Unsere Meinung zu: „Barfuß im Sommerregen“ – Angelika Schwarzhuber

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Lange habe ich auf diesen Roman gewartet und eines gleich vorab: „Barfuß im Sommerregen“ hat mich nicht enttäuscht! Denn wer Angelika Schwarzhubers Bücher kennt, weiß, dass man sich wieder auf einen gefühlvolle, heimatverbundene und lebensfrohe Geschichte freuen darf.

Barfuß im Sommerregen“ verspricht nicht nur eine tolle Sommerlektüre mit einer Geschichte, die zum Träumen einlädt – viel mehr erwartet uns ein tiefsinnigerer Roman über eine Frau, die fast alles verloren hat, sich aber nicht unterkriegen lässt und sich ein neues Leben erkämpft. Natürlich fehlt auch hier die Schwarzhubersche Leichtigkeit sowie eine ordentliche Prise Humor nicht.

Handlung

Romy steht vor dem Nichts: Die allein erziehende Mutter muss sich dringend um eine neue Wohnung kümmern, doch das ist gar nicht so leicht, wenn man sich mit Nebenjobs durchschlägt und die finanziellen Reserven bald aufgebraucht sind. Ein richtiger Job muss her, doch das gestaltet sich schwieriger, als gedacht.

Vielleicht ist ein Aushang aus dem Supermarkt die Lösung: „Kostenloses Wohnen auf dem Bauernhof. Gegenleistung: Unterstützung unseres noch rüstigen Onkels Alfred.“ Romy setzt ihre ganze Hoffnung in diese Anzeige und bricht mit Sohn Tommi auf ins Abenteuer Bauernhof.

Im Dorf Halling angekommen, wird sie jedoch bitter enttäuscht. Alfred stellt sich als griesgrämiger Senior heraus, der partout keine Hilfe von Romy annehmen will und auch bisher alle Bewerberinnen vergrault hat. Doch Romy gibt nicht auf und kann dank ihrer Hartnäckigkeit eine „Probewoche“ vereinbaren. Das Wohnen auf dem Bauernhof wäre für die kleine Familie der letzte Ausweg aus einer drohenden Misere …

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, vor allem weil Alfred Romy als eine Art Helikopter-Mutter darstellt, die permanent Angst um ihren Sohn hat, entsteht nach und nach eine immer tiefere Freundschaft zwischen beiden. Das Getratsche im Dorf lässt natürlich nicht lange auf sich warten, auch wenn sich Romy mit den meisten Bewohnern Hallings recht gut versteht. Und als ihr die esoterisch angehauchte Zenta die Karten legt und Romys Zukunft voraus sagt, nimmt das Chaos seinen Lauf.

Besonders als Hannes, ein Spitzenkoch und Neffe von Alfred, auftaucht und sich offensichtlich sehr zu Romy hingezogen fühlt. Doch Romy hat einen Pakt mit dem Schicksal geschlossen: Sie lässt keinen Mann mehr in ihr Leben, dafür darf ihr nichts Schlimmes mehr passieren. Denn was in ihrer Vergangenheit geschah, hat tiefe Wunden hinterlassen.

Auch Alfred hat seine Geheimnisse und als der Hof vor dem finanziellen Ruin steht, ist nicht nur dessen Existenz bedroht. Romy entwickelt eine Geschäftsidee, die den Bauernhof retten soll. Doch als alles wieder bergauf zu gehen scheint, wird Romy von ihrer Vergangenheit eingeholt …

Unsere Meinung

„Barfuß im Sommerregen“ ist eine Geschichte, die aus dem wahren Leben stammen könnte. Diese Bodenständigkeit macht den Roman so authentisch, sodass es ein leichtes ist, sich in die Welt von Romy hineinfallen zu lassen.

Das in leuchtenden Farben gestaltete Cover macht Lust auf Sommer und vor allem auf die Geschichte, die durch ihre stark ausgearbeiteten Charaktere zum Leben erweckt wird.

Romy zum Beispiel, ist eine extrem fürsorgliche Mutter, die alles dafür tun würde, dass es ihrem Sohn gut geht. Sie ist übertrieben vorsichtig, was stellenweise auch etwas nervig war, doch genau das macht die Figur so authentisch. Mit ihr zu leiden aber auch, sich mit ihr zu freuen, fällt daher sehr leicht.

Bei Alfred habe ich auch sehr schnell gemerkt, dass seine anfänglich abweisende Art nicht von irgendwoher kommt. Er hat seine eigene Geschichte, die im Laufe des Buches durch eigene Kapitel erzählt wird. Meiner Meinung nach ist diese Figur ein großer Sympathieträger – wenn man ihn erst einmal richtig kennengelernt hat.

Auch die Nebencharaktere sind gut ausgearbeitet und haben ihre eigenen Geschichten, die, auch wenn sie nur angeschnitten werden, ihr Übriges zum Geschehen beitragen.

Was besonders schön ist: Einige der Hauptfiguren aus den Vorgängerromanen tauchen wieder in kleinen Nebenrollen auf – trotzdem lässt sich „Barfuß im Sommerregen“ unabhängig von den anderen Büchern lesen. Auch hier werden am Ende wieder ein paar der Rezepte aus der Geschichte aufgeführt – wir wünschen schon mal viel Spaß beim Nachkochen!

Unser Fazit

Angelika Schwarzhuber hat mit „Barfuß im Sommerregen“ wieder einen vielseitigen Wohlfühlroman erschaffen, in den man sich dank ihres flüssigen, bildhaften Schreibstils tief hinein träumen kann. Hierfür gibt es eine klare Leseempfehlung mit 5 von 5 Sternen! (SL)

Unser Lieblingssatz

Alfred zu Romy, als sie Walzer tanzen. Auf der Wiese – barfuß im Sommerregen:

„Der Sommerregen lässt uns entweder Schutz suchen“, begann Alfred, „oder aber er wäscht alle Sorgen von uns ab und verleitet dazu, uns seiner ganz eigenen Magie hinzugeben.“

Facts

  • Barfuß im Sommerregen
  • Angelika Schwarzhuber
  • Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • Sprache: Deutsch, Taschenbuch, 400 Seiten
  • Auch als eBook erhältlich
  • Erscheinungsdatum: 19. März 2018