Unsere Meinung: Katrin Koppold – Zimtzauber

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Koppold, Katrin: Zimtzauber

Schwarze Katzen sorgen für Pech, wenn sie von der falschen Richtung aus über die Straße laufen. Und wenn man unter Millionen von Kleeblättern ein Vierblättriges findet, hat man das Glück auf seiner Seite…

Gut, dass Elisa nicht abergläubisch ist. Denn angeblich wird man auch vom Pech verfolgt, wenn man einen Schornsteinfeger vom Dach fegt.

Elisa ist Buchhändlerin und eigentlich auch glücklich mit ihrem Job, wenn da nicht ihre versnobte Chefin wäre. Diese lässt sich glücklicherweise selten im Buchladen blicken, doch als sie Elisa und ihren Kolleginnen Elke und Rosalie eines Tages einen Besuch abstattet, nimmt das Unglück seinen Lauf. Als die Frauen den Kaminofen anheizen wollen, macht ihnen nicht nur eine wild gewordene Taube einen Strich durch die Rechnung, sondern auch der Schornsteinfeger Mark, den Elisa angeheuert hatte, um die Taube aus dem Kamin zu schaffen. Auf der Jagd nach dem Vogel schlägt Elisa den armen Mann, der zugegebenermaßen ziemlich gut aussieht, ausversehen k.o. – und seitdem jagt ein Unglück das Nächste. Als ihr dann auch noch eine Wahrsagerin auf einer Scheidungsparty eine „Schwarze Aura“ prophezeit, scheint Elisas Pechsträhne kein Ende mehr zu nehmen. Verpasste U-Bahnen sind da noch das kleinere Übel:  Vom Christbaum, der mitsamt den von Oma geerbten, heiligen Kugeln zu Boden geht, über ein Handy in der Kirche, das durch seinen Klingelton beinahe einen Familienstreit heraufbeschwört bis hin zum fast verpassten Weihnachtsfest – für Elisa steht fest: Das Unglück muss ein Ende nehmen! Und das gelingt nur, wenn sie sich bei Mark entschuldigt. Dumm nur, dass dieser seinen Urlaub in den Bergen verbringt. Elisa bleibt nichts anders übrig, als ihm in sein Luxus-Hotel hinterher zu reisen, worüber Mark natürlich gar nicht erfreut ist. Ob eine versehentlich gebuchte Waxing-Session für Mark oder ein peinlicher Langlauf-Ausflug – auch hier lässt Elisa kein Fettnäpfchen aus. Fast gibt sie sich ihrer scheinbar immerwährenden Pechsträhne geschlagen, bis ein verhängnisvoller Spaziergang die Beiden einander näher bringt, als gedacht…

Fazit: Beim Lesen von Zimtzauber haben wir uns vor Lachen gekugelt, denn die Protagonistin Elisa ist ein richtiger Tollpatsch, dem kein Fettnäpfchen zu viel ist. Anfangs war sie uns leider etwas unsympathisch, was sich aber im Laufe der Geschichte geändert hat, denn je mehr wir über sie erfuhren, desto sympathischer wurde sie uns. Katrin Koppolds Schreibstil ist dank Ich-Perspektive recht locker und persönlich und auch ihre ausschmückende Wortwahl hat es uns umso einfacher gemacht, uns in Elisas Welt wohl zu fühlen.

Die kurze, knackige Geschichte ist perfekt für eine paar gemütliche Winter-Abende, wenn man einmal keine Lust auf einen dicken Wälzer hat, an dem man wochenlang liest. Alles in allem hat uns Zimtzauber sehr gut gefallen – das Ende kam aber etwas plötzlich und hätte unserer Meinung nach etwas ausgeschmückter ausfallen können. Daher gibt es hier 4 von 5 Sternen. (SL)

  • Katrin Koppold
  • Zimtzauber
  • Verlag: Aureolus Verlag (02. Dezember 2016)
  • Originalausgabe
  • 152 Seiten, Taschenbuch, Auch als E-Book erhältlich