Unsere Meinung: Ein Märchen im Winter

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Zur Weihnachtszeit sind die Menschen meist besonders glücklich, während sie von ihren Lieben und dem Festtagszauber umgeben sind. Doch was ist mit den Menschen, die das Glück scheinbar verlassen hat und die mit Trauer und Verzweiflung fertig werden müssen? Haben auch sie die Chance, ein märchenhaftes Weihnachtsfest erleben zu können?

Nachdem das Schicksal in Graces Leben gleich mehrmals zugeschlagen hat, steht die junge Mutter vor dem Ruin. Ihr Mann Sam hinterlässt nach seinem Tod einen riesigen Schuldenberg, das Haus wird gepfändet und um nicht obdachlos auf der Straße zu landen, muss Grace schließlich mit ihrer kleinen Tochter Harriot zurück zu ihren Eltern ziehen. Doch die junge Frau ist eine Kämpfernatur und will auch für ihre Tochter stark sein, weshalb sie mit allen Mitteln versucht, ihr Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Auch ihre Familie steht hinter ihr, vor allem Graces Großmutter. Diese schenkt ihr eine geheimnisvolle alte Brosche, die scheinbar der halbe Teil eines wertvollen Diadems ist. Grace müsste nur die andere Hälfte davon finden und ein Großteil ihrer Sorgen und Probleme wäre gelöst…

Auf ihrer Suche nach dem geheimnisvollen Schmuckstück stößt sie auf den skurrilen Schriftsteller Fraser Stratton, der zufällig gerade eine Stelle für eine Assistentin ausgeschrieben hat, die ihm helfen soll, seine Memoiren zu verfassen. Der Job kommt für Grace wie gerufen, denn sie kann zugleich ein kleines Häuschen auf dem romantischen Anwesen beziehen und anfangen, sich ein neues Leben aufzubauen.

Schon bald entsteht zwischen Grace, dem Schriftsteller Fraser und seinem charismatischen Patensohn Jack eine tiefe Verbundenheit und auch das Schmuckstück ihrer Großmutter knüpft stärkere Bande zwischen die beiden Familien, als gedacht. Grace stößt auf ein lange verborgenes Geheimnis, das ihr Leben komplett verändern wird…

Ein Märchen im Winter verbindet auf fast schon magische Weise Vergangenheit und Gegenwart, Trauer und Glück, Sympathie und Liebe… Die Geschichte bringt durch Irrungen und Wirrungen Menschen zusammen, denen das Schicksal nicht immer zugunsten war und die aber dennoch die Kraft haben, weiterhin um ihr Glück zu kämpfen.

Kate Lord Brown schreibt nicht nur aus der Sicht der Protagonistin Grace, sondern lässt uns auch am Innenleben der Nebenfiguren teilhaben. Da aber immer wieder neue Personen auftauchen und viele Handlungsstränge verstrickt werden, ist es manchmal schwierig, die Zusammenhänge in der Geschichte nachvollziehen zu können. Daher bekommt das Buch von uns 3,5 von 5 Sternen. Trotzdem ist Ein Märchen im Winter aber eine schön zu lesende Geschichte, die besonders an kalten Winterabenden unser Herz erwärmt hat. (SL)

  • Kate Lord Brown
  • Ein Märchen im Winter
  • Verlag: Piper Taschenbuch (02. November 2016)
  • Originaltitel: The Chrismas We Met
  • Übersetzt von Elke Link
  • 496 Seiten, Taschenbuch, als E-Book erhältlich