Unsere Meinung zu Ein Mitbewohner zum Verlieben von Fiona Winter

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Was sich neckt, das liebt sich – heißt es zumindest immer. Aber ob das auch bei Maja und Felix so ist? Die Hauptfiguren in Fiona Winters Roman Ein Mitbewohner zum Verlieben zanken sich nämlich, was das Zeug hält. Da ist von Liebe keine Spur … oder?

Muss man mit 27 schon wissen, was man aus seinem Leben machen will? Und alles bereits durchgeplant haben? Maja ist sich da nicht so sicher. Ihr Jura-Studium nervt sie tierisch, denn die trockene Paragraphen-Reiterei ist definitiv nicht das, womit sie ihr ganzes Leben lang ihre Brötchen verdienen will. Viel lieber möchte sie etwas Kreatives machen, ein Kunst-Studium zum Beispiel. Ihr Freund Leon, eingefleischter Jurist aus Leidenschaft, ist davon gar nicht begeistert und macht kurzerhand mit Maja Schluss. Hals über Kopf verlässt sie die gemeinsame Wohnung und hofft, bei ihrem besten Freund Daniel unterzukommen, denn in dessen 2er-WG ist seit längerem ein Zimmer frei. Dieses ist aber dummerweise inzwischen wieder vermietet – und zwar an niemanden geringeren als an Majas jahrelangen Schulschwarm Felix!

Von dessen charmanter Art ist allerdings nicht viel übrig geblieben: Kalt und unnahbar versucht er mit allen Mitteln, Maja aus der WG zu ekeln. Doch da diese keine andere Bleibe hat, nistet sie sich allen Hindernissen zum Trotz auf Felix‘ Couch ein und der Kampf um das WG-Zimmer beginnt …
Doch der gutaussehende Felix ist nicht ohne Grund so abweisend – er und Maja haben ein ähnliches Problem. Und erst als sie ihm die Augen öffnet, scheinen die Streitereien vorbei zu sein, die beiden freunden sich sogar an. Doch in Maja keimen die Gefühle aus ihrer Schulzeit wieder auf – sie wird doch wohl nicht immer noch in Felix verliebt sein? Nach all den Jahren?

Als dann noch Majas Ex-Freund auftaucht und sie zurück will, Felix immer öfter mit ihr flirtet und dessen Ex Valerie der WG regelrechte Stalking-Besuche abstattet, ist das Chaos perfekt. Und was will Maja? Einen zweiten Versuch mit Leon starten, der sie eigentlich nur ändern will? Und warum hält Felix sie davon ab, nur um danach selbst wieder zurück zu Valerie zu gehen? Dabei dachte Maja doch allmählich, dass Felix auch nicht nur Freundschaft mit ihr im Sinn hatte …
Eine verhängnisvolle WG-Party ändert alles – und das ganze Gefühlschaos wird noch komplizierter als gedacht …

Wenn man mit 27 Jahren noch keinen Plan vom Leben hat, ist das kein Weltuntergang. Das glaubt zumindest Maja und damit spricht sie vielen jungen Erwachsenen aus der Seele. Vielleicht können wir uns gerade deshalb so gut mit ihr identifizieren? Und vielleicht auch, weil das Gefühlswirrwarr auch mit Mitte 20 noch kein Ende findet? Während man früher in diesem Alter schon mit Hochzeits- und Familienplanung beschäftigt war, weiß Maja noch nicht einmal, was sie überhaupt machen will. Anfangs waren wir ein bisschen genervt von ihrer Planlosigkeit, doch im Laufe des Buches haben wir die Hauptfigur immer besser verstanden, weshalb wir sie dann relativ schnell in unser Herz geschlossen haben.

Fiona Winter schreibt sehr verständlich in lockerer Alltagssprache, was es noch einfacher macht, sich in Majas Innenleben hineindenken zu können.
Ein Mitbewohner zum Verlieben ist die komplett überarbeitete Version des bereits 2013 erschienen Romans Liebster Mitbewohner. Eine schöne, aus dem Leben herausgegriffene Geschichte über das WG-Leben, Freundschaften und Liebe, die wir auf jeden Fall empfehlen würden zu lesen. Zum Beispiel an einem kalten, grauen Herbsttag, eingekuschelt auf dem Sofa oder vor dem Kamin … (SL)

  • Ein Mitbewohner zum Verlieben: Was sich liebt, das neckt sich
  • Fiona Winter
  • 302 Seiten, E-Book
  • Herausgeber: dp Digital Pulishers
  • Erscheinungsdatum: 26. August 2016
  • Sprache: Deutsch

 

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