der Wunsch, ein Buch zu schreiben, steckte zwar schon viel länger in mir, doch ich hatte damals Angst, meine Romanidee einem Verlag vorzustellen. Ich glaube, eine Absage hätte mich so deprimiert, dass ich keinen weiteren Roman geschrieben hätte. Gut also, dass ich den Weg zum Buch zu Beginn selbst bestritten habe.
Heute sehe ich das alles viel relaxter. Zwei meiner Romane sind inzwischen bei Verlagen erschienen, und wer weiß, was die Zukunft noch alles bringen wird.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Dir aus?

Am Vormittag nutze ich die Zeit meistens fürs Schreiben. Ich habe eine fest definierte Wortanzahl als Tagesziel, die ich auch fast immer erreiche – ansonsten muss am Wochenende nachgearbeitet werden. Ich bin da sehr streng mit mir, nicht zuletzt, da ich ja meine Abgabetermine einhalten will und muss.
Nachmittags gehört die Zeit meinen Kindern, hier erledige ich nur kleinere Arbeiten nebenbei am Handy. Manchmal helfen mir meine Kinder beim Packen der Goodie-Tüten oder sie befüllen bestellte Bücher mit Lesezeichen.
Abends gönne ich mir entweder einen entspannten Abend mit Buch oder ich arbeite – je nach Zeitdruck und natürlich nach Lust und Laune.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher?

Das ist von Buch zu Buch und je nach Thematik völlig verschieden. Einige Dinge lassen sich bereits grob im Vorfeld abklären. Meist tauchen aber während dem Schreiben Fragen auf, die ich im Nachhinein beim Überarbeiten recherchiere – was jedoch viel Nacharbeit bedeutet. Manchmal muss ich ganze Szenen umschreiben, wenn etwas nicht stimmig ist oder nicht funktioniert.
Für die Orte, in denen meine Romane spielen, habe ich ganz klassische Reiseführer zuhause und arbeite sehr viel mit Google Maps, Wikipedia und den Webseiten der jeweiligen Städte. Bei meiner Greenwater Hill-Reihe fällt diese ortsbezogene Recherche weitestgehend weg, da es den Ort real gar nicht gibt. Zwar habe ich eine kleine Stadt, die mir als Vorlage dient, aber ich wollte beim Schreiben der Reihe sämtliche Freiheiten genießen, ohne jemandem auf den Schlips zu treten – wie zum Beispiel der örtlichen Polizei oder dem Bürgermeister.

Haben Deine Protagonisten reale Vorbilder?Auergewhnlich verliebt

Nicht direkt. Es fließen aber ab und zu Charaktereigenschaften von Personen mit ein, die mir nahestehen. So gleicht zum Beispiel Sam aus „Außergewöhnlich verliebt“ einer Freundin von mir, die den Roman auch vorab gelesen hat und der Protagonistin mit ihrer etwas rauen Ausdrucksweise noch einen ganz persönlichen Schliff verpasst hat. Maya Hunter, die in so ziemlich allen Greenwater Hill-Romanen vorkommt, ist mit ihrem Dauerquasseln ein Ebenbild meiner kleinen Tochter. Die redet auch ohne Punkt und Komma. Und Noah aus „Ein bisschen mehr als Liebe“ ist meinem Mann sehr ähnlich. Ich denke, die beiden würden sich gut verstehen. 🙂

Wie entscheidest Du über die Namen Deiner Protagonisten? Historische Vorbilder? Persönliche Vorlieben?

Namen müssen bei mir ein Gefühl hervorrufen. Da ich den Verlauf der Geschichte ja schon vor Beginn des Schreibens ganz genau kenne, werden die Namen der Hauptprotagonisten ganz gezielt gewählt. Nebencharaktere werden da spontaner benannt und manchmal lasse ich fakenamegenerator.com entscheiden, wie die Kassiererin im Roman XY heißen soll.

Auf welche exotischen Handlungsorte oder Geschichten dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Der Roman, an dem ich gerade zu schreiben begonnen habe, spielt diesmal in England. Außerdem werde ich noch zumindest einen weiteren Roman meinem lieben Städtchen Greenwater Hill treu bleiben. Alles andere steht noch in den Sternen.

Wirst Du weiterhin im Bereich Romance schreiben oder darf man sich auch auf anderes aus Deiner Feder freuen?

Ohne Liebe geht bei mir gar nichts – zumindest nicht im Moment. Aber man weiß ja nie, was in den nächsten Jahren kommen wird. Also sage ich nicht nein, aber auch nicht ja, denn so, wie es im Augenblick ist, gefällt es mir eigentlich ganz gut.

Welche Frage würdest Du Dir selbst gerne stellen?

Wo siehst du dich in zehn Jahren? – Ein Blick in die Zukunft wäre schon was Schönes. Ich hoffe, dass ich dann immer noch mit dieser Freude und Leidenschaft an neuen Romane arbeite, dass meine Leser mir nach wie vor treu sind und dass unzählige neue Bücher dazugekommen sind, die die Herzen höherschlagen lassen und zum Träumen einladen.

Welche Frage/n würdest Du gerne an Deine Leser richten?

Wenn ihr die Wahl hättet, was wäre euch am liebsten? E-Book, Taschenbuch, Hardcover oder Hörbuch? Und wieso?
Achtest du bei deiner Bücherwahl eigentlich auch darauf, ob das Buch in einem Verlag erschienen ist, oder ob es ein Self-Publisher in Eigenregie veröffentlich hat? Wenn ja, warum?